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17.10.2018

Diakonisse Friedel Pickhardt feiert ihren 102. Geburtstag


Sarepta-Schwester Friedel Pickhardt feiert ihren 102. Geburtstag. Foto: Paul Schulz

„Das Altwerden liegt in unserer Familie“

Bielefeld-Bethel. „Ich fühle mich gut! Außerdem werde ich hier bestens versorgt und vielleicht viel zu gut verpflegt“, erzählt Schwester Friedel Pickhardt mit einem Schmunzeln. Die Bewohnerin des Hauses Abendfrieden in Bielefeld-Bethel ist glücklich mit ihrem Leben und ihrem Zuhause. Und sie blickt ihrem nächsten Geburtstag äußerst gelassen entgegen – vielleicht, weil sie schon so viele gefeiert hat. 102 Jahre alt wird die Diakonisse der Sarepta-Schwesternschaft am morgigen Donnerstag (18.10.).

Ein besonderes Geheimnis oder Rezept für das Altwerden habe sie nicht, erzählt Schwester Friedel Pickhardt. „In meiner Familie sind eigentlich alle sehr alt geworden.“, so die „Feierabendschwester“. Ihre Mutter erreichte das 96. Lebensjahr, ihre Patentante wurde 102. Außerdem sei sie in ihrem Leben nie ernsthaft krank gewesen. Allein während des Zweiten Weltkriegs sei sie einige Male an Diphterie erkrankt. „Ich hatte mich im Bunker angesteckt, wo wir oft mit vielen Menschen dicht zusammengerückt ausharrten“, erinnert sie sich.

Mit den Kriegsjahren verbindet sie besonders schlimme Erinnerungen. Sie leitete damals einen Kindergarten in Hemer. „Ich erinnere mich, wie ich mit den Kindern im Keller ausharrte und ringsherum die Bomben fielen.“

Anlässlich ihres Geburtstags blickt Schwester Friedel Pickhardt aber positiv auf ihr bisheriges langes Leben zurück. Geboren wurde sie am 18. Oktober 1916 in Kaldenhausen im Kreis Moers. Nach ihrem Schulabschluss ging sie 1933 nach Bethel, um die Haushaltsschule in Eckardtsheim zu besuchen. In Duisburg absolvierte sie anschließend eine Ausbildung als Kindergärtnerin. 1949 kam sie zurück nach Bethel, trat ein Jahr später in die Sarepta-Schwesternschaft ein und wurde 1957 zur Diakonisse eingesegnet. „Ich wollte gerne in einer christlichen Gemeinschaft leben“, erzählt sie. Ihre Eltern hätten „von Hause aus“ eine enge Verbindung nach Bethel gehabt. Sie seien Spender gewesen und ihr Vater bekam regelmäßig die Zeitschrift der „Bote von Bethel“. Schwester Friedel Pickhardt arbeitete in unterschiedlichen Bereichen in Bethel. Den Großteil ihres Arbeitslebens verbrachte sie jedoch in dem Kindergarten in Hemer-Westig, den sie von 1951 bis 1968 leitete.

Trotz ihres hohen Alters ist Schwester Friedel Pickhardt „nur“ die drittälteste Bewohnerin im Haus Abendfrieden. Schwester Paula sei 106, Schwester Lotte 105. Ihre Zimmernachbarin und Freundin Schwester Elfriede sei ebenfalls schon 97 Jahre alt. „Und so Gott will, feiern wir im kommenden Jahr zwei weitere 100. Geburtstage in unserem Haus“, freut sie sich.

Die große Leidenschaft von Schwester Friedel Pickhardt ist das Musizieren. Sie hat in vielen Kirchenchören gesungen. Außerdem spielt sie Alt-Flöte und hat ihr Können auch an andere Menschen weitergegeben. „60 Kinder haben bei mir das Flöte spielen gelernt“, berichtet sie stolz. Verlernt hat sie das Musizieren auch bis heute nicht. „Ich flöte immer noch sehr gerne – aber nur noch für mich alleine!“


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