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09.03.2020

Zehn Jahre Studiengang Heilpädagogik


Carla Pundmann kann viele Inhalte ihres berufsbegleitenden Studiums direkt in ihrem beruflichen Alltag im Kinderhaus am Mondsteinweg umsetzen Foto: Gunnar Kreutner

Prof. Dr. Heidrun Kiessl (l.) und Diakonin Angela Quack erleben ein steigendes Interesse an dem Heilpädagogik-Studiengang Foto: Paul Schulz

Mentoring und Management werden wichtiger

Bielefeld-Bethel. „Seht ihr die Leoparden? Sie schleichen um das Wasserloch herum. Und die Elefanten: Die haben mächtige Stoßzähne.“ Gespannt hören die Kinder zu, als Carla Pundmann mit ihnen in einem Bilderbuch über die Tierwelt Afrikas blättert. Die Erzieherin im Kinderhaus am Mondsteinweg in Bielefeld-Theesen hat sichtlich Spaß, die Kinder zu betreuen. „Vor allem will ich sie in ihrer Entwicklung unterstützen“, sagt die 24-Jährige, die Heilpädagogik an der Fachhochschule der Diakonie studiert.

Carla Pundmann hat vor zwei Jahren ihr Studium in Bielefeld-Bethel begonnen. Sie will sich beruflich weiterentwickeln. Zum einen interessiert sie die Frühförderung – speziell bei Kindern mit einem besonderen Förderbedarf. Doch damit sie in diesem Bereich ausreichend qualifiziert arbeiten darf, benötigt die staatlich anerkannte Heilpädagogin einen Bachelor-Abschluss. Zum anderen hat die Bielefelderin den Schwerpunkt „Mentoring“ gewählt. „Anleiten und Beraten wird in meinem Bereich immer wichtiger, zum Beispiel in der Elternarbeit“, weiß sie.

Der Studiengang Heilpädagogik richtet sich an staatlich anerkannte Heilpädagogen, Heilerziehungspfleger und Erzieher und verbindet die wissenschaftliche Vertiefung heilpädagogischer Inhalte mit der Vermittlung von Kompetenzen für Leitungs-, Anleitungs- und Beratungsaufgaben. Carla Pundmann gefällt die berufsbegleitende Ausrichtung. „Die Inhalte haben einen starken Praxisbezug. Vieles kann ich direkt in meiner alltäglichen Arbeit in der Kita umsetzen.“

Die FH der Diakonie feierte das zehnjährige Jubiläum des Studiengangs jetzt mit einer Tagung in der Neuen Schmiede in Bielefeld-Bethel. Im Mittelpunkt standen die beiden Schwerpunkte: Mentoring und Management. Mentoring werde immer wichtiger, bestätigt Studiengangleiterin Prof. Dr. Heidrun Kiessl. „Heilpädagogen sind zunehmend in Praxisfeldern tätig, in denen auch geringqualifizierte Menschen arbeiten. Und die müssen fachlich gut angeleitet werden“, erklärt sie. Ein Grund sei auch der erhöhte Bedarf an ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungen in Verbindung mit dem Bundesteilhabegesetz. Außerdem stellten die Landschaftsverbände vermehrt Heilpädagogen in beratender Funktion ein, weil diese die Qualität besäßen, Klienten ganzheitlich zu betrachten.

Für den Schwerpunkt „Management“ gebe es ebenfalls einen steigenden Bedarf, betonte der Geschäftsführer des Berufs- und Fachverbandes Heilpädagogik, Kai-Raphael Timpe, bei der Tagung. Die Zahl der Heilpädagoginnen und Heilpädagogen in Deutschland nehme zu. Mittlerweile seien es bundesweit rund 50.000. Von ihnen seien immer mehr in Führungsfunktionen tätig und benötigten Kenntnisse aus der Betriebswirtschaftslehre und zur Personalführung.

21 Studierende hat der Bachelor-Heilpädagogik-Studiengang an der Fachhochschule der Diakonie aktuell. Aufgrund des fachlichen Vorwissens der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird er verkürzt über fünf Semester angeboten. Mit seinen beiden Schwerpunkten besitzt er ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal.


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