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14.01.2020

Neues Angebot: Letzte Hilfe Kurse im EvKB


Kursleiterin Bianca Michler Foto: Mario Haase

Begleitung von sterbenskranken Menschen in Bethel

Bielefeld-Bethel. Bianca Michler, Fachkrankenschwester, Pflegeberaterin und Palliativ Care-Fachkraft bietet ab Januar erstmals Kurse zum Thema „Letzte Hilfe“ im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) an. Ziel ist es, einen geliebten Menschen würdevoll bis zum Tod begleiten zu können.

In ihrem Arbeitsalltag in der Familialen Pflege am EvKB arbeitet Bianca Michler mit Menschen, die einen Angehörigen zu Hause pflegen. „In unseren Kursen vermitteln wir unter anderem wie sich der Alltag ändert, welche praktischen Kenntnisse notwendig sind und welche Hilfsangebote es gibt.“ In einer vertrauensvollen Atmosphäre gibt es keine Frage, die peinlich oder unangemessen ist. Da liegt es auf der Hand, dass auch das Thema Tod zur Sprache kommt. „Die Fragen zur Begleitung in den letzten Tagen und letzten Momenten beschäftigen die Teilnehmenden zunehmend. Es ist leicht formuliert, dass das Sterben zum Leben dazugehört, aber viele Menschen sind in dieser Situation verunsichert. Genau hier setzt der Kurs „Letzte Hilfe“ an.“

Bianca Michler, die Jahrzehnte als Fachkrankenschwester auf der Intensivstation im EvKB gearbeitet hat und hier seit 2017 in der Familialen Pflege beschäftigt ist, hat das Thema „Letzte Hilfe“ angepackt. Sie belegte einen Intensivkurs im Team von Dr. Georg Bollig, Palliativmediziner in Süddänemark. Auf seinen Pilotkurs „Letzte Hilfe“ hatte er 2015 eine überwältigende Resonanz bekommen. Mehr als 1.000 Kursleitungen sind seitdem europaweit geschult worden, und das Interesse nimmt weiter zu. „Der Kurs nimmt Angehörigen die Angst vor dem Ungewissen, lässt sie Situationen erkennen, wie sich Menschen im Sterbeprozess verändern und vermittelt Tipps, wie man Ruhe und Zuversicht in diese Situation bringen kann.“
Konkrete Beispiele, die Bianca Michler beschreibt, scheinen banal und sind überzeugend. „Wenn das Lieblingsgetränk von Oma süße Limonade ist, dann nutzen wir süße Limonade zur Mundpflege. In dieser Phase ist es das Wichtigste, die Lebensqualität zu erhöhen und Symptome wie Angst, Schmerz, Übelkeit und Atemnot zu lindern und dabei soll der Mensch noch so viel wie möglich selbst bestimmen. Alles kann, aber nichts muss. Die Lieblingsbettwäsche, die Lieblingsmusik oder der Lieblingsduft schaffen eine Atmosphäre für einen guten Abschied.“

 Wie bezieht man die Kinder mit ein? Was steht auf der To-Do-Liste nachdem mein Angehöriger gestorben ist? „Es ist kein leichter Kurs, aber ich bin davon überzeugt, dass vielen Menschen der Wunsch erfüllt werden kann, zu Hause zu sterben. Wenn die Betreuenden gut informiert in diese Situation gehen, ist so viel mehr möglich als sie sich vorher zugetraut haben.“  

Bianca Michler lädt zum ersten Kurs am 27. Januar 2020 ein und bittet um Anmeldungen unter: 0521 772 75735. Der Kurs geht von 13 bis 17 Uhr und ist kostenfrei.


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