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16.09.2010

Neuer Thoraxchirurg im EvKB


Bildunterzeile/Einzelportrait: Dr. Detlev Branscheid ist neuer Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie im EvKB

Bildunterzeile/Beshay+Branscheid: (v. l.) Freuen sich auf die gemeinsame Arbeit: Die Chirurgen Dr. Detlev Branscheid und Morris Beshay.

Bildunterzeile/Feddersen+Branscheid+Beshay: (v. l) Der Pneumologe Priv.-Doz. Dr. Christian Ole Feddersen, Dr. Branscheid und Morris Beshay stehen für eine hochwertige Patientenversorgung im interdisziplinären Lungenzentrum.

„Wir operieren Lebensqualität“

Dr. med. habil. Detlev Branscheid übernahm zum 1. September 2010 die Leitung der Klinik für Thoraxchirurgie im Ev. Krankenhaus Bielefeld (EvKB). Mit seiner Berufung zum Chefarzt etabliert das Großklinikum eine weitere neue Fachklinik am Haus. Insbesondere soll das Behandlungsangebot zur Therapie von Krebserkrankungen an der Lunge weiter ausgebaut werden.

Die Thoraxchirurgie wurde bisher als Abteilung der Klinik für Allgemein-Viszeral- und Thoraxchirurgie geführt und ist seit 2006 Bestandteil des Lungenzentrums. „Die weitere Akzentuierung der Thoraxchirurgie ist Teil unserer Gesamtstrategie“, erläutert Dr. Heiner Meyer zu Lösebeck, Geschäftsführer des EvKB. „Wir spezialisieren unser Leistungsspektrum und erhöhen damit die Behandlungstiefe.“ Innerhalb von eineinhalb Jahren wurden im EvKB fünf neue chefarztgeführte Kliniken gegründet. „Jetzt folgt die Thoraxchirurgie. Wir freuen uns deshalb sehr, mit Dr. Branscheid einen international ausgewiesenen Experten für Lungenoperationen gefunden zu haben“, so Dr. Meyer zu Lösebeck. „Sein beruflicher Werdegang spricht für sich.“

Zuvor leitete Dr. Branscheid 18 Jahre lang die Thoraxchirurgie am Krankenhaus Großhansdorf bei Hamburg, das mit rund 1 000 Operationen im Jahr zu den vier größten Lungenfachkliniken in Deutschland gehört. Von 1987 bis 1990 war er als leitender Oberarzt in der Lungenklinik Heidelberg-Rohrbach tätig. Der Facharzt für Allgemein- und Thoraxchirurgie gilt als Experte für Krebserkrankungen: 1993 habilitierte Dr. Branscheid an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg über Laseroperationen bei Lungenmetastasen. Von 1992 bis 1998 war er Generalsekretär der European Society of Thoraxchirurgy (ESTS), des weltgrößten wissenschaftlichen Verbands der Thoraxchirurgen. Von 2005 bis 2007 saß er als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie vor. Seit 2005 ist er Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für onkologische Thoraxchirurgie in der Deutschen Krebsgesellschaft.

Dr. Branscheid ist Referenzchirurg für die Metastasenchirurgie der Lunge beim Osteosarkom. Mit dieser Knochenkrebserkrankung, an der meistens Kinder und Jugendliche erkranken, gehen häufig Tochtergeschwülste in der Lunge einher. „Laut der europäisch-amerikanischen Euramos-Studie sollen bei dieser Krebskrankheit die Lungenoperationen ausschließlich von ausgewählten Chirurgen vorgenommen werden“, erklärt Dr. Branscheid. „Ab sofort können wir diese Krankheit auch im EvKB behandeln.“

Der Mediziner arbeitet in der Krebstherapie vor allem mit gewebeschonenden Verfahren, „weil wir Lebensqualität operieren wollen“. Vermeiden wolle er vor allem die Entnahme großer Organteile. „Lungenamputationen können heute oft durch broncho- und angioplastische Methoden ersetzt werden“, so Dr. Branscheid. Erkrankte Anteile der Lunge und der Bronchien werden bei diesem Verfahren entfernt und verbliebene, gesunde Anteile in den Bronchial- und Gefäßbaum operativ wieder eingefügt. „Bei dieser inneren Transplantation erhalten wir große Anteile des Lungengewebes und entfernen trotzdem den Krebs genauso radikal wie bei einer Amputation.“

Die Klinik für Thoraxchirurgie ist Teil des interdisziplinären Lungenzentrums. Es wurde 2006 unter der Leitung von Chirurg Morris Beshay als erstes Zentrum dieser Art in Ostwestfalen­-Lippe aufgebaut. Dr. Branscheid freut sich über die künftige Zusammenarbeti - und über die Organisation: „Hier werden Klinikgrenzen aufgebrochen. Der Thoraxchirurg, der Onkologe und der Pneumologe kommen gemeinsam zum Bett des Kranken. Er muss nicht einmal in eine andere Klinik verlegt werden. Diese Struktur ist das Beste, was einem Patienten während seiner stationären Behandlung passieren kann.“

Dr. Branscheid ist 61 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Söhne. Geboren ist er in der Kleinstadt Waldbroel im Oberbergischen Land. In seiner Freizeit malt der Blues- und Jazzfan „am liebsten abstrakt“.

www.lungenzentrum-bielefeld.de

 

 


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