v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
 
Spenden
Suchen
13.05.2019

Kurorchester Staatsbad Salzuflen spielt im Kinderhospiz Bethel


Hannah Schröder (im Rollstuhl) spürt, obwohl sie fast taub ist, die tiefen Klänge des Cellos. Cellist Làszlò Szabò vom Staatsbad Salzuflen Orchester spielt für sie und Hannahs Mutter Barbara aus der Zauberflöte. Im Hintergrund stehen Ulrike Lübbert und Rene Meistrell vom Kinderhospiz Bethel. Foto: Johann Vollmer

Hannah erlebt Spurenelemente des Glücks

Bielefeld-Bethel. Als die Schwingungen der ersten Töne von Mozarts Zauberflöte Hannahs Körper durchdringen, strahlt die junge Frau plötzlich auf. Hannah ist fast blind und taub. Nahezu regungslos liegt sie im Musikzimmer des Kinder- und Jugendhospizes Bethel in ihrem Rollstuhl. Und doch erreicht sie die Musik des Kurorchesters Staatsbad Salzuflen tief im Innern. „Das sind Spurenelemente des Glücks!“, sagt ihre Mutter Barbara Begge-Schröder sichtlich bewegt.

Das Kinderhospiz Bethel unterstützt Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Krankheiten und deren Angehörige in ihrer schweren Lebenssituation. Zwei- bis dreimal im Jahr ist die 20-jährige Hannah, die eine Stoffwechselerkrankung hat, hier zu Gast. Zum Muttertag hatte das Staatsbad Salzuflen ein besonderes musikalisches Geschenk ermöglicht. „Ich bin als Mutter einfach sehr gerührt. Heute hat man gesehen, wie wichtig Musik ist. In diesen Momenten merkt man, wie unglaublich glücklich Hannah sein kann“, erzählt Barbara Begge-Schröder. „Bei aller Schwere im Leben gibt es doch auch immer wieder diese kleinen leichten Momente“, sagt die Mutter dankbar.

„Wir arbeiten hier sehr viel und sehr gerne mit Musik. Aber so eine Aktion ist wirklich etwas Außergewöhnliches“, freut sich Hospizleiterin Ulrike Lübbert. Die Idee, ein kleines Ensemble des Orchesters ins Kinderhospiz zu bringen, war bei einer Spendenübergabe im vergangenen Jahr entstanden. Bei einem Benefiz-Golfturnier des Staatsbads Salzuflen waren 16.000 Euro zusammengekommen. „Wir wollten gerne etwas geben, was über die finanzielle Hilfe noch hinausgeht. Und unser Kurorchester war sofort begeistert von der Idee“, sagt Stefanie Gräbner vom Staatsbad Salzuflen.

Für Georg Kovàcs, der seit 26 Jahren das „Staatsbad Salzuflen Orchester“ leitet, war das Konzert eine Premiere. „Das war heute kein normaler Tag für uns. Alle Musiker wollten die wichtige und beeindruckende Arbeit, die hier im Kinderhospiz geleistet wird, unbedingt unterstützen. Musik hat die Kraft, die Seele zu befreien, und wenn es nur für eine kurze glückliche Stunde ist“, sagt der Klarinettist, der mit sieben ungarischen Profimusikern angereist war. „Wir haben lange überlegt, was wir spielen. Mozarts Zauberflöte ist die allerschönste Musik, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen berührt.“ Unterstützt wurden die Musiker von Musiktherapeutin Anna Bergemann aus dem Kinderhospiz Bethel, die kindgerecht die märchenhafte Reise vom Vogelfänger Papageno und Prinz Tamino erzählte: „Ihr hört schon an der Musik, das ist eine ziemlich spannende Geschichte.“

Nach dem Konzert durften alle Gäste die Instrumente aus nächster Nähe betrachten und ausprobieren. Cellist Làszlò Szabò entlockte zur Freude von Hannah Schröder für sie noch einmal die tiefen Töne seines Instruments. Es waren Begegnungen, die auf beiden Seiten Spuren hinterließen. Orchesterleiter Georg Kovàcs versprach, mit seinen Musikern bald wiederzukommen. „Ich denke, das Konzert könnte ein wunderbarer Anfang gewesen sein."


© 2019 v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel