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28.05.2020

Corona-Regeln in der Musiktherapie Bethel


Dr. Mund Schutz und die Corona-Fighters sind (v. r.) Jürgen Voss, Dr. Mund Schutz alias Jörg Buddruß, Michael Herrlich und Sandra Mohr. Foto: Luca Heckhoff/Team Pflege

Singen verboten, summen erlaubt

Bielefeld-Eckardtsheim/Bethel. Überall stellt die Corvid-19-Pandemie Menschen vor neue Herausforderungen. Was noch vor kurzem selbstverständlicher Alltag war, ist heute verboten. So kommen auch zu den ohnehin schon anspruchsvollen Betreuungsaufgaben in der Behindertenhilfe umfangreiche neue Aufgaben hinzu, die von jetzt auf gleich gestemmt werden müssen. Dabei leisten in Bethel die Therapeutischen Fachdienste einen erheblichen Beitrag.

Zum Beispiel im Haus Rehoboth, einer Einrichtung für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen in Bielefeld-Eckardtsheim. Die Mitarbeitenden haben alle Hände voll zu tun: Vorsorglich mussten Isolierbereiche geschaffen werden, für Hoch-Risiko-Patientinnen und – Patienten wurden Schutzbereiche eingerichtet. Dafür wiederum waren einige Umzüge innerhalb des Hauses von Nöten, und beliebte Treffpunkte mussten vorübergehend geschlossen und durch dezentrale Begegnungsmöglichkeiten auf den verschiedenen Etagen des Hauses ersetzt werden.

Doch bei vielen Klientinnen und Klienten lösen die plötzlichen Veränderungen und der gefühlte Ausnahmezustand Unsicherheiten aus. Nicht alle können kognitiv fassen, was da im Gange ist. So können aus Sorgen und Irritationen sogar Ängste, Anspannung und Stress entstehen. Um diese Belastung aufzufangen, erhalten die hausinternen Mitarbeitenden in Pflege und Therapie Unterstützung von Betheler Fachdiensten wie etwa dem Musiktherapeutischen Dienst.

Schließlich sollen kreative Angebote weiterhin stattfinden – aber natürlich angepasst an die besondere Situation. So ist Singen aufgrund des Aerosol-Ausstoßes verboten, doch die Musikliebhaber wissen sich zu helfen: „Dann klopfen und moven und grooven und summen wir los – gegen Corona und für uns!“, beschreibt Musiktherapeut Michael Herrlich das Miteinander bei den regelmäßigen Treffen im Haus Rehoboth. Schließlich setzen die Wahrung der Abstandsregeln und das Tragen einer Mund-Nasen-Maske nicht die Fantasie außer Kraft. Um ihre Entschlossenheit zu verdeutlichen, sich auch in schwierigen Zeiten nicht unterkriegen zu lassen, dachte sich die Bewohnergruppe einen passenden Band-Name: „Dr. Mund Schutz & the Corona-Fighters“.

Der Musiktherapeutische Dienst Bethel macht Angebote für Menschen mit Epilepsie, psychischen Erkrankungen, geistigen Behinderungen oder Mehrfachbehinderungen, die persönliches Wachstum und Entfaltung fördern. So finden auch gerade Menschen, die nur schwer über sprachliche therapeutische Ansätze zu erreichen sind, ein ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten angemessenes Therapieangebot.


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