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29.05.2009

Familienhelfer auf vier Pfoten


Dorothea, Matthias und Raik Birger Doettlaff finden es klasse, dass Privatdozent Dr. Andreas Luttkus (r.), Chefarzt der Frauenklinik im Ev. Krankenhaus Bielefeld, keine Einwände gegen Assistenzhund Yoki auf der Wochenbettstation in Bethel hat. Foto: Schulz

Ohne Hund kein Baby!

Bielefeld-Bethel. Raik Birger ist da! Der Kleine wurde am 22. Mai in der Frauenklinik in Bethel geboren.

Fast wäre er das erste Kind in der knapp hundertjährigen Geschichte der Klinik gewesen, das im Beisein eines Hundes zur Welt gekommen wäre. „Bei einer natürlichen Geburt im Kreißsaal hätte ich nichts dagegen gehabt. Doch weil das Baby per Kaiserschnitt zur Welt kam, musste der Vierbeiner draußen bleiben“, so Privatdozent Dr. Andreas Luttkus, Chefarzt der Frauenklinik im Ev. Krankenhaus Bielefeld (EvKB) in Bethel.

Der Hund hatte es längst gewusst: Frauchen ist schwanger. „Wir hätten selbst darauf kommen können, denn Yoka fing an, meine Frau zu behüten“, stellt der frisch gebackene Vater Matthias Doettlaff fest. Das Ehepaar wünschte sich schon lange ein Kind. Doch immer blieben die Schwangerschaftstests negativ. „Ich war diese Ergebnisse so leid, dass ich gar keine Tests mehr gemacht habe“, erzählt Dorothea Doettlaff. Als sich der Hund ihr gegenüber aber weiterhin deutlich anders verhielt, hatte sie einen Verdacht. Der nächste Schwangerschaftstest, der dann doch wieder anstand, zeigte das ersehnte positive Ergebnis.

Yoka ist kein gewöhnlicher Hund. Er ist ein Labradoodle, eine Kreuzung zwischen Labrador und Pudel. Aber nicht das macht seine Besonderheit aus, sondern, dass er einen gutmütigen Charakter hat, sensibel und sehr begabt ist. Deshalb hat der Züchter Yoka zu einem Behindertenbegleithund ausbilden lassen. Und genau so ein Tier suchte Dorothea Doettlaff vor drei Jahren. „Ich bekomme epileptische Anfälle. Sie sind nicht schwer, aber sie kommen ohne Vorwarnung. Das hat mich in meinem Leben extrem eingeschränkt“, betont sie.

Dorothea Doettlaff  wollte ein ganz normales Leben führen. Dazu brauchte die Verwaltungsangestellte der Universität Bielefeld etwas, das sie rechtzeitig vor einem Anfall warnt. „Dann kann ich mich vorher hinlegen und falle nicht einfach um. Die Verletzungen durch die Stürze waren schon beträchtlich“, so  Dorothea Doettlaff. Das Ehepaar recherchierte im Internet und fand Yoka. Er war vier Monate alt, als er zu ihnen kam. „Wir wussten natürlich anfangs nicht, ob er Anfälle überhaupt erkennen kann. Das mussten wir ausprobieren, indem wir das Verhalten des Hundes sehr genau beobachteten“, erläutert Matthias Doettlaff.

Und Yoka machte seine Sache gut. Von Anfang an habe er jeden Anfall erkannt und angekündigt, so Dorothea Doettlaff. Beispielsweise legt er die Pfoten auf ihre Schultern und leckt ihr durchs Gesicht. „Auch stellt er sich quer zur Treppe, so dass ich nicht an ihm vorbei komme. Einmal hat er mich nicht in die Straßenbahn einsteigen lassen. Ich habe ihm vertraut, bin nach Hause gegangen und bekam tatsächlich einen Anfall.“ Seine Reaktion zeigt er exakt 29 bis 33 Minuten vorher. „Das ist ideal. Dann habe ich auf der Arbeitsstelle ausreichend Zeit, meinen Kolleginnen Bescheid zu sagen und mich hinzulegen“, so die 30-jährige.

Als Dorothea Doettlaff schwanger wurde, musste sie für eine spezielle Untersuchung in die Frauenklinik nach Bethel. Und weil Yoka sie immer begleitet und über sie wacht, musste sie vorher fragen, ob es in Ordnung sei, den Hund mitzubringen. „Dr. Luttkus am anderen Ende der Leitung hat kurz gestutzt und dann gesagt, es sei in Ordnung.“ Und weil das Ehepaar lieber dahin geht, wo auch der Hund willkommen ist, war für sie klar, dass die Entbindung in Bethel stattfindet. „Wir haben sogar mit Yoka den Kreißsaal besucht. Er wäre tatsächlich bei einer natürlichen Geburt dabei gewesen“, bestätigt Matthias Doettlaff.

Im Zimmer der Familie Doettlaff auf der Wochenbettstation im EvKB in Bethel schlafen sie nun zu viert: Papa, Mama, Raik Birger und Yoka. Und alle finden das okay. „Die Patientinnen und Besucher sind sehr interessiert. Auf Ablehnung sind wir nicht gestoßen“, so Matthias Doettlaff, der mehrmals am Tag mit dem Hund spazieren geht. Oft wird er gefragt, wie Yoka es schafft, eine halbe Stunde im Voraus den epileptischen Anfall zu erkennen. „Wir wissen es nicht und haben auch keine Vermutung. Denn er reagiert auch, wenn er in einem anderen Zimmer ist“, berichtet Matthias Doettlaff. Für ihn und seine Frau ist Yoka ein Phänomen, dem sie ganz viel zu verdanken haben  - vor allen Dingen Raik Birger. „Ohne Hund kein Kind! Das wäre viel zu gefährlich gewesen. Ich dürfte den Kleinen ja gar nicht auf dem Arm tragen“, so Dorothea Doettlaff. Sie hat Yoka beobachtet, als er dem Kleinen zum ersten Mal begegnete. Und sie freut sich riesig über seine Reaktion. „Die war ganz, ganz positiv.“

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