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21.09.2017

Karrierechancen in Bethel


Die diakonische Identität ist Alina Kruel wichtig.

Markus Bachmann unterstützt Torsten Roßmann bei bürokratischen Herausforderungen.

Am Betheler Berufskolleg fühlt sich Björn Bröckling wohl.

Ida Kloster leitet das ambulante Pflegeteam, das ältere Menschen in den eigenen vier Wänden unterstützt. Fotos: Reinhard Elbracht

Gut vorbereitet für das Berufsleben

Bielefeld-Bethel. Schon mit dem Abitur einen exakt vorgeplanten Berufsweg vor Augen? Bei manchen jungen Menschen ist das so – bei anderen gibt ein „Hinweis über den Gartenzaun“ den Ausschlag. Letzterer führte Markus Bachmann zunächst in ein Studium der „Diakonie im Gemeinwesen“, an das sich eine spannende Tätigkeit als Sozialarbeiter und Diakon in Bethel anschloss.

„Meine Eltern sind beide Diakone. Natürlich wäre es naheliegend gewesen, ihrem Vorbild zu folgen“, blickt Markus Bachmann zurück. Doch er wollte zunächst einen anderen Weg einschlagen: Er zog weg aus Bielefeld und begann ein Lehramtsstudium, mit dem er allerdings nicht glücklich wurde. Gleichzeitig jobbte er in einem Kino, bis ihn ein „nachbarschaftlicher Tipp“ auf einen Nebenjob in Bethel hinwies. So wurde er zunächst zum Wochenendhelfer im Haus Regenbogen, dann kam ihm der Gedanken, einen sozialen Beruf einzuschlagen. Heute arbeitet Markus Bachmann in der Betheler Wohnungslosenhilfe und unterstützt Menschen in schwierigen Lebenssituationen, meist mit Suchthintergrund, psychischen Erkrankungen oder von Obdachlosigkeit betroffen. Das findet er spannend: „Meine Tätigkeit ist extrem abwechslungsreich. Kein Tag ist wie der andere.“ Da soziale Schwierigkeiten ein weites Feld seien, müssten stets individuelle Lösungen für die individuellen Probleme seiner Klienten gefunden werden. Allerdings benötige man eine große Offenheit gegenüber „Menschen, die in Auftreten und Erscheinung nicht den gesellschaftlichen Standards entsprechen“, so der 28-jährige Bielefelder.

Nicht über ein „Gartenzaungespräch“, sondern – ganz klassisch – über ein Praktikum hat Alina Kruel nach Bethel gefunden. In der Abteilung „Bildung & Beratung Bethel“ lernte die junge Frau aus Oerlinghausen ihren zukünftigen Arbeitgeber kennen. Heute arbeitet sie hier in der Verwaltung, betreut Seminare und Veranstaltungen. Ein duales Studium an der Fachhochschule der Diakonie (FHdD) hat sie auf ihre Aufgaben vorbereitet: Sie ist gelernte Kauffrau im Gesundheitswesen, und hat begleitend Betriebswirtschaft studiert. Die diakonische Identität ihres Arbeitgebers ist ihr wichtig: „Ich spüre das auch in meiner täglichen Arbeit.“

Bereits parallel zum Abitur absolvierte Björn Bröckling eine Erzieherausbildung. Darauf folgte ein Studium der Sozialpädagogik und evangelischen Religionslehre in Dortmund. Zwar war nach dem Referendariat in Beckum zunächst nicht geplant, nach Bielefeld zurückzukehren. Ein Stellenangebot in Bethel, als Berufskolleg-Lehrer selbst Erzieher auszubilden, war doch verlockend: „Ich habe es auch nicht bereut. Das Kollegium ist klasse, und das ist mir wichtig. Wir Lehrer sind weniger Einzelkämpfer als viele annehmen.“ Dem 36-Jährigen gefällt die Mischung aus theoretischem Unterricht und fachspezifischen Besuchen – und der unmittelbare und gute Kontakt zu seinen Schülern: „Darunter sind viele, die negative Vorerfahrungen mit dem Ausbildungssystem mitbringen. An unserer Schule merken sie, dass wir ein aufrichtiges Interesse an ihnen haben, sie ernst nehmen und fördern wollen. Denn wir lernen sie nicht nur aus der Unterrichtsperspektive, sondern auch im praktischen Einsatz in ihrem späteren Berufsfeld kennen.

Auch Ida Kloster kennt die Praxis gut. Eine Ausbildung als Kinderkrankenschwester in Bethel war ihr Einstieg ins Berufsleben. Heute leitet sie das ambulante Pflegeteam in Bethel, das sich um die Versorgung erwachsener, oftmals älterer Menschen kümmert. Zu ihren Aufgaben zählt die Steuerung der Einsätze der Pflegekräfte, die Menschen zuhause besuchen, sowie die Beratung von Klienten und ihren Angehörigen. „Es ist viel Organisatorisches zu erledigen. Wir pflegen den Kontakt zu den Hausärzten, und beraten bei Hilfsmitteln und Medikation. Vielen Menschen müssen wir zunächst erklären, worauf sie überhaupt Anspruch haben.“ Was sie zufrieden macht: Dank einer guten Betreuung können viele Menschen länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben.

Für ihre Leitungsaufgabe qualifizierte sie ein berufsbegleitendes Studium „Management im Sozial und Gesundheitswesen“ an der FHdD. Schon während des über acht Semester verlaufenden Studiums wechselte sie in ihre heutige leitende Tätigkeit. Das berufsbegleitende Studium habe zwar Selbstdisziplin und Zeitmanagement erfordert, dafür habe sie „von dem Wechselspiel aus Theorie und Praxis“ profitiert. Von der Fachhochschule am Standort Bethel ist sie begeistert. „Hier treffen sich junge Menschen direkt aus der Ausbildung und erfahrene Kräfte, die bereits seit 30 Jahren im Beruf sind. Was ich ganz toll finde, ist wie gut der Austausch über Hierarchieebenen hinweg funktioniert. Es diskutieren Berufsanfängerinnen mit Geschäftsführern. So lernt man unterschiedliche Blickwinkel kennen.“

Über die Vielzahl beruflicher Perspektiven in Bethel informiert jetzt ein Bildungscamp für junge Menschen. Vom 23. bis zum 25. Oktober 2017 begleiten die Moderatoren Alina Kruel und Björn Bröckling rund 750 Teilnehmende zwischen 16 und 25 Jahren durch ein abwechslungsreiches Programm. Im Rahmen des Bildungscamps finden Workshops statt, in denen sich zahlreiche Akteure aus Bethel vorstellen. Sie gewähren Einblicke aus erster Hand in die verschiedenen Arbeitsfelder und Berufsgruppen, die in Bethel eine Rolle spielen – Handwerk, Verwaltung, Pflege und Betreuung sind vertreten. Außerdem werden umfassende Informationen angeboten zu den in Bethel wichtigen Themenfeldern des Sozial- und Gesundheitswesens. Abschließend am Dienstagabend laden die Veranstalter zu einer großen Party mit Streetfood, Live Band und DJ ein.

Informationen und Anmeldung: http://bildung-bethel.de/


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