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12.03.2013

HEP-Projekte in Bethel


Janek Berenbrinker (l.) macht die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger in Bethel. Beim Kunstprojekt unterstützte er das Team mit Natalie Tanus (2.v.l.), Axel Beckmann und Lisa Tollkien.

Jennifer Zimmermann (2.v.l) und Jill Brinkmann malen Diskokugeln. Wenn sie Hilfe brauchen, fragen sie den HEP-Auszubildenden Janis Berger. Fotos: Paul Schulz

Nicht zu cool für so etwas!

Bielefeld-Bethel. Umgangssprachlich heißt es „HEP“. Das ist die Kurzform für Heilerziehungspflege. Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger begleiten und assistieren Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen im Alltag. Sie sorgen dafür, dass sie trotz ihrer Einschränkungen ein gutes Leben führen können. Auch in Bethel gibt es eine Fachschule für Heilerziehungspflege. Im zweiten Ausbildungsjahr findet immer eine Projektphase statt. Dann organisieren die Schülerinnen und Schüler Aktionen, die Menschen in Bethel zugutekommen, wie die gemeinsame Kunstaktion von Menschen mit Behinderung und von Realschülerinnen Anfang März.

„Das sind doch keine Bäume. Das sind Disko-Lampen“, berichtigt Jennifer Zimmermann empört. Die 25-jährige behinderte Frau hat zusammen mit ihrer Malpartnerin Jill Brinkmann große bunte Kugeln zu Papier gebracht. Jill besucht die Realschule in Bethel. Sie und vier weitere Mitschülerinnen haben sich für das Projekt in der Fachschule für Heilerziehungspflege gemeldet. „Wir besuchen die neunte Klasse. Natürlich denken wir schon über unsere Berufswünsche nach“, sagt Jill. „Ich kann mir durchaus etwas mit Kindern oder auch mit Menschen mit Behinderung vorstellen. Deshalb bin ich hier.“

Axel Beckmann macht auch mit bei dem Projekt. Der 33-jährige ist behindert und wohnt in Bethel. Malen ist sein Hobby. Deshalb hat er sofort zugesagt, als ihn die Auszubildenden der Fachschule für Heilerziehungspflege gefragt haben. Und Axel Beckmann hat Glück. Denn ihm stehen gleich zwei Schülerinnen zur Seite. „Die beiden haben ganz tolle Ideen“, schwärmt er. Auf dem Papier entstehen das blaue Meer, die gelbe Sonne und Palmen am Strand. „Das Rote sind die Krebse“, freut er sich über die lustigen Details, die Lisa Tollkien und Natalie Tanus eingefügen. Auch sie haben richtig Spaß an dem kreativen Austausch. „Wir gehen in Bethel zur Schule, aber Kontakt zu Menschen mit Behinderung haben wir fast nie“, sagt Lisa. „Ich hatte einfach mal Lust, sie kennen zu lernen.“

„Farbenfluss - Grenzen verwischen“ heißt das Kunstprojekt. Dafür haben die Auszubildenden einen großen Raum zum Atelier umgestaltet. Von Wasser- bis Fingerfarben, Pinsel bis Schwämmen haben sie alle möglichen Materialien zusammengetragen, damit sich die Gruppe künstlerisch „austoben“ kann. „Mit dieser Aktion bringen wir Jugendliche einer Regelschule und Menschen mit Behinderung zusammen. So fördern wir die Inklusion, das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung“, erläutert die HEP-Auszubildende Svenja Eigelshoven. Insgesamt führen die Auszubildenden zurzeit fünf Projekte durch. Neben dem Kunstangebot bieten sie noch ein Anti-Mobbingprogramm, Biografiearbeit, eine Ausstellung mit Fotos von Menschen mit Behinderung und die Neugestaltung eines Raumes an.

Die Kunstaktion wird von fünf HEP-Auszubildenden geleitet - vier Männern und einer Frau. Für die Teilnehmerseite konnte in der Realschule Bethel hingegen kein einziger junger Mann gewonnen werden. „Das finde ich nicht verwunderlich“, zeigt Svenja Eigelshoven Verständnis. „Männer sind mit 15 Jahren viel zu cool für so etwas.“ Erst ein paar Jahren später wachse das Interesse, mit Menschen zu arbeiten, bestätigt der angehende Heilerziehungspfleger Tim Linnemann. Der gelernte Industriemechaniker arbeitete während seines Zivildienstes in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. „Ich habe gemerkt, dass ich dort zufriedener war als in meinem alten Job. Jeder Tag brachte etwas Positives.“ Er habe die richtige Wahl getroffen, sagt der 23-Jährige. Die Ausbildung ist breit aufgestellt, und die Berufschancen sind zurzeit gut.


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