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25.01.2010

„Müllmode“ aus der Mamre-Patmos-Schule


Die After-Show-Party mit der Känguru- und Krokodilklasse der Mamre-Patmos-Schule.

Da staunte das Publikum nicht schlecht. In Begleitung von Anette Seliger führte Nicklas als einer der ersten seine Kollektion vor.

Pas de deux auf dem Laufsteg - Anette Seliger und Julius zeigen freche Mode vor dem begeisterten Publikum.

Lars-Henrik mit einer mutigen Kombination aus Tomatendose und Gummibärchentüte.

Eine Woche basteln mit Verpackungsmaterial

Bielefeld-Bethel. Die Modewelt staunt. Recycling ist der Trend 2010. Das war auf der Modenschau in der Mamre-Patmos-Schule in Bielefeld-Bethel deutlich zu erkennen. Die Schülerinnen und Schüler stellten pünktlich zum Jahresbeginn ihre Ideen vor. Mit den gewagten Kreationen aus Plastik und Aluminium setzten sie ein klares Ausrufezeichen für die Modewelt.

Nervöses Treiben macht sich breit in der Känguru-Klasse. In wenigen Minuten soll sie losgehen, die Modenschau im Forum der Mamre-Patmos-Förderschule. Die Sechs- bis Zehnjährigen haben ihre Modelle nicht nur selbst entworfen, sondern wollen es sich auch nicht nehmen lassen, sie höchstpersönlich auf dem Laufsteg zu präsentieren.

Im Zuschauerraum des Forums wartet ein kritisches Publikum. Das sind die Schülerinnen und Schüler der Parallelklasse. Sie heißen Krokodile und haben Biss. Eigentlich hatten sie gar keine Lust auf die Veranstaltung. Aber weil ihnen eine Apfelschorle nach der Show versprochen wurde, sind sie doch alle ins Forum gekommen. Als dann das Spotlight auf die Bühne fällt und die ersten Models nach heißen Mamborhythmen ihre Kreationen vorführen, kommt das zunächst verhaltende Publikum richtig in Wallung.

Mann trägt Rock. Das zeigt Nicklas in einem eigenwilligen Ensemble aus Müllsack und Jogurtbechern. Die Farben Grau und Weiß dominieren. Große Wirkung erzielen auch die aufgesetzten Taschen aus braunen Einkaufstüten. Der Style wirkt verspielt und behält dank der dezenten Farbnuancen doch eine zeitlose Eleganz. Typisch für Nicklas ist, dass seine Mode grundsätzlich auf eine Kopfbedeckung verzichtet. Im Gegensatz zu Anna, die ihren Hauptakzent auf das Haarnetz aus einem Kartoffelbeutel legte. Mit der kräftigen orangen Note des Netzes lenkt sie geschickt die Blicke auf ihr Gesicht und das raffiniert gestaltete Oberteil. Die lässige Stola aus Baguetteverpackung unterstreicht das Bohemien-Flair des Ensembles. Annas Accessoires sind Hingucker und können sowohl zum Jeansoutfit oder als auch zum klassischen Kostüm getragen werden.

Auch mit dem Zubehör setzt die Känguru-Klasse Trends. Ob tagsüber lässig beim Shoppen oder abends elegant zum Dinner, die Handtasche aus Tetrapack oder Kakaodose gehört schon jetzt definitiv zu den begehrenswerten Objekten für die modebewusste Dame oder den modebewussten Herrn. Unisex ist angesagt bei den Neuheiten aus der Mamre-Patmos-Schule. Ob Junge oder Mädchen - die Halskette ist in diesem Jahr ein muss. Lars-Henrik macht es vor mit einer gelungenen Kombination aus Tomatendose und Gummibärchen-Tüte. Auch Applikationen aus Papptellern und CDs peppen die strengen Linien der grauen Mülltüten auf.

Nachdem die Kängurus ihre Kollektion vorgestellt haben, dürfen sich auch die Krokodile kostümieren. Dafür haben die Lehrerinnen und Lehrer gesäuberten Müll in einem großen Haufen auf die Bühne gekippt. Und so kleben und binden auch sie sich Hüte, Westen oder Röcke. Der Spaß steht im Vordergrund. Und ganz nebenbei lernen die Schulkinder auch etwas über Verpackungsmüll.

Das Müllprojekt, das mit der Modenschau endete, war eine Idee von vier Fachlehrerinnen, die in der Ausbildung sind. Eine Woche lang begleiteten sie die jungen Modemacher in der Känguru-Klasse bei der Gestaltung ihrer Kostüme. Zum Ende konnte die Klasse dann zeigen, wie kreativ und fantasievoll sie mit Materialien umgehen kann. Nach der Modenschau – und das ist in der Fashion-Branche so üblich – feierten alle zusammen bunt kostümiert eine ausgelassene After-Show-Party mit Apfelschorle im Forum der Mamre-Patmos-Schule.

Die Mamre-Patmos-Schule ist eine Förderschule in der Trägerschaft der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Hier werden rund 230 Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf im Bereich geistiger, körperlicher oder motorischer Entwicklung unterrichtet.

 


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