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08.07.2019

Hansmartin Koch, stellv. Schulleiter am Kerschensteiner Berufskolleg, geht in den Ruhestand


Foto: Christian Weische

„Diese Arbeit war das ganz große Glück meines Lebens“

Bielefeld-Bethel. 36 Jahre war er engagierter Lehrer am Kerschensteiner Berufskolleg in Bethel, davon 24 Jahre stellvertretender Schulleiter – jetzt geht Hansmartin Koch in den verdienten Ruhestand. „Diese Arbeit war das ganz große Glück meines Lebens“, sagt der Förderschullehrer. Am Mittwoch, dem 10. Juli, wird er von Pastorin Johanna Will-Armstrong, Vorstandsmitglied der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, und Barbara Manschmidt, Geschäftsführerin im Stiftungsbereich Schulen, verabschiedet.

„Mit Martin Koch hatten wir den richtigen Kollegen am richtigen Ort: als Sonderpädagoge hatte er einerseits die individuelle Förderung jedes Schülers und jeder Schülerin im Blick und andererseits immer den Anspruch, dass sich jeder und jede in der Schulgemeinschaft wohlfühlen konnte“, sagt Barbara Manschmidt.

Dass Hansmartin Koch, der in Bethel geboren wurde und in einem christlich geprägten Elternhaus aufwuchs, auch seine berufliche Laufbahn in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel absolvieren würde, war keinesfalls selbstverständlich. Nach dem Abitur am Ratsgymnasium hatte ihn der Zivildienst zunächst nach Hannover verschlagen. Dort arbeitete er im Annastift in einem Wohnheim für körperlich schwerstbehinderte Menschen. „Das war eine sehr wertvolle und prägende Zeit“, erinnert sich Hansmartin Koch. Nach seinem Studium in Lernbehindertenpädagogik und Sport in Hannover leistete er sein Referendariat in Bremen an einer staatlichen Förderschule ab. „In dieser Zeit wurden Lehrer aber eher entlassen, es war nicht leicht, eine Stelle zu finden.“ Initiativ bewarb er sich in der gesamten Republik und fragte so auch persönlich in Bethel an, wo 1983 zufällig gerade ein Förderschullehrer gesucht wurde. „Das war wie eine Fügung zur rechten Zeit“, sagt der 65-Jährige.

Am Kerschensteiner Berufskolleg erhalten junge Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen im Rahmen des Dualen Systems eine Berufsausbildung und werden zudem in der Entwicklung der Persönlichkeit gefördert. „Viele unserer Schüler hatten, bevor sie zu uns kamen, so endlos viele Misserfolge und schwierige Biografien. Bei uns haben sie die Möglichkeit, endlich aus sich rauszukommen und Erfolge zu feiern. Das ist einfach toll!“, beschreibt Hansmartin Koch die Faszination seiner Arbeit. Mit viel Wehmut verlässt er darum sein Kerschensteiner Berufskolleg. „Aber da ist auch Vorfreude, auf alles was kommt“, sagt der Vater von erwachsenen Zwillingen, der auch zukünftig in der Region bleiben wird. Endlich hat er Zeit fürs Mountainbiken, zum Lesen und Fotografieren. Leise wird es jedenfalls nicht werden um Hansmartin Koch: „Ich habe mir einen Jugendtraum erfüllt und ein Schlagzeug gekauft.“


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