v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
 
Spenden
Suchen
27.11.2015

Pfleger in der ZNA als Knochenmarkspender ausgezeichnet


Stefan Ermshaus (Mitte) ist der genetische Zwilling für einen an Leukämie-erkrankten Mann in Groß-Britannien. Für seine Knochnmarkspende bekam der 41-jährige Pfleger aus der ZNA im EvKB jetzt eine Auszeichnung der Deutschen Knochmarkspenderdatei. Übergab die Auszeichnung: Dirk Alvermann von der DKMS (links) mit Kerstin Liebmann, Pflegedirektorin im EvKB (rechts). Foto: Cornelia Schulze.

Genetischer Zwilling in Not

Bielefeld-Bethel. Stefan Ermshaus ist seit 16 Jahren in der Deutschen Knochmarkspenderdatei (DKMS) registriert. In diesem Jahr war sein genetischer Zwilling in Großbritannien an Blutkrebs erkrankt. Der Pfleger aus der Zentralen Notaufnahme im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld (EvKB) half, ohne zu zögern.

Wenn es darum geht, Menschen zu helfen, steht Stefan Ermshaus immer in der ersten Reihe. Als Pfleger in der Zentralen Notaufnahme des Evangelischen Krankenhauses gehört es zu seinem Beruf, Leben zu retten und auch privat hat der 41-Jährige ein ganz großes Herz. Bereits vor 16 Jahren ließ er sich in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren. In diesem Jahr kam dann die Anfrage, ob er noch bereit sei, Stammzellen zu spenden. „Für meinen genetischen Zwilling, einen Mann in Großbritannien, bin ich die große Hoffnung“, erzählt Ermshaus. Der Brite hat Leukämie, nur eine Stammzellenspende kann ihm eine Zukunft schenken. Ohne zu zögern sagte Ermshaus zu – jetzt wurde er dafür von der DKMS ausgezeichnet.

Alle 16 Minuten bekommt ein Patient in Deutschland die Diagnose Blutkrebs. In vielen Fällen bietet nur eine Transplantation von Stammzellen die einzige Überlebenschance. Für eine Spende müssen mindestens acht Gewebemerkmale von Spender und Empfänger übereinstimmen. Knapp 30 Prozent der Patienten finden einen Spender in der eigenen Familie, wenn nicht wird nach einem Freiwilligen gesucht. Die Registrierung ist unkompliziert. Man bekommt eine Gewebeprobe per Wangenabstrich oder Blut abgenommen und gibt seine schriftliche Einverständniserklärung. Die Registrierung kostet die DKMS 40 Euro Laborkosten. Bei einer konkreten Stammzellenspende wie bei Ermshaus bezahlt die Krankenkasse des Empfängers.

Im Mai klingelte bei dem Pfleger das Telefon. „Die DKMS hat für mich alles organisiert. Ich musste zur Vorsorgeuntersuchung nach Köln. Dort wurde ich komplett durchgecheckt. Dann habe ich Medikamente für fünf Tage mitbekommen, um meine Stammzellen zu stimulieren, und sie aus dem Knochenmark heraus zu schwemmen.“ Eine Prozedur, bei der auch Knochenschmerzen auftreten können. „Die verschwinden aber sofort nach der Entnahme. Und außerdem habe ich immer daran gedacht, dass mein genetischer Zwilling in Lebensgefahr schwebt.“  

In einigen Wochen bekommt Stefan Bescheid, wie es seinem genetischem Zwilling in England geht. „Dann möchte ich gerne mit ihm Kontakt aufnehmen. Ich hoffe so sehr, dass meine Stammzellen geholfen haben“, wünscht sich 1,92 große Spender. Nach deutscher Gesetzgebung ist das möglich, in den USA zum Beispiel ist jegliche Kontaktaufnahme zwischen Spender und Empfänger verboten. Die Begegnung auf der Insel wird für Ermshaus ein ganz besonderer Moment. 

„Es gibt zwei Verfahren, Stammzellen zu gewinnen. Einmal aus dem Blut, für die der Spender ein zellenproduktionsförderndes Medikament bekommt. Dieses Verfahren wird in 90 Prozent der Fälle angewandt.  Oder die Gewinnung von einem Liter Knochenmark-Blutgemisch durch Punktionen aus dem Beckenknochen mit einer Punktionsnadel. Diese wird unter Vollnarkose gemacht“, erklärt Prof. Dr. Florian Weißinger, Leiter des Tumorzentrums am EvKB. In seiner Klinik führen der Onkologe und sein Team jährlich zirka 30 sogenannte autologe Stammzelltransplantationen durch. „Dabei ist der Patient auch der Spender seiner eigenen Stammzellen. Dieses Verfahren wird bei Krebserkrankungen wie Multiples Myelom, Lyphomen, M.Hodgkin oder in Einzelfällen bei Hodentumoren angewandt. Bei Leukämien wird eine allogene (von einem anderen) Stammzelltransplantation genutzt, mit Stammzellen eines verwandten oder fremden Spenders.“


Dateien:
EvKB_Knochenmarkspende.jpg (6.5 MB)
© 2021 v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
var _paq = _paq || []; _paq.push(["setDoNotTrack", true]); _paq.push(['trackPageView']); _paq.push(['enableLinkTracking']); (function() { var u="https://statistiken.bethel.de/"; _paq.push(['setTrackerUrl', u+'piwik.php']); _paq.push(['setSiteId', 2]); var d=document, g=d.createElement('script'), s=d.getElementsByTagName('script')[0]; g.type='text/javascript'; g.async=true; g.defer=true; g.src=u+'piwik.js'; s.parentNode.insertBefore(g,s); })();