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21.12.2012

Mehr Leben in den verbleibenden Tagen


Chefarzt Prof. Dr. Florian Weißinger

Psychoonkologin Katja Anders ist Patienten mit Gesprächen eine große Hilfe. Fotos: EvKB

Auszeichnung für die Palliativstation am EvKB

Bielefeld-Bethel. Trotz aller Fortschritte der modernen Medizin leiden auch heute viele Menschen an Erkrankungen, die lebensbegrenzend sind und deren Fortschreiten die Ärzte nicht aufhalten können. Ist die Heilung nicht mehr vorrangiges Ziel, kann trotzdem auch für diese Patienten viel getan werden. Der Palliativstation im Ev. Krankenhaus Bielefeld (EvKB) wurde jetzt ihr besonderes Angebot für schwerkranke Patienten von der Europäischen Gesellschaft für medizinische Onkologie (ESMO) erneut bestätigt. Seit 2009 ist die Station eines von heute 23 durch die ESMO ausgewiesenen Zentren für Onkologie und Palliativmedizin.

„Auf unserer Palliativstation sorgen Ärzte, Pflegekräfte, Psychologen, Therapeuten und Seelsorger gemeinsam dafür, dass die Patienten Möglichkeiten der Abwechslung, der Entspannung und der Verarbeitung ihrer unheilbaren Krebserkrankung wahrnehmen können“, sagt Prof. Dr. Florian Weißinger, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Hämatologie/Onkologie und Palliativmedizin im Ev. Krankenhaus Bielefeld (EvKB). Hier sollen die Patienten dem ganzheitlichen Ansatz entsprechend alles bekommen, um ihre verbleibende Zeit mit größtmöglicher Lebensqualität verbringen zu können.

Im Jahr 2004 wurde die Palliativstation im Johannesstift gegründet, die sieben Betten für schwerkranke Patienten bietet. „Die Patienten werden hier so aufgenommen, dass sie sich für die Zeit ihres Aufenthalts fast wie zu Hause fühlen“, erklärt Barbara Less, Ärztin auf der Palliativstation. Durch die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen sollen sie hier in optimaler Weise darauf vorbereitet werden, wieder nach Hause zu können. „Wir legen den Fokus nicht auf das, was nicht mehr geht, sondern fördern das, was noch möglich ist. Und das ist meistens eine ganze Menge“, stellt die Ärztin heraus. Dieses Konzept ermögliche den Patienten mehr Leben in den verbleibenden Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren.

Andrea Cremer ist Musiktherapeutin und besucht regelmäßig die Patienten der Palliativstation im Johannesstift. „Viele Menschen erinnern sich durch Musik an positive Lebensphasen, über die sie sich freuen und über die wir dann ausführlich sprechen können. Hat man sich emotional geöffnet, fällt es leichter, auch über drängende Fragen zu sprechen.“ Vielen bringt die Musiktherapie auch Entspannung.

Kunsttherapeutin Ulrike Koch möchte neben Entspannung vorrangig spielerische und kreative Aspekte bieten. Dabei wird auch Malerei oder Modellierung im Patientenbett ermöglicht. „Ziel ist, einen Zustand zu erreichen, in dem die Patienten sich gerne durch Kunst äußern. Es tut ihnen gut zu sehen, dass sie auch als Schwerkranke etwas erschaffen und gestalten können“, weiß Ulrike Koch.

Zugang über das Gespräch findet Psychoonkologin Katja Anders. Längst nicht immer ist dieses von Traurigkeit geprägt: „Es kommt immer darauf an, in welcher Phase der Patient sich befindet und wie seine Bedürfnisse sind. Aber es ist möglich, zum Beispiel Ängsten im Gespräch zu begegnen und Strategien zur Angstbewältigung zu entwickeln“, sagt sie. Für weitere Gespräche stehen den Patienten die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hospizarbeit im Ev. Johanneswerk zur Verfügung.

Für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Palliativnetz Bielefeld, was eine ausgezeichnete Verzahnung der stationären und der ambulanten Versorgung gewährleistet. Auch die Mitarbeiter der Sozialberatung des Krankenhauses sind vielen Patienten eine große Hilfe. Sie wissen, wie eine ambulante Versorgung zu organisieren ist und kennen sich aus mit dem Angebot an Leistungen, die schwerkranke Patienten in Anspruch nehmen können. Prof. Dr. Weißinger betont: „Uns ist besonders wichtig, dass wir unseren Patienten in jeder Lebensphase helfen können."


Dateien:
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