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12.05.2015

Gute Beispiele gesucht: Inklusion in Bethel


Aufgeräumte Optik: Bilder kommen auf der Internetseite besonders zur Geltung.

Beim Frühlingsfest hatten alle ihren Spaß.

Kameramann Matthias Cremer hielt den Auftritt im Bild fest. Der Film ist auf der Internetseite zu sehen. Fotos: Burg/Schulz

Chor Fidelio sorgt für "weite Herzen und offene Ohren"

Bielefeld-Bethel. „Bei uns geht es nicht um Defizite. Wir wollen zeigen, was man kann“, sagt Susanne Langemeier, Einrichtungsleiterin im Pflegezentrum Dissen, und strahlt über das ganze Gesicht. Denn sie weiß, dass der inklusive Chor „Fidelio“ etwas Besonderes zu Wege bringt. Wenn Bewohner, Angehörige, Nachbarn und Mitarbeitende das „Frühlingsfest“ in der vollbesetzten Cafeteria vielstimmig eröffnen, ist nicht nur Susanne Langemeier begeistert.

Das musikalische Miteinander in Dissen ist eines von vielen Beispielen für gelungene Inklusion in Bethel. Um solchen Aktionen eine Plattform zu geben, startete Bethel Anfang dieses Monats mit „anders ist normal – Bethel Inklusiv“ ein neues Internet-Projekt. Dort werden Geschichten aus der inklusiven Praxis in Bethel gesammelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – über die Internetseite www.bethel-inklusiv.de. Hier geht es um das Thema Inklusion. Neben Artikeln und Fotos werden auf der Seite manchmal auch kurze Filme präsentiert – je nachdem, welches Medium für welche Geschichte am besten geeignet ist. Der Fidelio-Auftritt beim Frühlingsfest wurde in bewegten Bildern samt Ton festgehalten, Beteiligte kommen vor der Kamera zu Wort. „Den Leuten gibt das Mut und Freude, wenn sie singen“, sagt Ruth Frauens, Nachbarin des Pflegezentrums, im Interview.

Geschichten wie diese mitten aus dem Leben anschaulich zu erzählen – so lautet, kurz zusammengefasst, der selbstgesetzte Auftrag von „Bethel inklusiv“. Dabei werden alle Lebensbereiche – Bildung, Arbeit, Wohnen und Freizeit – berücksichtigt. Diese vier Rubriken finden sich auch auf der Internetseite wieder, hinzu kommt eine fünfte Kategorie: „Mitmachen“. Hier können die Besucher der Internetseite von ihren eigenen Projekten, Erfahrungen und Erlebnissen rund um das Thema Inklusion berichten und Fotos hochladen.

„Wir sind überzeugt, dass sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch Klientinnen und Klienten über viel Wissen und breite Erfahrungen zum Thema Inklusion verfügen. Sie wissen sehr viel darüber, wie Inklusion in der Praxis umgesetzt werden kann und engagieren sich mit großem Einsatz“, sagt Prof. Dr. Günther Wienberg. Er ist im Bethel-Vorstand ist für die Kampagne verantwortlich. In und um Bethel gäbe es bereits viele gute Beispiele gelungener Inklusion, ist Prof. Dr. Wienberg überzeugt. „Wir wollen diese Geschichten erzählen und zeigen, wie und wo Inklusion in Bethel stattfindet – auch als Ansporn und Ideenbörse.“

Zurück in Dissen: Hier ist Fidelio mittlerweile eine feste Institution. Jeden Freitag, Punkt 16 Uhr, versammeln sich 30 Menschen zum gemeinsamen Singen. „Wir sind altersmäßig total gemischt und haben bei uns sowohl über 90-Jährige als auch 30- bis 40-Jährige“, freut sich Chorleiterin Barbara Brune, die auch als Pflegehelferin in der Einrichtung tätig ist. Sie hat festgestellt: „Wenn Herzen weit sind und Ohren offen, dann können wir tolle Dinge tun.“


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