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13.11.2020

Geburtstag im Betheler Lohmannshof


Anneliese Figge wird am Samstag 106 Jahre alt. Foto: Paul Schulz.

Anneliese Figge wird 106

Bielefeld-Bethel. Das Jahr 1914: Das Attentat von Sarajevo löst den Ersten Weltkrieg aus, James Joyce veröffentlicht seinen berühmten „Dubliner“, die olympischen Ringe werden erfunden, und die weltweit letzte Wandertaube stirbt. Von diesen Ereignissen unbeeindruckt kommt an der Bielefelder Arndtstraße Anneliese Figge auf die Welt. Am kommenden Samstag, 14. November, feiert sie ihren Geburtstag in Bethels Pflegezentrum am Lohmannshof. Dort lebt sie seit zwölf Jahren.

Als „Gewächs aus dem Bielefelder Westen“ bezeichnet Sohn Wolfgang Figge, selbst 75 Jahre alt, seine Mutter. Hier betrieben ihre Eltern einen Papier- und Schreibwarenladen. Früh hat sie in dem Familienbetrieb mitgearbeitet, auch in der Buchhaltung. Dass sie ein ausgesprochener „Zahlenmensch“ ist, merkt man bis heute: Kopfrechnen kann sie immer noch sehr gut. Außerdem blieb ihr ein gutes Gedächtnis erhalten – unzählige Geburtstage und Telefonnummern weiß sie auswendig. Wert legt sie auf Ordnung und Struktur.

Auf Wunsch ihrer Großmutter besuchte Anneliese Figge die Handarbeitsschule in Bethel. „Ein Mädchen muss nähen können“, war deren feste Überzeugung. „Mir hat es dort gut gefallen“, erinnert sich Anneliese Figge. „Von den Diakonissen habe ich gelernt, was man für den Hausgebrauch so benötigt.“ Später arbeitete sie als kaufmännische Angestellte in Brackwede. Mit ihrem Mann Wilhelm war sie von 1936 bis zu dessen Tod 1992 verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, vier Enkel und drei Urenkel folgten.

Ein Rezept, wie man so ein hohes Alter erreicht, hat Anneliese Figge nicht. Lediglich ein „solides Leben“ sei empfehlenswert. Vielleicht liegt es doch an den guten Genen in der Familie: Ihre jüngere Schwester wird nächstes Jahr 100.


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