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20.12.2013

Elim-Bewohner Dieter Dohr fotografiert „Natur pur“


Dieter Dohr nutzt auch moderne Computertechnik, wie sein Tablet, für die Fotografie. Foto: Reinhard Elbracht

Schönheit im Detail: ein bizarres Blatt im Herbst. Foto: Dieter Dohr

Eine Libelle „posierte“ für Dieter Dohr als Fotomodell. Foto: Dieter Dohr

Mit scharfem Blick für das Detail

Bielefeld-Eckardtsheim/Bethel. Eine schillernd-bunte Libelle auf einem Grashalm; ein Tautropfen, in dem sich die Sonnenstrahlen brechen; ein Feldhase, der im hohen Gras ruht und sich unbeachtet fühlt … Hobbyfotograf Dieter Dohr hat ein Auge für das Detail – und für Motive, die vielen anderen Menschen verborgen bleiben. „Das liegt auch an meiner Erkrankung“, ist der 60-jährige, von Geburt an spastisch gelähmte Bewohner des Hauses Elim in Bielefeld-Eckardtsheim überzeugt.

Alle seine mehr als 2.000 Fotos hat Dieter Dohr im Umkreis von 500 Metern von seinem Zuhause gemacht, da er an einem Reizdarmsyndrom leidet. Wenn er mit seinem Elektrorollstuhl unterwegs ist, hält er oft an einer Stelle inne und beobachtet akribisch die nächste Umgebung. „Dadurch habe ich ein besonderes Auge für interessante Kleinigkeiten entwickelt, die ich dann fotografiere“, sagt Dieter Dohr. Manchmal erlaube ihm sein Gesundheitszustand oder die Witterung aber nur, mit einem Teleobjektiv aus dem Fenster hinaus zu fotografieren.

Seit eineinhalb Jahren wohnt Dieter Dohr im Haus Elim, einer stationären Einrichtung für Menschen mit unterschiedlichem Pflegebedarf. Seine Leidenschaft für die Fotografie habe vor dreieinhalb Jahren rein zufällig begonnen, erzählt der gebürtige Gladbacher, der viele Jahre als selbstständiger Steuerberater gearbeitet hat. Für eine Prüfung seiner Pflegestufe habe er sich eine Kamera gekauft, um seinen Körperzustand zu dokumentieren. „Eigentlich kann ich nicht fotografieren“, gibt er zu. Er kenne sich weder mit Blenden noch mit Verschlusszeiten oder Brennweiten aus. Stattdessen nutzt er die Automatikfunktionen seiner Digitalkameras.

Mittlerweile hat Dieter Dohr auch die Porträtfotografie für sich entdeckt. Da er zurzeit fast ausschließlich in seinem Bett liegt, hat er sich ein Notebook und ein Computer-Tablet neben das Kopfende gestellt. Im Internet sucht er oft nach Filmszenen mit Menschen, die ihn ansprechen. Die Person fotografiert er dann von einem „Screenshot“ auf seinem Tablet ab. Manchmal nutzt er auch bestehende Fotografien im Netz und wählt seinen eigenen Ausschnitt aus. „Dann reduziere ich das Motiv auf das für mich Wesentliche“, erklärt er.

Unter dem Titel „Natur pur“ zeigt Dieter Dohr ab Januar 2014 eine Auswahl seiner Fotos in einer Ausstellung im Haus Elim im Semmelweisweg 3. Die Hälfte der 24 Fotografien wird auf Rollstuhlfahrerhöhe hängen. „Ein Rollstuhl wird bereitstehen. Dann kann man die Bilder aus der Perspektive betrachten, aus der ich sie fotografiert habe“, erklärt er. Gerne bekomme er von den Besuchern der Ausstellung Rückmeldungen zu seinen Bildern über E-Mail: dieterdohr2[at]gmail.com.


Dateien:
Dohr_1.jpg (644 KB)
Dohr_2.jpg (1.4 MB)
Dohr_3.jpg (247 KB)
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