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30.11.2010

Hans-Friedrich Hofacker geht in den Ruhestand


Hans-Friedrich Hofacker

…lieber für Menschen als für Sachen arbeiten 

Marburg/Bielefeld-Bethel. „Ich wollte immer lieber für Menschen als für Sachen arbeiten!“ Mit diesem Bekenntnis beschreibt Hans-Friedrich Hofacker den Grund, warum er als Diplom-Kaufmann nach seinen ersten Berufsjahren in die Diakonie und nicht in die Wirtschaft gegangen ist. Am 1. Dezember beginnt für den langjährigen Finanzvorstand der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel mit gut 63 Jahren der Ruhestand. Seit fast elf Jahren trug Hans-Friedrich Hofacker im Bethel-Vorstand die Verantwortung für den Finanzbereich. Vor der Zeit in Bethel war der gebürtige Schwabe, der seit 1978 mit seiner Familie in Marburg zu Hause ist, bereits über 16 Jahre in leitenden Positionen im Hessischen Diakoniezentrum Hephata in Schwalmstadt tätig.  

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität des Saarlandes war Hans-Friedrich Hofacker dort von 1974 bis 1978 wissenschaftlicher Mitarbeiter und wechselte dann zum Klinikum der Philipps-Universität Marburg. Dort arbeitete er zunächst im Planungsstab und schließlich als Leiter des Rechnungswesens. 1983 folgte der Wechsel in die Diakonie als Verwaltungsleiter, ab 1991 als Vorstand in Hephata. 1999 schließlich kam Hans-Friedrich Hofacker von Hessen nach Westfalen und trat in den Vorstand der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel ein. Seinen beruflichen Weg nennt Hofacker folgerichtig und konsequent, „das war auch eine glückliche Fügung, ich komme aus einer bewusst evangelischen Familie, habe im evangelischen Internat Abitur gemacht, Zivildienst in der Diakonie in Stuttgart geleistet.“ Und schließlich seien er und seine Ehefrau Susanne, sehr kirchenverbunden. 

In seiner Vorstandstätigkeit in Bethel über elf Jahre hatte Hans-Friedrich Hofacker die Schwerpunkte Finanzen, Steuern, Betriebswirtschaft, Informationstechnik und Betriebe. Gefragt nach der Bedeutung des Finanzbereichs für Bethel überlegt er nur kurz und ordnet die Finanzen dann klar den Inhalten, der diakonischen Arbeit, unter: „Um die Arbeit leisten und sie weiter entwickeln zu können sind aber solide Finanzen und eine gute wirtschaftliche Lage des Unternehmens die Voraussetzung.“  

Die letzten Jahresbilanzen von Bethel zeugen von einer erfolgreichen Arbeit. Das diakonische Unternehmen Bethel mit Hauptsitz in Bielefeld und zahlreichen Einrichtungen in insgesamt sechs Bundesländern hatte 2009 ein positives Jahresergebnis von knapp acht Millionen Euro und auch die Bilanz für 2010 fällt voraussichtlich ähnlich gut aus. „Das Spannende an der Arbeit in Bethel,“ betont der Finanzvorstand, „ist die Bandbreite der vorkommenden Themen, hier ist aufgrund der Vielfalt der Angebote fast der gesamte soziale Bereich abgebildet.“ Bethel behandelt und unterstützt kranke, behinderte und sozial benachteiligte Menschen, hat zudem einen großen Ausbildungs- und Berufsförderbereich sowie Werkstätten für behinderte Menschen.  

In die Zeit der Mitverantwortung von Hans-Friedrich Hofacker im fünfköpfigen Bethel-Vorstand fällt der Aufbau neuer Einrichtungen in Berlin sowie die Übernahme eines großen evangelischen Krankenhauses dort seit 2001. Ebenso wurde die Arbeit Bethels in Niedersachsen mit der Übernahme des Birkenhofes in Hannover 2007 ausgeweitet. Der Ausbau der Altenhilfe und der Arbeit in Brandenburg, ausgehend von den mit Bethel verbundenen Hoffnungstaler Anstalten Lobetal waren weitere Entwicklungen, für die Hans-Friedrich Hofacker mit verantwortlich zeichnet.  

„Trotz der zur Zeit schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen für die Altenhilfe finde ich diese Angebote ganz wichtig, denn die Diakonie darf die alten Menschen nicht alleine lassen, zumal gerade sie häufig noch der Kirche nahe stehen,“ betónt Hofacker.  

Und wie sieht Hans-Friedrich Hofacker die Zukunft des Sozialen und damit die Zukunft der Wohlfahrtspflege? „Die Fragen der Einwanderung und der Integration werden entscheidend sein“, unterstreicht er. Dabei gehe es auch um die Gewinnung von Mitarbeitenden für den sozialen Bereich, vor allem aber um die Integration gut ausgebildeter Fachleute für die deutsche Wirtschaft. Denn nur wenn die weiter floriere und den hohen Exportanteil halten könne, würde das Geld für eine soziale Marktwirtschaft verdient. 

Nach Jahren der Wochenendehe zwischen Bielefeld und Marburg ist jetzt die Zeit komplett für die Ehefrau, eine Apothekein, und die Familie da. Die vier Kinder gilt es häufiger zu besuchen in Zürich, Fulda, Paderborn und London und für Bastian und Marlene, die Enkelkinder , da zu sein. Radtouren mit Ehefrau Susanne, Muße für viele noch nicht gelesene Bücher und Ausflüge und Fahrten zu Kunstausstellungen sind ebenfalls geplant. Und dann gibt es ja doch noch die eine oder andere Aufsichtsratstätigkeit in diakonischen Unternehmen jenseits der Ruhestandsgrenze für Hans-Friedrich Hofacker.

 


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