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24.04.2013

Neue Ethikkomitees in Bethel


Dem Ethikkomitee für Bielefeld und Ostwestfalen gehören an (vorne, v. l.) Brunhilde Kohaupt (externes Mitglied), Petra Knirsch (Fachseminar Altenhilfe), Ralf François (Stabsstelle Recht und Versicherungen), Pastorin Jutta Beldermann (Ev. Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde), Beate Dirkschnieder (Hospiz Haus Zuversicht), (hinten, v. l.) Dorothea Ebert (Altenheim Haus Abendstern), Dr. Klaus Kobert (Klinische Ethik Ev. Krankenhaus Bielefeld), Lars Kozian (Altenheim Elim), Franziska Funke (Aufnahme und Beratung), Helmut Braun (Ärztlicher Dienst), Birgit Michels-Rieß (Altenheim v. Plettenberg-Stift) und Rainer Wolk (Bethel ambulant) sowie – nicht auf dem Foto – Maria Mevenkamp (Qualitätsmanagement). An der konstituierenden Sitzung nahmen auch teil (hinten, r.) Ulrich Strüber, Geschäftsführer des Stiftungsbereichs Altenhilfe, und Melissa Henne von der Stabsstelle Unternehmensentwicklung. Foto: Paul Schulz

Wertvolle Hilfe bei komplexen Fragen in der Altenhilfe

Bielefeld-Bethel. In Alten- und Pflegeeinrichtungen müssen schwierige Entscheidungen getroffen werden. Ein ethisches Überprüfen des Handelns ist an vielen Stellen gefordert. Bethel hat darum drei regionale Ethikkomitees für die Altenhilfe und Pflege gegründet. Auch für den Raum Bielefeld und Ostwestfalen hat jetzt ein Komitee seine Arbeit aufgenommen.

Wie verhält man sich, wenn jemand orientierungslos ist, aber vor die Tür gehen will? Sollte man bei einem sterbenden Menschen noch eine künstliche Ernährung anordnen? Sind die Wünsche in einer Patientenverfügung in der konkreten Situation anwendbar? Die Betheler Ethikkomitees diskutieren zum einen übergeordnete Fragen und formulieren Leitlinien als Orientierungshilfen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum anderen werden die Komitees hinzugezogen, wenn es um die Klärung in Einzelfällen geht.

Die Fragestellungen, mit denen die Mitarbeiter im Arbeitsalltag zu tun haben, sind immer komplexer geworden. Das liegt unter anderem daran, dass der Anteil schwerstkranker, sterbender und dementer Menschen in den Altenhilfe-Einrichtungen gewachsen ist. Hinzu kommt der Fortschritt in der Medizintechnik, die heute ganz andere Möglichkeiten eröffnet als früher. So muss viel öfter diskutiert werden, was ethisch vertretbar ist, wenn der gesetzliche Rahmen Spielraum für Entscheidungen lässt. „Dabei können Ethikkomitees eine wertvolle Hilfe sein“, sagt Lars Kozian. Der Betheler Einrichtungsleiter ist der Vorsitzende des Ethikkomitees für Nordrhein-Westfalen, das auch für Bielefeld und Ostwestfalen zuständig ist.

Die Ethikkomitees sind interdisziplinär: Zu den Mitgliedern gehören unter anderen Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Mediziner, Theologen, Juristen und Vertreter der Betroffenen, wie zum Beispiel Angehörige. „Es gibt bei allen Lebensfragen unterschiedliche Sichtweisen und Handlungsstrategien. Deswegen ist es wichtig, dass sich die Komitees vielfältig zusammensetzen“, betont Lars Kozian. „Jedes Mitglied bringt sein spezielles Fachwissen in die Diskussion mit ein. So können möglichst viele Aspekte berücksichtigt werden.“

In den Betheler Einrichtungen der Altenhilfe in Ostwestfalen werden rund 700 Menschen in 11 Einrichtungen stationär sowie 175 Menschen ambulant betreut. In den Einrichtungen und Diensten arbeiten rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit.


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