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09.06.2011

Haus Elim bietet Pflege für Junge an


Ralf Fröhlich bekommt nicht nur regelmäßig Besuch von seiner Mutter Elfriede, sondern auch von seinen Kumpels vom Motorradclub.

In der kleinen Küche im Wohnbereich „Junge Pflege“ wäscht Michael Zimmermann Geschirr ab – auch das der anderen Bewohner. Weil er es so liebt, zu spülen. Fotos: Reinhard Elbracht

Rock´n‘ Roll im Altenheim 

Detmold/Bielefeld-Bethel. In der Zimmerecke steht eine Schaufensterpuppe. Jemand hat ihr Motorrad-Kleidung angezogen. Die Stiefelspitzen sind abgewetzt. Das kommt von den waghalsigen Rennen im unwegsamen Gelände. „Mein Sohn war ein leidenschaftlicher Motocrossfahrer“, sagt Elisabeth Fröhlich. Doch es war kein Unfall, der seine Zukunftspläne und Hoffnungen zunichte machte, sondern eine schwere Erkrankung. Mit 35 Jahren ist Ralf Fröhlich, der aus Detmold kommt, auf umfassende Pflege angewiesen und wohnt deshalb im Haus Elim.  

In Bielefeld-Eckardtsheim steht das Altenheim Haus Elim. Ralf Fröhlich ist eigentlich viel zu jung für so eine Einrichtung. Aber es gibt keine Alternative, weil nur Mitarbeitende in Altenheimen die Fachlichkeit für hohe Pflege besitzen, die er benötigt. „Die Pflege ist bei alt und jung gleich. Die Bedürfnisse sind jedoch ganz andere. Jüngere Menschen hören Rockmusik, essen Pizza und wollen Cola trinken“, sagt Katharina Schmidt. Sie ist die Leiterin des neuen Wohnbereichs im Haus Elim, der speziell auf junge Menschen mit hohem Pflegebedarf ausgerichtet ist.  

Jetzt wurde die „Junge Pflege“ mit zwölf Plätzen eingeweiht. Fünf Menschen im Alter zwischen 35 und 60 Jahren haben schon ihre Zimmer bezogen. „Der Bedarf an diesen Plätzen ist steigend, und das Team in Elim ist erfahren in anspruchsvoller Pflege“, so Einrichtungsleiter Lars Kozian. Im Altenheim Haus Elim gibt es insgesamt 89 Plätze. Neben den zwölf neuen Plätzen in der „Jungen Pflege“ werden noch 55 Plätze für Menschen mit gerontopsychiatrischen Beeinträchtigungen, demenzieller Erkrankung und schwerer körperlicher Pflegebedürftigkeit angeboten sowie 22 Plätze für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen.  

Michael Zimmermann aus Bielefeld lebt schon seit einiger Zeit im Haus Elim. Der 47-Jährige findet es gut, dass noch mehr Männer und Frauen in seinem Alter einziehen werden, und sie einen eigenen Bereich haben, der rein optisch moderner wirkt. Für Michael Zimmermann ist Haus Elim vielleicht nur eine Übergangslösung. Die vielen intensiven Behandlungen, wie Musik-, Ergo- oder tiergestützte Therapie, haben seine Fähigkeiten derartig verbessert, dass er bereits in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten kann. Wenn er weiterhin gute Fortschritte macht, kann er später in eine betreute Wohngruppe umziehen. 

Sich so weit zu entwickeln wie Michael Zimmermann, das wäre für ihren Sohn ein riesiger Schritt vorwärts, sagt Elfriede Fröhlich. Ralf Fröhlich hat einen Hirntumor, bekam epileptische Anfälle und sogar Schlaganfälle. Viele seiner Fähigkeiten hat er seitdem verloren. Alleine leben kann er nicht mehr. Er ist auf den Rollstuhl angewiesen, ist auf einem Auge blind und hat Schwierigkeiten beim Sprechen. „Ich hätte ihn ja gerne bei mir zu Hause. Aber er will nicht. Er scheint sich hier wohl zu fühlen“, zeigt seine Mutter Verständnis.  

Ralf Fröhlich ist Mitglied in einem Motorradklub. Die Biker-Gemeinschaft hält zusammen. Seine alten Freunde lassen ihn auch jetzt nicht im Stich. Immer wieder parken vor Haus Elim auffallend viele schwere Motorräder. Die stellen seine Besucher dort ab. „Ralf Fröhlich ist hier zu Hause. Wenn seine Gäste im Sommer mit ihm im Garten grillen wollen, dann ist das super“, freut sich Lars Kozian auf die neue Lebendigkeit im Haus Elim.


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