Haus Jaffa stärkt Bethels Ortskern
Nachrichten
Haus Jaffa stärkt Bethels Ortskern

Inklusives Wohnen und Gewerbeflächen
„Es ist endlich vollbracht!“ Mit diesen Worten eröffnete Stefan Helling-Voss die Einweihungsfeier des Hauses Jaffa. Der Geschäftsführer von Bethel.regional begrüßte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das Architekten-Team sowie einige zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner am Saronweg 18, um den Abschluss eines großen Bauprojekts in Bethels Ortsmitte gemeinsam zu feiern.

Das historische Gebäude, dessen umfassende Modernisierung nun abgeschlossen ist, verbindet sich hier mit einem viergeschossigen Neubau zu einem Wohnblock aus alter und neuer Bausubstanz. Beide Gebäude sind über ein gemeinsames Treppenhaus miteinander verbunden. Die Baukosten für das Projekt betrugen rund neuneinhalb Millionen Euro. Der Neubau bietet zeitgemäßen Wohnraum für Menschen mit Assistenzbedarf, die bislang im Haus Gaza leben. Dieses entspricht nicht mehr den aktuellen baulichen Anforderungen.
Die rund 38 Quadratmeter großen Wohnungen im Neubau sind komplett barrierefrei. Die Badezimmer sind pflegegerecht gestaltet – mit bodengleicher Dusche und Platz für eine Duschliege. Separate Schlafzimmer bieten Rückzugsorte, während die Küchen maximale Autonomie ermöglichen. Auf jeder Etage gibt es zudem Gemeinschaftsräume für Freizeitaktivitäten und gemeinsame Mahlzeiten. Dass die neuen Wohnungen den Bedürfnissen der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner entsprechen, steht im Mittelpunkt des Projekts. „Sie freuen sich sehr auf ihr neues Zuhause“, sagt Sabine Aschoff, Vorsitzende des Bewohnerbeirats, der die Interessen der Mieterinnen und Mieter vertritt.

Im Erdgeschoss des Neubaus finden sich gewerblich nutzbare Räume. Hier ist bereits das Bielefelder Sanitätshaus Rosenhäger eingezogen. Eine Praxis für Physio- und Ergotherapie eröffnet ihre Räume zum 1. November 2026. Zudem steht der Umzug des PIKSL Labors Bielefeld von der Gadderbaumer Straße in den Jaffa-Neubau fest. So wird die Ortsmitte Bethels gestärkt und belebt. „Das besondere ist die Mischung“, lobt Pastor Dr. Bartolt Haase, Vorstandsvorsitzender Bethels, die vielfältige Nutzung des Gebäudes.
Rolf Wacker, Projektmanager für Immobilien bei Bethel.regional, sieht darin einen wichtigen Beitrag zu einem inklusiven Miteinander in der Ortsmitte. „Das ist Inklusion, andersherum“, sagt er. Menschen mit Assistenzbedarf erhalten hier Wohnraum in zentraler Lage und werden so stärker in das Leben der Ortsmitte eingebunden. Auch an die Qualität des Wohnraums habe das Projekt einen hohen Anspruch gestellt, betont Rolf Wacker: „Mein Ziel ist es immer, Wohnraum zu schaffen, den ich selbst bewohnen würde. Das ist hier gelungen.“
Im Erdgeschoss des sanierten Haus Jaffa bezieht eine Tagespflege der Altenhilfe ihre Räumlichkeiten. In den oberen Geschossen entstehen ebenfalls Wohnungen. Damit wird der am zentralen Saronplatz gelegene Altbau nach Jahren der Leerstandes wieder dauerhaft in das Leben des Betheler Ortskerns eingebunden.
„Das Besondere ist der Erhalt des Bestandsgebäudes“, sagt Architekt Sven Grüne. Wie viele Gebäude der Ortschaft blickt auch das Haus Jaffa auf eine lange Geschichte zurück. Es wurde 1895 als Sattlerei und Wohnhaus gebaut; sein Name verweist auf die Stadt Jaffa, in der laut Apostelgeschichte Simon der Gerber lebte. Ein großer Teil des Bethel-Mobiliars entstand hier, vor allem Sofas, Sessel und Stühle. Das wichtigste Produkt waren Matratzen, die in allen Bethelhäusern sowie in den Krankenhäusern Verwendung fanden. Später diente das Gebäude zunächst als Zweigstelle des durch Bomben zerstörten Ophir-Kaufhauses, danach fanden eine Holzwerkstatt und Werktherapien hier ihren Platz.




