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06.08.2020

Schulleiter Rudolf Hans geht in den Ruhestand


Rudolf Hans stand 16 Jahre lang an der Spitze des Berufskollegs Bethel. Foto: Christian Weische

Pädagogik im Berufskolleg Bethel am Puls der Zeit

Bielefeld-Bethel. „Ich sehe mich selbst immer noch eher als Lehrer denn als Schulleiter“, sagt Rudolf Hans. Daran habe sich in den vergangenen 16 Jahren an der Spitze des Berufskollegs Bethel in Bielefeld nichts geändert. „Im Gespräch mit den jungen Leuten zu sein, sie zu beraten und zu begleiten – das war mir immer wichtig und hat mir viel Freude bereitet“, betont er. Mit Ende des Schuljahres ist der 63-Jährige in den Ruhestand gegangen.

2006 übernahm Rudolf Hans die Schulleitung, seine „Bethel-Karriere“ begann aber schon deutlich früher: „Den Anfang nahm alles 1976 mit dem Zivildienst in Homborn“, erinnert sich der gebürtige Dortmunder. Schon damals war sein Berufswunsch, Lehrer zu werden. Entsprechend folgte das Referendariat; ein Einstellungsstopp sorgte aber dafür, dass Rudolf Hans in die damalige Betheler Teilanstalt Homborn zurückkehrte, dieses Mal als Gruppenleitung für Frauen mit Epilepsie im Matthias-Claudius-Haus.

„Auf einer Fortbildung in Nazareth bin ich dann auf eine Stelle als Lehrer an der Kollegschule aufmerksam gemacht worden. Und dann passte alles zusammen: meine Lehrerausbildung und meine praktische soziale Tätigkeit in Homborn.“ Mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik begann Rudolf Hans 1987 in Bethel zu unterrichten.

Auch heute kombiniert das Betheler Berufskolleg, Nachfolger der Kollegschule, schulische Abschlüsse mit einer Vielzahl beruflicher Qualifikationen des Sozial- und Gesundheitswesens. „Im Laufe der Zeit ist dabei die Einbindung in Bethels gesamte berufliche Bildung immer wichtiger geworden“, stellt Rudolf Hans rückblickend fest. Immer häufiger müsse der Berufswunsch, „etwas mit Menschen“ machen zu wollen, erst noch konkretisiert werden. „Willst du betreuen, pflegen, therapieren? Das geht in Bethel alles“, sagt der Schulleiter. Um die Vielfalt der beruflichen Möglichkeiten aufzuzeigen, kooperiere man intensiv mit den anderen Betheler Schulen und Bildungseinrichtungen. Auch das Betheljahr trage immer mehr zur Neu-Akquise künftiger Fachkräfte bei: „Etwa 17 Prozent unserer Schülerschaft haben zuvor daran teilgenommen.“

Inhaltlich habe sich die Ausbildung des Berufskollegs immer den Entwicklungen in den Arbeitsfeldern angepasst, doch auch die Schülerschaft habe sich über die Jahre verändert, so Rudolf Hans. „Sie ist heute deutlich breiter und bunter aufgestellt, zum Beispiel was die Altersstruktur oder die Lebenshintergründe angeht.“ Einige Absolventen blieben in Bethel, andere gingen zunächst fort. Doch selbst nach Jahren der Abwesenheit kehrten viele wieder zurück. „Wenn man sie dann nach den Gründen für die Rückkehr fragt, hört man vor allem von den positiven Erfahrungen, an die sie sich im Zusammenhang mit Bethel erinnern“, so Rudolf Hans. „Ich denke, wir haben den Ruf, uns zu kümmern – das kommt bei den Menschen offenbar nach wie vor gut an.“

Wichtigste jüngste Veränderung für das Berufskolleg seien die jetzt abgeschlossene Renovierung des Schulgebäudes und die Zusammenführung der fünf bisherigen Standorte gewesen. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich das als Schulleiter noch erlebe, und darüber freue ich mich sehr“, sagt Rudolf Hans. In seinem Ruhestand will er sich weiterhin ehrenamtlich in der Jugendhilfe engagieren. Und, wenn es die Zeit zulässt, viel Rad fahren – gerne auch längere Strecken. Als Schulleitung nachfolgen wird Rudolf Hans die bisherige stellvertretende Schulleiterin des Berufskollegs Bethel, Bärbel Beckmann.


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