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03.08.2015

Sommer in "Kidron"


Mathis Arendt zeigt Leon Willenborg den Umgang mit der Sprühdose.

Filzen ist gar nicht so einfach. Bea Penning und Leon Willenborg versuchen sich gemeinsam an einer Handytasche.

Fotos: Reinhard Elbracht

Buntes Ferienprogramm für Kinder mit Epilepsie

Bielefeld-Bethel. „Immer gut schütteln zwischendurch“, sagt Mathis Arendt und hält eine Sprühdose hoch. Der Fassaden- und Innenraumgestalter ist heute zu Besuch in der Epilepsie-Kinderklinik „Kidron“. Mit dabei hat er eine große Ladung Sprühdosen. Von Kiwigrün bis Sonnengelb – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Das „Sprayen“ ist erstmals Teil des Ferienprogramms in „Kidron“. Jedes Jahr organisiert der Pädagogische Bereich verschiedene Ausflüge und kreative Angebote für die jungen Patienten, die in den Sommerferien in der Epilepsie-Klinik bleiben müssen. So besuchten die Kinder und Jugendlichen bereits die Freiwillige Feuerwehr in Bielefeld-Gadderbaum, erkundeten die Dr. Oetker-Welt und sammelten Eindrücke in der Theaterwerkstatt Bethel. Beim Yoga-Kurs ging es um Beweglichkeit und Körperbeherrschung,  beim Kochen zauberten die Kinder gemeinsam mit erwachsenen „Assistenten” schmackhafte Gerichte.

Die sechs Teilnehmer des Spray-Kurs stehen ungeduldig vor ihren weißen Leinwänden. Doch Sicherheit geht vor: Erst müssen alle einen Schutzanzug anziehen. Nachdem Mathis Arendt die unterschiedlichen Sprühaufsätze erklärt hat, gibt es kein Halten mehr. Die Kinder greifen sich schnell ihre Lieblingsfarben und üben sich im Umgang mit der Dose. Der 13-jährige Leon Willenborg sprüht seine Leinwand hellblau. Ein Baum mit Blättern soll darauf entstehen. „Wollen wir noch einen Farbübergang reinbringen?“, fragt ihn Mathis Arendt. Mit Unterstützung des Profis macht Leon dunkle Schatten auf den Hintergrund.

Auch beim Flizen bewiesen die jungen Patienten Kreativität. Anette Jeitner, die sich mit der Nass-Filz-Technik bestens auskennt,  zeigte den Mädchen und Jungen wie sie aus der dicken Wolle Handytaschen bastel können. „Wenn man das zum ersten Mal macht, ist das gar nicht so einfach“, sagt Bea Penning. Die Studentin der Sozialpädagogik ist ehrenamtliche Helferin in Kidron. „Aber es macht allen sehr viel Spaß“, ergänzt sie.

Finanziert wird das Sommerferienprogramm in der Epilepsie-Kinderklinik über Spenden. „Kidron“ ist Teil des Epilepsie-Zentrums Bethel. Während die Kinder hier oft über mehrere Monate behandelt werden, können auch ihre Mütter oder Väter in der Klinik bei ihnen bleiben. Die Kinderabteilung ist direkt an die Epilepsieklinik Mara angebunden, wo viele medizinische Untersuchungen, beispielsweise mit dem modernen Magnetresonanztomographen, stattfinden.


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