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10.09.2010

Neuer Behindertenbeauftragter für NRW besucht Bielefeld


Der neue NRW-Behindertenbeauftragte besuchte als erste Einrichtung die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel: (v. l., vorne) Norbert Killewald, die Werkstatträte Marijke Wittenberg, Sharon Baker und Peter Lawson, (hinten, v. l.) Bethels stellvertretender Vorstandsvorsitzender Pastor Bernward Wolf, Behindertenhilfe-Geschäftsführer Hans-Gerd Daubertshäuser, Landtagsabgeordneter Günter Garbrecht und proWerk-Geschäftsführer Ottokar Baum. Foto: Paul Schulz

Erster Termin führte Norbert Killewald nach Bethel 

Bielefeld-Bethel. Sein erster Termin führte den neuen NRW-Beauftragten für die Belange behinderter Menschen Norbert Killewald in die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Im Mittelpunkt des Informationsbesuchs stand die Wohn- und Arbeitssituation von Menschen mit Behinderung. Begleitet wurde Norbert Killewald von Günter Garbrecht, Vorsitzender des Landtagsausschusses für Arbeit, Gesundheit, Soziales und Integration. Pastor Bernward Wolf, Bethels stellvertretender Vorstandsvorsitzender, begrüßte die Gäste in der Neuen Schmiede.

Heute leben Menschen mit Behinderung nicht mehr nur in besonderen Einrichtungen, sondern vermehrt mitten in der Gesellschaft. Während vor 20 Jahren fast alle stationär betreut wurden, nehmen heute viele ambulante Unterstützung in Anspruch. Der gesetzlich geforderte und im Interesse behinderter Menschen auch begrüßenswerte Ausbau ambulanter Hilfen werde allerdings erschwert, so Hans-Gerd Daubertshäuser. Der Geschäftsführer der Betheler Behindertenhilfe gab zu bedenken, dass die derzeitige Vergütungspraxis, die stationäre Angebote bevorzuge, im Widerspruch zu der Vorgabe „ambulant vor stationär“ stehe.  

Wie wichtig es behinderten Menschen sein kann, möglichst selbstständig zu leben, machte Werkstatträtin Marijke Wittenberg deutlich. Sie sei in Bethel in ihrem Wohnheim und in der Mamre-Patmos-Schule so gefördert worden, dass sie jetzt in einer eigenen Wohnung außerhalb Bethels leben könne. „Dank Bethel habe ich das geschafft, darüber bin ich so froh“, berichtete sie Norbert Killewald und gab ihm einen Eindruck davon, was Teilhabe für Menschen mit Behinderung bedeutet. 

Auf eine andere aktuelle Sorge machte der Geschäftsführer des Stiftungsbereichs proWerk, Ottokar Baum, die Gäste aufmerksam. In den Betheler Werkstätten, in denen rund 3 400 Menschen Arbeit, Beschäftigung und Ausbildung finden, sind auch 450 Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen tätig. In Nordrhein-Westfalen haben sie ein Recht auf Arbeit – anders als in anderen Bundesländern, wo sie Tagesförderstätten besuchen. Diese Praxis könnte ein schlechtes Vorbild für Nordrhein-Westfalen sein, so die Befürchtung.  

Während seines Besuches in Bielefeld ist Norbert Killewald am Samstag noch einmal in Bethel zu Gast und besucht dort eine Wohngruppe für junge Erwachsene.


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