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Zwang, Gewalt und Willkür gegen Heimkinder

Die Fürsorgeerziehung in den 1950er und 1960er Jahren geschah in vielen Einrichtungen in Deutschland in einem System, das in vielfacher Weise von Gewalt, Einschüchterung und Angst geprägt war. Auch in der Bethel-Historie ist dies ein dunkles Kapitel, fundamentale Werte wurden in ihr Gegenteil verkehrt und standen in krassem Widerspruch zu der Vision Bethels. Zugleich haben sich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit großem persönlichem Engagement für andere eingesetzt. Das gilt auch für den Bereich der Fürsorgeerziehung.

Disziplin und harte Arbeit bestimmten den Alltag vieler Zöglinge. Die Feldbahn in Freistatt brachte sie zu ihrem Arbeitsplatz.
Disziplin und harte Arbeit bestimmten den Alltag vieler Zöglinge. Die Feldbahn in Freistatt brachte sie zu ihrem Arbeitsplatz.
In der Diakonie Freistatt wurden Fürsorgezöglinge vor allem in der Torfgewinnung eingesetzt.
In der Diakonie Freistatt wurden Fürsorgezöglinge vor allem in der Torfgewinnung eingesetzt.

„Zum ehrlichen Umgang mit unserer Geschichte gehört auch der selbstkritische Blick auf schwierige Zeiten und Schuldverstrickung“, betont Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Ulrich Pohl. „Es ist beschämend, dass Menschen bei uns Leid und Unrecht zugefügt worden ist.“

Insbesondere die Diakonie Freistatt in Niedersachsen stand wiederholt in der Kritik wegen einer Fürsorgeerziehung, die für viele Betroffene mit Zwang, Gewalt und Willkür in der Fürsorgeerziehung verbunden war. Hier wird das Grunddilemma der evangelischen Erziehungsarbeit zwischen „freiem christlichen Liebeswerk und staatlicher Zwangserziehung“ deutlich.

Unter dem Titel „Endstation Freistatt – Fürsorgeerziehung in den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel bis in die 1970er Jahre“ wurde eine wissenschaftlich fundierte historische Untersuchung Aufarbeitung dieses schwierigen Themas aus dem Nachkriegsdeutschland veröffentlicht. Das Buch wurde von Matthias Benad, Hans-Walter Schmuhl und Kerstin Stockhecke herausgegeben und erschien in Kooperation des Verlags für Regionalgeschichte und des Bethel-Verlags.

 

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