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25.02.2015

Konfirmanden engagieren sich für die Betheler Werkstatt am Bullerbach


Berkan Hangül ist begeistert von dem Kettcar. Pastorin Susanne Schubring (r.) hat das Dreirad gemeinsam mit den Konfirmanden und im Beisein von Sabine Prybylski (2. v. r.) übergeben. Foto: Gunnar Kreutner

Kettcar mit "anvertrauten Talenten" erwirtschaftet

Bielefeld-Eckardtsheim. Mit leuchtenden Augen und sichtlich stolz kurvt Berkan Hangül auf seinem neuen „heißen Ofen“ durch die Räume der Werkstatt am Bullerbach in Bielefeld-Eckardtsheim. Die Überraschung der Gäste, 15 Konfirmanden der Ev. Zionsgemeinde Bethel, ist offensichtlich gelungen. Der 27-jährige behinderte Werkstatt-Beschäftigte freut sich sehr über das gespendete Kettcar, mit dem er in Zukunft auch kleinere Botendienste übernehmen kann.

Die Konfirmanden erwirtschafteten das rund 700 Euro teure Kettcar nahezu vollständig alleine – und zwar mit dem Einsatz von 5 Euro Startkapital. Denn das war die Aufgabe, die ihnen die Pastorin der Zionsgemeinde, Susanne Schubring, im Konfirmanden-Unterricht gestellt hatte. Im Rahmen einer Unterrichtseinheit unter dem Titel „Diakonie“ beschäftigten sich die Jugendlichen mit dem Gleichnis von den anvertrauten Talenten im Neuen Testament. In dem Gleichnis vertraute ein Mann seinen Dienern sein Vermögen – seine „Talente – an, damit sie es in seiner Abwesenheit sinnvoll einsetzen und vermehren. Das Gleichnis diente als Anregung für die Aktion. Die Konfirmanden erhielten jeweils 5 Euro als „Talente“. Mit kreativen Ideen vermehrten sie ihr Geld. „Dabei waren sie sehr einfallsreich und engagiert“, berichtet Pastorin Schubring.

Marie Anstötz beispielsweise tat sich mit einer Freundin zusammen und kaufte von ihrem Startkapital Meersalz und bestimmte chemikalische Zusätze. „Daraus haben wir dann Badewasser-Kugeln hergestellt. Außerdem haben wir noch Schoko-Crossies gemacht. Beides haben wir nach Gottesdiensten verkauft“, erzählt die 14-Jährige. Sage und schreibe 210 Euro nahmen die Freundinnen ein.

Andere Konfirmanden boten sich zum Beispiel in ihrer Nachbarschaft als Arbeitskräfte an und fegten Hauseinfahrten. Andere  haben Käsekuchen gebacken und verkauft. Letztlich kamen durch die Aktion 425 Euro zusammen – die 75 Euro Startkapital der 15 Konfirmanden nicht mit eingerechnet. Da das Kettcar 700 Euro kostete, glichen die Presbyter der Zionsgemeinde die Differenz aus.

Ein wichtiges Ziel der Aufgabe war es, mit den vermehrten „Talenten“ einem anderen Menschen zu helfen. „Weil wir bei einem Diakonietag mal die Werkstatt am Bullerbach besucht hatten, kam den Konfirmanden die Idee, hier jemandem eine Freude zu machen“, so Pastorin Schubring.

Berkan Hangül kann zwar laufen, aber es fällt ihm schwer. In der Werkstatt nutzt er darum überwiegend einen Rollstuhl, um sich fortzubewegen. Da das Kettcar ein Zweisitzer sei, ermögliche es ihm noch mehr Mobilität, sagt Abteilungsleiterin Diakonin Sabine Prybylski. „In Begleitung eines Mitarbeitenden und mit einem kleinen Anhänger kann Herr Hangül nun auch Material transportieren und kleinere Botendienste für uns machen.“


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