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09.12.2009

Weihnachten richtig genießen – aber ohne Schlaganfall.


Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz

Die Weihnachtszeit ist auch eine kulinarische Zeit. Wie sich der Genuss von Glühwein und Schokolade einem Schlaganfall vorbeugen kann, weiß Professor Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Chefarzt der Klinik für Neurologie im EvKB.

Der Deutschen liebste vorweihnachtliche Beschäftigung, ein Rundgang auf dem Weihnachtsmarkt, kann durchaus zur Vorbeugung gegen Schlaganfälle und als Einstimmung auf ein gesundheitsförderliches  Weihnachtsfest gestaltet werden. Da tägliche körperliche Aktivität von ca. 30 Minuten Dauer den Blutdruck signifikant senkt und damit Schlaganfällen und andern Übeln vorbeugt, sollte der Gang zum Weihnachtsmarkt mit einem strammen Spaziermarsch (neudeutsch „Nordic Walking“) begonnen werden. Für Sportskanonen empfiehlt sich in der Gebirgsstadt Bielefeld ein Abstecher mit dem Mountainbike über einen der schönsten Weitwanderwege Deutschlands, den Hermannsweg. Auf dem Weihnachtsmarkt angekommen, ist aus schlaganfallpräventiver Sicht ein Becher Glühwein vorteilhaft, aber nur in Maßen: Männer können zwei Becher vertragen, Frauen besser nur einen. Die nachgewiesene gefäßschützende Wirkung des Rotweins kommt im ostwestfälischen Glühwein besonders rotbackig zur Geltung. Durch den damit verbundenen Wärmeverlust trägt er zur Kalorienreduktion bei. Vor allem südfranzösische Weine aus dem nördlichen Pyrenäenvorland werden als Ingredienz empfohlen, da sie den höchsten Gehalt an gefäßschützenden Substanzen aufweisen. Neben Gewürzen kann dieser „Hausgemachte“ mit Zitrusfrüchten abgeschmeckt werden, die ihrerseits zellschädigende Stoffe (sogenannte freie Radikale) unschädlich machen. Zum Glühwein empfiehlt sich dunkle Schokolade. Sie wird nicht nur wegen ihrer stimmungsaufhellenden Wirkung geschätzt, die Inhaltsstoffe der Kakaobohne (sogenannte Flavonoide) glätten ebenso die Gefäßoberfläche und können auf diese Weise vor zerebrovaskulären Erkrankungen schützen. Beim zügigen Bummeln von Stand zu Stand (aus Gründen des Bewegungstrainings sollte nicht länger an einem Stand verharrt werden), sollte um die Zonen mit heißer, fettiger Ware ein großer Bogen gemacht werden. Auf ausreichenden Sicherheitsabstand ist zu achten.

Sind die Festtage gesund und munter erreicht, sollte am Heiligen Abend schon zur Stressprävention eine spezielle Kost gereicht werden, wie sie in der traditionellen deutschen Küche seit Jahrhunderten üblich ist. Hier empfiehlt sich wegen seiner gefäßfreundlichen Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren) vor allem sportlicher Fisch in den verschiedenen Variationen, z. B. Lachs (auf deutsch: Salm), gerne auch Heringssalat oder eine Fischplatte.  Gut passt hierzu ein frischer deutscher, trockener Riesling (alkoholarm und trocken, auch für Diabetiker und solche, die es nie werden wollen, geeignet). Auch hier gilt wieder die Faustregel: Männer nicht mehr als ein Viertel  und Frauen nicht mehr als ein Achtel. Die Mette sollte später zu Fuß und nicht mit dem Auto besucht werden.

Nun ist die nötige Spannung für das Festmahl am ersten Weihnachtstag aufgebaut. Der Vormittag kann tatkräftig in der Küche (oder beim Spaziergang mit dem Hund) verbracht werden. Damit das Festmenü nicht in einem Schlaganfall endet, ist dem traditionellen fettreichen Gänsebraten ein magerer Wildschweinrücken, oder auch eine gut parierte Wildschweinkeule dringend vorzuziehen, z. B. begleitet von saftig zubereitetem Rosenkohl und Kartoffelklößen – die teutonische Antwort auf mediterrane Herausforderungen. Perfekt begleitet wird dieses Festmahl von einem kräftigen französischen Rotwein, z. B. aus dem Madiran oder Cahor in o. g.  förderlicher Dosierung. Als Nachtisch empfiehlt sich entweder ein Schokoladenmousse nach französischer Art, d. h. dunkle Schokolade mit Eiweiß pur und ohne Sahne, oder ein mit Preiselbeeren garnierter Bratapfel in seiner natürlichen Süße. Als krönender Abschluss dieses gesunden Festes darf ein Wanderausflug in Deutschlands nördlichstes Gebirge, den Teutoburger Wald, nicht fehlen. Allseits frohes Fest! Ihr Neurologie-Team.

Infobox:

Professor Dr. Wolf Rüdiger Schäbitz (42) ist Chefarzt der Klinik Neurologie am Ev. Krankenhaus Bielefeld (EvKB) im Haus Gilead I. Bevor der Experte für Schlaganfallmedizin und Akutneurologie im vergangenen Juli die Leitung der Klinik übernahm, arbeitete er als geschäftsführender Oberarzt an der  Universitätsklinik in Münster. Der Neurologe ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von fünf, acht und zwölf Jahren.

Das Ev. Krankenhaus Bielefeld führt an den Standorten Bethel (Haus Gilead I) und im Johannesstift zwei neurologische Kliniken. Beide Kliniken bieten jeweils das gesamte Behandlungsspektrum akutneurologischer Erkrankungen So behandeln sie jährlich weit über 1.000 Patientinnen und Patienten mit einem Schlaganfall. Rund die Hälfte dieser Fälle kommt aus Bielefeld. Die Standorte verfügen jeweils über eine Stroke-Unit (Schlaganfallstation). Beide Schlaganfallstationen führen insgesamt 17 Betten, davon führt die Betheler Neurologie 13 Betten. Beide Stroke Units sind vom Land Nordrhein Westfalen anerkannt und von den Fachgesellschaften zertifiziert.

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