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20.08.2014

Betheler Ferienprogramm für autistische Kinder und Jugendliche


Klara hält Gesine Scheuer in Trab – nur kurz lässt sich der kleine Wirbelwind zu einer Ruhepause verlocken.

Im Snoezelen-Raum kann sich Bastian entspannen.

Symbole helfen bei der Orientierung: So erfahren die Kinder zum Beispiel, wo es etwas zu essen und zu trinken gibt. Fotos: Reinhard Elbracht

Zwei Wochen mit einer eigenen Betreuerin

Bielefeld-Bethel. Aaron hat heute seinen großen Tag. Für den Nachmittag hat er die anderen Kinder und Jugendlichen zum Kuchenessen eingeladen, und schon seit gestern wird gebacken. Auch Klara war vorhin schon in der Schulküche und hat zugeschaut, wie Aaron geschäftig mit Milch und Zucker am Hantieren war. Die Beiden haben am Betheler Autismus-Ferienprogramm teilgenommen, das jetzt zwei Wochen lang in der Mamre-Patmos-Förderschule stattgefunden hat.

Klara ist ein Wirbelwird. Nur kurz hat sie mit ihrer ehrenamtlichen Betreuerin in einer Ecke in der Schule am Tisch gespielt, da sieht man sie schon wieder mit wedelnden Armen draußen herumlaufen und schließlich an der Küchentür rütteln. „Klara ist in der Küche glücklich, und es macht ihr Spaß, den anderen zuzugucken“, sagt Gesine Scheuer. Die 22-jährige Studentin der Fachhochschule der Diakonie begleitet Klara während des Ferienprogramms.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben eine eigene ehrenamtliche Betreuerin oder einen Betreuer. Für die Auszubildenden sozialer Berufe oder Studenten aus dem Bereich der Sozialen Arbeit ist der Einblick in die Praxis eine wertvolle Erfahrung. Die Aktivitäten während des Ferienprogramms bestimmen die Kinder und Jugendlichen. Die weitläufigen Räumlichkeiten der Mamre-Patmos-Schule bieten genug Platz, um auf alle Kinder und Jugendlichen individuell eingehen zu können. Außerdem stehen besondere Einrichtungen zur Verfügung, wie die Schulküche, ein Snoezelen-Raum oder der Wasserraum, den Klara besonders liebt.

Am heutigen Morgen sind einige Kinder und Jugendlichen mit ihren ehrenamtlichen Helferinnen auch zu Ausflügen gestartet: etwas weiter weg nach Rietberg in den Gartenschaupark oder auch einfach nur in die Bielefelder City nebenan zum Drogerie-Markt. Die 17-jährige Alina möchte sich dort einen Deostift kaufen, und weil der kleine Carlos Alina so gerne mag – sie macht immer so lustige Faxen -, kommt er mit.

Die  Kinder und Jugendlichen sind ganz unterschiedlich. Manche sind lieber für sich allein, andere auch gerne mit anderen zusammen. Die meisten sind die ganzen zwei Wochen dabei. Das Angebot ist auch für Kinder und Jugendliche offen, die nicht von Bethel betreut werden. Dieses Mal haben 16 junge Menschen im Alter zwischen 5 und 18 Jahren teilgenommen. Organisiert wird das Ferienprogramm seit 13 Jahren vom Betheler Fachdienst Autismus, der dafür mit den Betheler Familienorientierten Diensten Bielefeld, Herford und Gütersloh zusammenarbeitet.


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