Bethel - Britta Haßelmann besucht Sekundarschule Bethel

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Britta Haßelmann besucht Sekundarschule Bethel

Britta Haßelmann, Co-Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, diskutierte mit Zehntklässlerinnen und Zehntklässlern der Sekundarschule Bethel über aktuelle politische Themen.

Leidenschaftliches Plädoyer für Vielfalt

Bei einem Besuch in der Sekundarschule Bethel in Bielefeld hat Britta Haßelmann, Co-Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, mit Nachdruck für Demokratie und ein friedliches Miteinander geworben. Mit Blick auf die aktuelle politische Weltlage sagte die Bielefelder Abgeordnete zu den Schülerinnen und Schülern der Klasse 10M: „Wir brauchen keine Ausgrenzung, sondern Zusammenhalt und ein Zusammenleben in Vielfalt.“

Aus der multikulturellen Schülerschaft von einer Schülerin auf die umstrittene Stadtbild-Aussage von Friedrich Merz (CDU) angesprochen, übte Britta Haßelmann erneut Kritik am Bundeskanzler: „Das hat tiefe Verletzungen und Verunsicherung bei vielen Menschen ausgelöst.“ Friedrich Merz hatte im vergangenen Jahr „Probleme im Stadtbild“ mit Migrationsfragen und Abschiebungen in Zusammenhang gesetzt. Britta Haßelmann betonte: „In Bielefeld leben Menschen aus mehr als 150 Ländern zusammen. Sie sind eine Bereicherung und keine Gefahr.“ Die Verschieden- und Einzigartigkeit von Menschen, auch von Menschen mit Beeinträchtigungen, sei ein Gewinn für die Gesellschaft: „Daraus können wir Stärke entwickeln.“ 

Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Bethel hörten Britta Haßelmann sehr aufmerksam zu. Fotos: Christian Weische
Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Bethel hörten Britta Haßelmann sehr aufmerksam zu. Fotos: Christian Weische

Die Jugendlichen sprachen mit der Politikerin auch über den parlamentarischen Umgang mit Extremismus und Populismus. Britta Haßelmann betonte, die AfD sei eine Gefahr für Deutschland, weil diese mit ihren Angriffen auf die Menschenwürde und mit ihren Forderungen nach Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund gegen die Grundfesten der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und damit unseres Zusammenlebens verstoße. „Falsch sind auch die angestrebte Abkehr von Europa und die Rückbesinnung auf Nationalstaaten“, erläuterte Britta Haßelmann, „denn das ist ganz schlecht für unsere Wirtschaft. Europa ist unsere Zukunft!“ Sie forderte die Schülerinnen und Schüler auf, sich für die Demokratie einzusetzen: „Wir müssen das, was wir haben, verteidigen. Und wir haben eine Menge zu verteidigen.“  

Ein Thema, das offenkundig vor allem die anwesenden Schülerinnen umtreibt, ist der Umgang mit Sexualstraftätern. Britta Haßelmann sprach sich für besseren Schutz für Mädchen und Frauen, ein stärkeres Recht und konsequente Strafen aus. Zugleich lenkte sie den Blick auf die zunehmende sexuelle Gewalt in Sozialen Medien. So seien vor allem Mädchen und Frauen immer häufiger von sogenannten Deepfakes, also täuschend echten, KI-generierten Fälschungen von Bildern und Videos mit sexuellem Inhalt betroffen. „Deshalb will ich, dass wir ein digitales Gewaltschutzgesetz bekommen“, sagte Britta Haßelmann. 

Die 10M der Sekundarschule Bethel hatte im vergangenen Jahr während einer Klassenfahrt den Bundestag in Berlin besucht. Das geplante Treffen mit Britta Haßelmann musste entfallen, weil die Abgeordnete im Plenum an einer Abstimmung teilnahm. Sie versprach aber, die Schülerinnen und Schüler in Bethel zu besuchen, und löste dieses Versprechen nun ein.