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29.01.2009

Betheler Neurochirurgie-Chef Prof. Falk Oppel geht in den Ruhestand


Mit jährlich 2 600 neurochirurgischen Eingriffen gehört das Team um Prof. Dr. Falk Oppel (v.) zur internationalen Spitze. Foto: Reinhard Elbracht

Im Jahr 2004 wurde Falk Oppel über Bielefelds Oberbürgermeister Eberhard David (l.) das Bundesverdienstkreuz verliehen. Foto: Paul Schulz

Prof. Dr. Falk Oppel bildete ausländische Ärzte, wie den Ägypter Dr. Nabil Yassa, aus. Foto: Paul Schulz

„Ich habe immer international gedacht!“

Bielefeld-Bethel. Als Neurochirurg, Wissenschaftler, medizinischer Entwicklungshelfer und Bethel-Botschafter im Ausland hat sich Prof. Dr. Falk Oppel bundesweit und international einen Namen gemacht.

Für sein besonderes Engagement wurde ihm auch das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Mit dem langjährigen Chefarzt der Neurochirurgie im Ev. Krankenhaus Bielefeld begann die Epilepsiechirurgie in Bethel, die heute weltweit bekannt ist. Am Samstag, 31. Januar, wird Falk Oppel im Assapheum in Bielefeld-Bethel feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

1986 übernahm Prof. Dr. Falk Oppel die Leitung der Neurochirurgie in den damaligen Krankenanstalten Gilead. Mit 2 600 neurochirurgischen Eingriffen jährlich besetzt sein Team heute eine internationale Spitzenposition. Optimale Arbeitsbedingungen waren für den Erfolg seiner Arbeit ausschlaggebend, sagt der 65-jährige Operateur. „Die hervorragende medizinische Entwicklung in der Neurochirurgie war nur möglich, weil wir immer auf dem modernsten Stand arbeiten konnten – unter anderem mit einer hochmodernen Mikroskopie und chirurgischen Navigations-Technologie.“

Unter der Leitung des renommierten Neurochirurgen, der vom Klinikum Steglitz der Freien Universität Berlin – dem heutigen Benjamin-Franklin-Klinikum – nach Bielefeld kam, wurde die Epilepsiechirurgie am 1. Januar 1991 in Bethel eingerichtet. „Das war sicherlich ein Höhepunkt meiner Laufbahn“, urteilt Prof. Oppel rückblickend. Das Ereignis gewinne in seiner Bedeutung noch an Gewicht, wenn man die damalige Situation berücksichtige. „Es gab erhebliche Widerstände seitens der Politik, die Epilepsiechirurgie bei uns und nicht an einer Universitätsklinik anzusiedeln.“

Heute ist die Betheler Epilepsiechirurgie europaweit führend, „wobei wir den Schwerpunkt auf die Kinder gelegt haben“, bemerkt Prof. Dr. Falk Oppel. Zu seinen größten epilepsiechirurgischen Herausforderungen zählt Oppel den Beginn der Hemisphärektomie bei Kleinkindern in Bethel – der Operation von besonders schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Epilepsien, bei denen die betroffenen Kinder täglich unzählige Anfälle erleiden. Prof. Dr. Falk Oppel kann auf über hundert Operationen von Kleinkindern mit dieser so genannten „Katastrophen-Epilepsie“ zurückblicken, „und ich wüsste weltweit keine Epilepsiechirurgie, die mehr Erfahrungen auf diesem Gebiet hat“, betont der gebürtige Darmstädter.

Das notwendige Know-how für den Aufbau des epilepsiechirurgischen Zentrums kam insbesondere in den Anfangsjahren vor allem aus den USA. Mit der Cleveland Clinic Foundation in Ohio hatte Bethel einen Kooperationsvertrag geschlossen. „Die Unterstützung und Begleitung hat uns enorm geholfen. Trotzdem war es richtig, dass wir von Anfang an auch unseren eigenen Weg gegangen sind und eigene Erfahrungen gesammelt haben. So haben wir schnell gelernt, dass es wichtig ist, nicht nur den Fokus, also den exakten Ort der Anfallsentstehung, zu entfernen, sondern die gesamte epileptogene Zone“, so Prof. Oppel. Die Zone zu diagnostizieren sei längst kein Problem mehr. „Wir können heute Patienten operieren, die wir früher ablehnen mussten.“

Aus dem gesamten Bundesgebiet und auch aus dem Ausland werden Patienten in der Betheler Neurochirurgie operiert, und seit einigen Jahren reist Prof. Dr. Falk Oppel sogar ins Ausland, um Menschen vor Ort medizinisch zu helfen. Insbesondere in Ägypten leistet er Aufbauhilfe für die Neurochirurgie im christlichen Victoria Hospital in Alexandria.

„Ich habe in meinem Beruf immer auch international gedacht und den fachlichen Austausch mit anderen Ländern gesucht“, betont Prof. Oppel. Daher habe er sich besonders über die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im März 2004 gefreut. Die Auszeichnung erhielt er vor allem für sein Engagement in der Ausbildung ausländischer Ärzte in Bethel. „Ich werde meine Kontakte über meinen Ruhestand hinaus pflegen und auch weiterhin im Ausland operieren“, sagt Falk Oppel, der besonders stolz auf seine Ehrenmitgliedschaften in den neurochirurgischen Gesellschaften in Polen und Thailand ist.

Auch in Deutschland war Prof. Oppel immer wieder in neuro- und epilepsiechirurgischen Fachinstitutionen vertreten. So war er zum Beispiel bis 1997 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für prächirurgische Epilepsiediagnostik und operative Epilepsietherapie und bis 2002 erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie. Seit 2007 ist er Präsident der Deutschen Akademie für Neurochirurgie.

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