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24.01.2017

Ex-Bundespräsident Wulff besucht Kinderzentrum Bethel


Ein Geschenk für den Bundespräsidenten (Mitte): Mit Ergotherapeut Rodrigo Barros (links) übergeben Adrian und Berivan (r.) eine Medaille, die Patienten in der Ergotherapie gebastelt haben. Foto: Mario Haase

„Wer bist Du? Ich bin Christian.“

Bielefeld-Bethel. Ex-Bundespräsident Christian Wulff hat das Kinderzentrum Bethel besucht. Sein besonderes Interesse galt der Ergotherapie auf der Kinderkrebsstation. Die ermöglicht den Kindern und Jugendlichen mit einer onkologischen Erkrankung in jeder freien Minute einen Gewinn an Lebensqualität, während sich vieles in ihrem Umfeld um die Krankheit dreht. Bei seinem Besuch, den sich Wulff bewusst im kleinen Rahmen und informell gewünscht hatte, begab sich das ehemalige Staatsoberhaupt direkt auf Augenhöhe mit den jungen Patienten: „Wer bist du? Ich bin Christian“, lautete seine Begrüßung. Sowohl den Kindern als auch Christian Wulff bereitete der Besuch viel Vergnügen. Zum Dank überreichten die Patienten eine Medaille, die sie in der Ergotherapie gebastelt hatten.

„Basteln ist nur eine Facette unserer ergotherapeutischen Arbeit“, sagt Ergotherapeutin Vera Gouws. „Wir unterstützen die Kinder dabei, ihre eigenen Ressourcen zu nutzen, also zum Beispiel ihre Freude, Imagination und Fantasie. Denn durch Chemotherapie und Operationen geraten viele in eine Isolation, dadurch verlieren sie zum Beispiel ihre Autonomie und Selbständigkeit. Durch ihr verändertes Äußeres sinkt zudem ihr Selbstwertgefühl, durch die Chemotherapie werden sie außerdem körperlich geschwächt.“ Ihr Kollege Rodrigo Barros ergänzt: „Wenn wir diese Ressourcen stärken, entwickeln die Kinder wieder Perspektiven und entwickeln ihre sozialen Kompetenzen. Das hilft.“ Im Repertoire haben Sie daher: Spielen, Gestalten, Quatsch machen und vieles mehr, aber auch Gefühle wie Wut und Ärger können die Kinder hier ausleben und loswerden. „Die Ergotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung unserer jungen onkologischen Patienten“, sagt der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Prof. Dr. Eckard Hamelmann.

Bei einer wohltätigen Bildversteigerung im September in der Galerie Samuelis Baumgarte in Bielefeld war Christian Wulff auf die Arbeit der beiden Ergotherapeuten aufmerksam geworden. Beindruckt von ihrer Präsentation wünschte er sich einen Besuch im Kinderzentrum Bethel, um sich selbst einen Eindruck davon zu machen. „Dem sind wir natürlich gerne nachgekommen“, sagt Chefarzt Hamelmann.

Mit etwa 60 neuaufgenommenen jungen Patienten pro Jahr gehört die Kinderkrebsstation im EvKB zu den zehn größten kinderonkologischen Zentren Deutschlands. Sie bietet eine komplette Versorgung aller onkologischen Erkrankungen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und hält stationäre, teilstationäre sowie ambulante Therapieformen vor. Die Ergotherapie auf der Station wird durch Spenden ermöglicht.


Dateien:
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