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23.12.2011

Den Abschluss geschafft! Berlinerinnen mit Migrationshintergrund werden Sozialassistentin


Geschafft! Die Absolventinnen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern. Foto: Bethel

Lobetal. 19 Berlinerinnen mit interkulturellem Hintergrund haben nach einer 16monatigen Weiterbildung zur staatlich geprüften Sozialassistentin am Donnerstag, 22. Dezember 2011, ihre Abschlusszeugnisse erhalten. Die Zeugnisübergabe fand im „Diakonischen Werk Stadtmitte“ in Berlin - Kreuzberg statt. Die Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin- Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Susanne Kahl-Passoth, würdigte dabei das Engagement der Frauen: „Sie bringen die Weisheit Ihrer Kulturkreise und Ihre Erfahrungen mit und schenken diese nun an die Menschen weiter“. Der Stadtrat für Soziales des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Knut Mildner-Spindler; sagte: “Sie sind ein Vorbild für die kommenden Klassen und ein Beispiel für etwas, was gefeiert wird, aber eigentlich selbstverständlich sein sollte.“ 

Dieses Angebot richtete sich an Frauen ohne Berufsausbildung, um ihnen mit dieser Qualifizierung eine Berufsperspektive im sozialen Bereich zu ermöglichen. Das Berliner „Diakonische Werk Stadtmitte  e. V.“ hat gemeinsam mit dem Diakonischen Bildungszentrum Lobetal, einer Einrichtung der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, ein Weiterbildungskonzept erarbeitet, durch das speziell Frauen mit Migrationshintergrund ausgebildet werden. Sie können in der Pflege und Betreuung von Menschen mit Behinderung, von Senioren, Kindern und Jugendlichen tätig werden. Ihre späteren Arbeitsstellen werden Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten oder Krankenhäuser sein. Für die meisten der Absolventinnen gibt es unmittelbar nach Ende der Ausbildung eine klare Perspektive. So haben einige Frauen, unter anderem, in der Pflege, in der Erziehungshilfe und in Kindertagesstätten Arbeit gefunden. Für acht Absolventinnen geht das Lernen weiter. Nach einem viermonatigen Kurs zur Erreichung des Mittleren Schulabschlusses werden sie eine Ausbildung zur Erzieherin oder Altenpflegerin beginnen.

Die Teilnehmerinnen der Weiterbildung waren vorher überwiegend als Stadtteilmütter in Kreuzberg, Neukölln und Charlottenburg in der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit tätig. Durch ihre vielfältigen Erfahrungen in der Begleitung und Unterstützung von Familien waren sich die Teilnehmerinnen sehr bewusst, welche Anforderungen dieser Helferberuf an sie stellen wird.

Die Zeugnisübergabe war der Abschluss einer ereignisreichen und lehrreichen Zeit, in der die Frauen auch viele anspruchsvolle Prüfungen gemeistert haben. Dazu gehörten drei schriftliche und fünf mündliche Prüfungen. Sie wurden von den Lazarus-Schulen der Diakoniestiftung Lazarus Berlin abgenommen. Insbesondere das zusätzliche Lernfeld „Familien mit Migrationshintergrund begleiten und unterstützen/ Interkulturelle Familienbegleitung“ ermöglichte den Teilnehmerinnen, sich einen Arbeitsbereich zu erschließen, der in einer multikulturellen Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt. Ein zweiter Weiterbildungslehrgang wurde am 15. August 2011 mit 13 Teilnehmenden eröffnet.


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