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19.01.2017

Kinderchirurgie in Bethel sammelt für Polio-Impfungen


Abgedreht: Für das Team der Kinderchirurgie im EvKB sind Flaschendeckel ein probates Mittel bei der weltweiten Ausrottung der Kinderlähmung. Dr. Michael Barthel, Birgit Angel, Kerstin Kukat und Leon Brinker (v.l.n.r.) sammeln weiter. Foto: EvKB

Abgedreht: Mit Flaschendeckeln gegen Kinderlähmung

Bielefeld-Bethel. Deckel von Getränkeflaschen landen häufig in der Wertstofftonne oder werden bei der Pfandrückgabe gemeinsam mit den Flaschen abgegeben. Dabei lässt sich mit ihnen weit besseres erreichen: Die Klinik für Kinderchirurgie, die zum Kinderzentrum Bethel im Ev. Krankenhaus Bielefeld (EvKB) gehört, sammelt die Verschlüsse und unterstützt damit die Finanzierung von Impfstoffen gegen Kinderlähmung und damit die weltweite Ausrottung des Poliovirus‘.

„Kinderlähmung – in Fachkreisen Polio genannt – ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch persönlichen Kontakt und verunreinigtes Wasser übertragen wird“, erklärt Dr. Michael Barthel, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie. „Das Virus befällt das Rückenmark und verursacht Lähmungserscheinungen, die Infektion kann auch schlimme Spätfolgen haben oder tödlich verlaufen.“ Anders als der Begriff Kinderlähmung verheißt, können auch Erwachsene daran erkranken. Eine Heilung gebe es nicht, wohl aber einen wirksamen Impfschutz, den in Deutschland und fast überall auf der Erde jedes Kind erhält, so der Chefarzt.

Aber eben nur fast. Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation, den Poliovirus durch Impfungen vollständig auszurotten, ist beinahe erreicht: Zurzeit tritt Polio gehäuft nur noch in drei Ländern auf: in Nigeria, Pakistan und Afghanistan. Um jetzt dabei zu helfen, beim Kampf gegen das Virus im Wortsinne endgültig den Deckel drauf zu machen, hat das Team der Kinderchirurgie im Sommer mit der Sammlung begonnen. Die Deckel sind aus hochwertigem, recyclingfähigem Kunststoff, den die Rotary-Stiftung sammelt und mit dem Erlös die Impfungen finanziert. 500 Flaschendeckel ergeben ein Kilogramm Kunststoff – genau so viel, um eine Impfdosis zu bezahlen. Mit 50 Millionen Flaschendeckeln hat die Stiftung im Dezember eine besondere Marke geknackt und damit bereits 100.000 Schluckimpfungen ermöglicht. Die Klinik für Kinderchirurgie hat innerhalb der vergangenen sechs Monate 97.000 Flaschendeckel gesammelt und damit zur Impfung von 194 Kindern beigetragen. „Und gesammelt wird weiter!“, kündigen Stationsassistentin Kerstin Kukat und Praktikant Leon Brinker an, die sich für die Sammelaktion engagieren.

„Mit unserer Aktion stehen wir in einer guten Tradition Bethels“, so Dr. Barthel. ‚Sammelt die Brocken, auf das nichts umkomme!‘ rief Pastor Friedrich von Bodelschwingh im Jahr 1890 auf, als er die Brockensammlung eröffnete. „Wir erreichen damit etwas sehr wichtiges“, ergänzt Birgit Angel, pflegerische Klinikleitung.

Über Abgabestellen informiert die Internetseite www.deckel-gegen-polio.de. Wichtig: Nur Kunststoffdeckel und -verschlüsse von Getränkeflaschen und -kartons z. B. von Limonaden-, Saft- und Wasserflaschen oder Saft- und Milchkartons werden gesammelt. Ganze Flaschen können nicht zur Sammlung beitragen. Das Pfand für die Flaschen wird auch ohne die Deckel herausgegeben.

» www.evkb.de/kinderchirurgie

» www.deckel-gegen-polio.de


Dateien:
flaschendeckel_kc_2016.JPG (2.5 MB)
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