Bethel - Großstadtgeflüster spielt in der Mamre-Patmos-Schule
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Großstadtgeflüster spielt in der Mamre-Patmos-Schule

Andreas-Mohn-Stiftung ermöglicht Konzert in Bethel
„Die Schule bebte“, brachte es Schulleiter Klaus-Hermann Bunte auf den Punkt. Die Berliner Band „Großstadtgeflüster“ sorgte am vergangenen Freitag für Partystimmung bei ihrem exklusiven Konzert in der Mamre-Patmos-Schule in Bielefeld-Bethel. Es wurde wild getanzt und gefeiert, laut mitgesungen und -geklatscht. „Wir wollen Quatsch machen und alle sollen mitmachen“, hatte sich die Band vorgenommen – Mission erfüllt! Ermöglicht wurde der Auftritt in der Förderschule von der Andreas-Mohn-Stiftung.
Großstadtgeflüster ist eine 2003 gegründete Elektropop-Band, bestehend aus Sängerin Jen Bender, Schlagzeuger Chriz Falk und Keyboarder Raphael Schalz. Musikalisch bekamen die Schülerinnen und Schüler eine bunte Mischung aus Elektro, Punk, Pop und Indie auf die Ohren. Auf ein Musikgenre will sich das Trio nicht festlegen. „Wir machen keine Musik für ein Candle-Light-Dinner; es sei denn, man möchte auf dem Tisch tanzen“, so Jen Bender. Auch wenn Großstadtgeflüster in ihrer über 20-jährigen Bandgeschichte bereits viel gesehen und erlebt haben, werden sie gerne aus ihrer Komfortzone geholt. „Heute ist so ein Tag. Ich weiß absolut nicht, was passieren wird“, gestand die Sängerin vor dem Auftritt. Die Band freute sich, denn ein Konzert in einer Förderschule sei selbst für sie Neuland. Allerdings sei jedes Konzert für sich anders und nicht reproduzierbar, gab Jen Bender zu bedenken. „Der Altersdurchschnitt ist auf jeden Fall geringer als sonst.“

Mit der Unterstützung der Andreas-Mohn-Stiftung holt die Mamre-Patmos-Schule seit 2013 regelmäßig bekannte Bands für Konzerte nach Bethel. In den vergangenen Jahren betraten schon Bosse, Madsen, die Donots, Moop Mama oder Querbeat die Bühne in der Schulaula. „Wir haben uns in diesem Jahr für Großstadtgeflüster entschieden, weil uns ihre Texte aufgefallen sind“, erklärte Eva-Maria Mohn, Vorstandsmitglied der Andreas-Mohn-Stiftung. Die Art und Weise, wie die Musikerin und die Musiker Stellung zur Welt beziehen, vor allem die Botschaft des Songs „Icke“, würden sehr gut zu der Haltung der Stiftung und der Förderschule passen. „Das Lied ist schon fast eine Hymne: So wie ich bin, bin ich perfekt“, betonte sie. Gerade in Zeiten, in denen häufig der Mainstream anderen vorgebe bestimmten Idealen zu entsprechen, sei es wichtig, dass Kinder und Jugendliche in sich hineinhorchen: Wer bin ich? Was kann ich? Auch die zum Teil provokativen Texte, wie zum Beispiel „Fickt-Euch-Allee“, störten Eva-Maria Mohn nicht – im Gegenteil. „Wir sind nicht im Literatur-Kurs. Das ist Jugendsprache, so sprechen die Schülerinnen und Schüler.“
Einige der Oberstufenschülerinnen und -schüler hatten sich vorab im Unterricht mit Texten der deutschsprachigen Band beschäftigt und die Musikerinnen und Musiker kurz vor dem Auftritt in der Schule zu einem „Meet and Greet“ getroffen. Dabei gab es die einmalige Gelegenheit Jen Bender, Chriz Falk und Raphael Schalz Fragen zu stellen und ihnen die Ergebnisse ihrer Lerngruppe zu präsentieren.
„Die Konzerte sind immer ein großes Ereignis“, hob Klaus-Hermann Bunte, Leiter der Mamre-Patmos-Schule hervor. „Für viele unserer Schüler ist ein Konzert-Besuch nicht so einfach. Und wenn die Kinder nicht zum Konzert kommen, kommt das Konzert eben zu ihnen“, erklärte er die Idee dahinter. Er versteht den Auftrag der Mamre-Patmos-Schule auch darin, Lebensbereiche in ihren Schulalltag zu integrieren, die junge Menschen ohne Behinderungen sich sonst in ihrer Freizeit anreichern könnten.
Fotos: Christian Weische







