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02.01.2019

Rettungsdienstschule und EvKB kooperieren mit neuem Simulationszentrum


Hier wird trainiert, später muss jeder Handgriff sitzen: Im Simulationszentrum sind die Szenarien besonders realitätsnah.

Das Klinikteam (in Blau) benötigt bei der Übergabe alle relevanten Informationen: Notarzt und Notfallsanitäter übergeben sie im Schockraum.

Prof. Dr. Sebastian Rehberg und Dr. Anne Eickelmann beobachten vom Kontrollraum aus die Übergabe im Schockraum. Fotos: Manuel Bünemann

Realitätsnahe Ausbildung für den Ernstfall

Bielefeld-Bethel. Notfallsanitäter, Notärzte, Mediziner und Pflegepersonal aus der Notaufnahme und dem OP-Bereich können jetzt den Ernstfall in einem neuen Simulationszentrum üben. Hierfür kooperiert das Evangelische Klinikum Bethel (EvKB) mit der Rettungsdienstschule des Studieninstituts Westfalen-Lippe in Bielefeld-Bethel. Das Simulationszentrum nimmt jetzt den Betrieb auf.

In dem Simulationszentrum trainieren Ärzte, Notfallsanitäter und Pflegepersonal gemeinsam in unterschiedlichen Szenarios ihre Handgriffe bei Notfällen im Straßenverkehr, auf einer Baustelle oder im Haushalt. Das Notfallteam übt in Situationen, die besonders nah an der Realität sind, von der Ankunft am Einsatzort über die Fahrt mit dem Krankenwagen bis zur Übergabe im Schockraum eines Krankenhauses. „Ein Notfalleinsatz findet etwa zu einem Viertel der Zeit im Krankenhaus in der Zentralen Notaufnahme statt“, erklärt Eugen Latka, Leiter der Rettungsdienstschule, in der das neue Simulationszentrum eingerichtet ist. Er ist daher froh, dass das Simulationszentrum auch die Situation im Schockraum abbildet, in der das Notfallteam den Patienten an die Mitarbeiter des Krankenhauses übergibt. „Schließlich darf hier keine Information verlorengehen. Die Kommunikation unter den Teams ist für die Patienten lebenswichtig.“

Seit September befindet sich die Rettungsdienstschule in neuen Räumen am Remterweg in Bethel. In diesem Zuge wurde auch die Kooperation mit dem Krankenhaus erweitert: Spezialisierte Ärzte aus der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin, Transfusionsmedizin und Schmerztherapie (AINS) beurteilen die Übungseinsätze der Teams und diskutieren darüber mit den Auszubildenden. Dr. Anne Eickelmann, Oberärztin der AINS-Klinik, leitet seitens des EvKB das Simulationszentrum und ist bei vielen Situationen dabei oder beobachtet sie, um nicht zu stören, aus dem Kontrollraum: „Hier dürfen durchaus Fehler passieren, über die wir dann reden, um für die reale Situation besser gerüstet zu sein.“

Das Simulationszentrum steht für die Ausbildung der Notfallsanitäter zur Verfügung wie auch für Assistenz- und Fachärzte, Medizinstudenten und Pflegepersonal des Krankenhauses. Dafür öffnen in Kürze auch weitere Bereiche, die einen Operationssaal und eine Intensivstation realitätsnah abbilden. „Solche Rahmenbedingungen können nur sehr wenige Krankenhäuser ihren Mitarbeitenden während der Ausbildung bieten“, sagt Prof. Dr. Sebastian Rehberg, Chefarzt der AINS-Klinik. Zukünftig sollen auch Kurse extern angeboten werden.


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