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17.09.2010

Weltalzheimertag - die Gerontopsychiatrie des Ev. Krankenhauses Bielefeld informiert


Bildtext: Der Arzt Matthias Förster vom Mobilen Dienst des Ev. Krankhauses Bielefeld besucht Familien mit demenzkranken Angehörigen zu Hause.

Beratung und Antworten zum Thema Demenz

Am 21. September ist Weltalzheimer Tag. Dazu finden weltweit Aktionen statt, um die Öffentlichkeit über die Situation der Erkrankten und ihrer Familien zu informieren. Unter dem diesjährigen Motto „Aktiv für Demenzkranke“ stellt die Gerontopsychiatrie des Ev. Krankenhauses Bielefeld (EvKB) in Kooperation mit der Bielefelder Alzheimer-Gesellschaft und Anbietern von Betreutem Wohnen und Tagespflege  Behandlungsmöglichkeiten und Angebote zur Früherkennung in Bielefeld vor.

In Deutschland leben derzeit etwa 1 Million demenzkranke Menschen; in Bielefeld sind es etwa 3700. Diese Zahlen werden sich bis ins Jahr 2050 aufgrund der demografischen Entwicklung verdoppeln. Mit 70 Prozent ist die Alzheimer-Demenz die häufigste Form. Daneben gibt es gefäßbedingte und andere seltenere Formen einer Demenz. Eine Demenz liegt dann vor, wenn die Betroffenen über mehr als sechs Monate unter Vergesslichkeit leiden, Probleme mit abstraktem Denken haben sowie Störungen in der Informationsverarbeitung und Urteilsfähigkeit vorliegen und es dadurch zu einer Beeinträchtigung der Alltagsfertigkeiten kommt.

80 Prozent der an Demenz Erkrankten werden von ihren Angehörigen gepflegt. „Pflegende Angehörige von Demenzkranken haben mit sehr vielen unterschiedlichen Problemen zu kämpfen“, betont Matthias Förster, einer der Fachärzte vom Mobilen Team der Gerontopsychiatrie des Ev. Krankenhauses Bielefeld. Viele Angehörige litten zudem unter Schuldgefühlen, weil sie sich mit der Pflege überfordert fühlten. Hinzu komme die Angst davor, selber zu erkranken. „Auch das Bewusstsein, sich immer mehr von dem erkrankten Familienangehörigen zu entfremden, macht sie traurig und verzweifelt.“

Die Gerontopsychiatrie im EvKB übernimmt die psychiatrische Versorgung der Demenzkranken in Bielefeld. Sie bietet aber auch den Angehörigen individuelle Beratung an. Dazu können ambulante Pflegedienste und Tagespflegen sowie Entlastungs- und Schulungsangebote für Angehörige die notwendige Unterstützung sichern. „Eine der Aufgaben der Mitarbeitenden verschiedener Berufsgruppen im Mobilen Team ist es, neben Diagnostik und Behandlung Verständnis für die oft unverständlichen Verhaltensweisen der Erkrankten zu schaffen“, so Matthias Förster, der in Bielefeld zurzeit 80 Familien aufsucht.

In der Gedächtnissprechstunde der Psychiatrischen Ambulanz in der Gadderbaumer Straße wird eine umfassende Diagnostik durchgeführt. „In enger Absprache mit den Hausärzten oder niedergelassenen Fachkollegen wird dann eine Therapie eingeleitet“, so Dr. Christine Thomas, leitende Ärztin der Gerontopsychiatrie. Eine moderne, evidenzbasierte Behandlung kann je nach den individuellen Erfordernissen stationär in der Gerontopsychiatrischen Klinik Gilead III, teilstationär in der gerontopsychiatrischen Tagesklinik in der Moltkestraße oder in der Psychiatrischen Ambulanz mit dem Spezialangebot Seniorensprechstunde und Gedächtnissprechstunde erfolgen.

Am Dienstag, 21. September, gibt es auf dem Jahnplatz von 10 bis 16 Uhr umfassende Beratungen zu medizinischen Fragen der Alzheimer Erkrankung und der Demenzen allgemein. Zudem werden an mehreren Ständen verschiedene Hilfeangebote in Bielefeld vorgestellt.


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