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29.11.2016

Bielefelder Pädiatrietage


Tagungsleiter: Prof. Dr. Eckard Hamelmann ist Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Er gehört laut FOCUS Ärzteliste zu den führenden Experten in der Behandlung von Asthma bronchiale, Neurodermitis und Allergien und ist Mitglied der Leading Medical Guide Experts. Foto: Mario Haase

Zu viel Fertigkost ist ungesund: Zucker versteckt sich vor allem in Fast-Food. Foto: Fotolia

Neues Netzwerk: Gemeinsam gegen Übergewicht bei Kindern

Bielefeld-Bethel. Rund 15 Prozent der Kinder- und Jugendlichen in Deutschland sind übergewichtig, etwa sechs Prozent leiden sogar an der krankhaften Form von Übergewicht, auch Adipositas genannt. Grund genug für das Kinderzentrum Bethel im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld (EvKB), diesem Thema besondere Aufmerksamkeit zu schenken: Es gehört zu einem der Schwerpunkte der Bielefelder Pädiatrietage am 2. und 3. Dezember. Neben zahlreichen Veranstaltungen rund um das Thema Ernährung wird bei einer der größten Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte, Pflegende und Therapeuten dieser Art in der Region auch der Grundstein für ein neues Netzwerk gelegt. Das Ziel lautet: Ein umfassendes Hilfsangebot für Kinder und Jugendliche mit Adipositas und ihre Eltern zu schaffen. Denn was in jungen Jahren beginnt, kann ein Leben lang gesundheitliche Konsequenzen haben.  

Den Anfang nimmt eine Adipositas-Erkrankung in aller Regel mit der genetischen Veranlagung und der Prägung des Stoffwechsels, manchmal schon während der Schwangerschaft der Mutter oder in den ersten Lebensjahren. Viele Nahrungsmittel enthalten zudem, oft auch versteckt, sehr viel Zucker und Fett. „Ein weiter entscheidender Auslöser dieser chronischen Erkrankung ist der Bewegungsmangel in unserer modernen Welt“, erläutert Prof. Dr. med. Eckard Hamelmann. Er ist Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Kinderzentrum Bethel, wissenschaftlicher Leiter der Pädiatrietage und Initiator des neuen Netzwerks. Mögliche Folgen von Übergewicht im Kindesalter reichen von Bluthochdruck über Fettstoffwechselstörungen, Gelenkerkrankungen bis hin zu schwerwiegenden Folgen wie Diabetes, Schlaganfällen und Herzinfarkten, die dann im Erwachsenenalter auftreten können. „Deshalb möchten wir ein umfassendes Angebot zur Prävention und Behandlung schaffen.“

„Neben der Versorgung akuter Gesundheitsprobleme, ambulanten Angeboten in der Tagesklinik und Ernährungsberatung möchten wir zukünftig auch zertifizierte Schulungsangebote für übergewichtige Kinder und deren Eltern im EvKB schaffen“, erläutert Prof. Hamelmann. „Für den Erfolg entscheidend ist aber das Zusammenspiel aller Beteiligten, und das sind im Mittelpunkt die Patienten, daneben die Erziehungsberechtigten und eben die professionelle Unterstützung “, betont er. Und diese besteht aus niedergelassenen Ärzten, Bewegungs- und Sporttherapeuten sowie Psychotherapeuten. Welche Relevanz das Thema Ernährung heute für die Kindergesundheit hat, spiegelt sich auch im weiteren Programm der Bielefelder Pädiatrietage wider, die unter dem Motto „Klassiker und Notfälle“ stehen. Bei der Fortbildungsveranstaltung für medizinisches Fachpersonal werden rund 300 Teilnehmer erwartet. Erstmals fand sie 2015 in Bielefeld statt und soll sich als regelmäßiges Forum etablieren.

In diesem Jahr spricht beispielsweise Dr. Anjona Schmidt-Choudhury, Oberärztin der Universitäts-Kinderklinik Bochum, zum Thema „Ernährungsprobleme: Häufige Ursachen bei akut und chronisch kranken Kindern“. Um „Untergewicht bei Essstörungen: psychiatrische Notfälle“ geht es bei Prof. Dr. Tanja Legenbauer, Kinder- und Jugendpsychiaterin aus der LWL-Universitätsklinik Hamm. Eine wichtige Rolle im Adipositas-Netzwerk, das 2017 starten soll, spielt Dr. Ines Gellhaus aus dem Kinderzentrum Bethel. Sie referiert zum Thema „Adipositas – ein chronischer Notfall“. Die Kinderärztin und Ökotrophologin wird zukünftig eine Adipositas-Sprechstunde für Kinder und Jugendliche und ihre Eltern anbieten. Darin haben neben medizinischen und psychologischen auch gesellschaftliche und soziale Inhalte eine besondere Bedeutung.

„Mir ist wichtig, dass wir das Thema Übergewicht bei Kindern als gesamtgesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und uns gemeinsam dem Problem stellen“, betont Prof. Hamelmann. Die Hilfsangebote richten sich an Kinder und Eltern gleichermaßen. Denn der Nachwuchs orientiere sich am Ernährungsangebot zu Hause und an dem Vorbild der Eltern. „Es mag banal klingeln. Aber Eltern sollten auf regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten mit nährstoffreicher Kost achten“, empfiehlt er. Das Handy sollte vom Esstisch verbannt werden, der Fernseher ausgeschaltet sein. Außerdem sollten die Eltern auf genügend Sport und Bewegung achten. Gänzlich auf Süßes, Fettiges oder mediale Angebote muss aber niemand verzichten: „Man sollte nicht alles verbieten, aber ein gesundes Maß festlegen“, betont Prof. Hamelmann.
Entscheidend ist für ihn die konsequente Begleitung der betroffenen Familien zu Hause an ihrem Wohnort. „Durch das Zusammenspiel von Kindern, Eltern und dem therapeutischen Angeboten im Netzwerk, können die Familien trainieren, alte Gewohnheiten dauerhaft abzulegen und durch einen gesunden Lebensstil zu ersetzen“, fasst Prof. Hamelmann zusammen.            

 

Medienvertreter sind sehr herzlich eingeladen, die Bielefelder Pädiatrietage zu besuchen und zu deren Themen mit Experten ins Gespräch zu kommen! Gern vermitteln wir Ihnen Interviews. Sie finden nähere Informationen zum Programm der Jahrestagung unter www.paediatrietage-bielefeld.de. Für alle weiteren Fragen und die Akkreditierung wenden Sie sich bitte an folgenden Pressekontakt:

 


Pressekontakt:

 

Conventus Congressmanagement

 

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

Romy Held

 

Tel.: 03641/3116280

 

romy.held@conventus.de

 


Hintergrund

 

Mit den „Bielefelder Pädiatrietagen“ findet diese Fortbildungsreihe, die bereits vor einigen Jahren bundesweit in verschiedenen Städten erfolgreich durchgeführt wurde, vom 2. bis 3. Dezember 2016 zum zweiten Mal im Ravensberger Park statt. Das Programm ist unterteilt in fachspezifische Sitzungen. Kerngedanke der Pädiatrietage ist es, praxisnah und praxisrelevant neueste Erkenntnisse zu diskutieren und den gemeinsamen Dialog aller pädiatrischen Fachbereiche zu fördern. Die Tagung wendet sich an Ärzte aller an der Kinderheilkunde beteiligter Fachrichtungen, an Internisten, Anästhesisten und Intensivmediziner sowie an Pflegekräfte. Tagungsleiter Prof. Eckard Hamelmann: „Deutschland kann generell eine hochwertige Kinder- und Jugendmedizin vorweisen und die Versorgungsstruktur ist gut. Jedoch gibt es trotz dieser positiven Gesamtsituation immer berufspolitisch und gesellschaftlich brisante Themen zu diskutieren.“ Neben dem Vortragsprogramm werden Workshops für Mediziner und Pflegekräfte angeboten.


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