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Drohnen werden zu Brandrettern

Ein lautes Surren, eine Staubwolke, dann hebt die Drohne ab. Mitten im Blütenberger Stiftungswald ist ein Feuer ausgebrochen. Die moderne Sensortechnik in den Bäumen hat frühzeitig erkannt, dass sich das Gasgemisch in der Luft verändert hat, und KI-gestützt Alarm geschlagen. Innerhalb von wenigen Minuten macht sich ein Schwarm Löschdrohnen aus dem waldnahen Hangar auf den Weg, um den Brandherd mit punktgenauem Einsatz von Sprühnebel bereits im Keim zu ersticken.
Dieses Szenario, das die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal aktuell nur als Forschungsprojekt in Kooperation mit dem brandenburgischen Technologie-Start-up Dryad erprobt, zeigt eindrucksvoll die technologische Entwicklung in der Waldbrand-früherkennung. "Mit unserem 290 Hektar großen Stiftungswald sind wir seit 2024 Teil von etwas ganz Großem", freut sich Beatrix Waldmann, Leiterin der Stabsstelle Ökologie & Nachhaltigkeit. "Wir unterstützen bei der Bekämpfung eines der dringendsten ökologischen Probleme unserer Zeit."

Wie ernst die Lage speziell auf den trockenen Böden in Brandenburg ist, brachte Dr. Jürgen Müller von Dryad bei einem Rundgang durch den Stiftungswald auf den Punkt: "Sowohl bei der Brandhäufigkeit als auch bei den betroffenen Flächen steht Brandenburg mit deutlichem Abstand vor allen anderen Bundesländern an der Spitze." Der Wissenschaftler betonte jedoch auch, wie groß der Anteil von menschlichem Fehlverhalten an der Umwelt-katastrophe ist: "80 Prozent aller Waldbrände werden fahrlässig oder vorsätzlich durch Menschen verursacht." Obwohl der Blütenberger Stiftungswald bisher noch nicht von Waldbränden betroffen gewesen sei, schaffe das kontinentale Klima mit längeren Dürreperioden und trockenen Böden eine Natur, die extrem schnell entflammbar sei.
"Der Schaden kann aber minimiert werden, wenn er frühzeitig erkannt wird", sagt Jürgen Müller und bringt damit das zentrale Versprechen des Kooperationspartners der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal auf den Punkt. "Wir sind angetreten, um Waldbrände in der ersten halben Stunde zu erkennen. Denn bis Satelliten die Feuer entdecken, ist es meistens schon zu spät, um sie einzudämmen." Dabei helfen soll ein solarbetriebener Sensor pro Hektar, der jeweils drei Werte misst: Gas, Feinstaub und Kohlenmonoxid. Werden bei allen Parametern bedeutende Veränderungen registriert, informiert der Sensor KI-gestützt eine Erkundungsdrohne. Diese lokalisiert den Brand, alarmiert die lokale Feuerwehr oder schickt bei kleineren Bränden autonome Unterdrückungsdrohnen mit einem 100-Liter-Löschmitteltank.

Ein noch besserer Schutz gegen Waldbrände als Früherkennungssensoren sind Waldumbaumaßnahmen. Diese hat die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal schon in den 1990er-Jahren vorangetrieben. "Als wir vor 30 Jahren begonnen haben, die Monokultur zu einem Mischwald zu verändern, war das Pflanzen eine wunderbare Arbeit für Menschen mit Behinderung", erinnert sich Beatrix Waldmann. Mithilfe der Beschäftigten aus den Hoffnungstaler Werkstätten wurden auf einem Gebiet von 3,5 Hektar rund 20.000 neue Bäume gepflanzt, die heute einen dichten Mischwald erge-ben. Obwohl ein Waldumbau sehr teuer sei, sei er nötig gewesen, um das Gebiet auf die aktuellen und kommenden klimatischen Herausfor derungen vorzu-bereiten, erklärt Stiftungsförster Alfred Hesse. "Früher bestand der Wald zum Groß teil aus Kiefern, die deut-lich schneller brennen als das feuchte Laub von Buchen- oder Eichen wäldern."
Für Beatrix Waldmann haben die Forschungskooperation und der Waldumbau darüber hinaus auch einen übergeordneten Wert: "Als diakonische Stiftung ist es unser Ziel, ein gutes Leben für alle Menschen zu ermöglichen. Das schließt die Umwelt mit ein."


