Neue intensivpädagogische Förderschule in Freistatt

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Neue intensivpädagogische Förderschule in Freistatt

Außenaufnahme Gebäude

Die naturnahe Lage und die hellen freundlichen Räume schaffen eine angenehme Lernatmosphäre. Fotos: Christian Weische

„In dieser Schule bist du willkommen"

Lärm im Klassenzimmer, Reizüberflutung in den Pausen und auf dem Schulhof – für manche Schüler stellt dieses sonst alttägliche Schulumfeld eine große Belastung dar. In Freistatt wurde darum nun feierlich die neue intensivpädagogische Förderschule des Schul- und Internatsverbundes des Unternehmensbereiches Bethel im Norden eröffnet. Der Neubau ist Teil der Janusz-Korczak-Schulen. Sie bietet eine Lernumgebung, die auf die Bedürfnisse speziell von Jungen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf ausgerichtet ist. Der ruhige Standort in der Region Diepholz bietet eine reizreduzierte Umgebung für die Schüler. Das Gebäude verbindet moderne Architektur mit Elementen der Förderschulpädagogik, wie schallgedämmte Räume oder reichlich Rückzugsmöglichkeiten.

Dzianis Maksimovich zeigt Ute Huneke die Klassenräume
Pastor Thorsten Nolting spricht am Rednerpult zum Publikum

Knapp 20 Monate Bauzeit stecken in dem lichtdurchfluteten, roten Backsteinhaus, in dem aktuell zehn Schüler von einem multiprofessionellen Team betreut werden können. Platz ist mit Blick in die Zukunft für bis zu 30 Kinder und Jugendliche. Der Neubau bringt auch Entlastung für die Mitarbeitenden.

Der Blick ins umliegende Moor als auch die hellen freundlichen Räume schaffen eine angenehme Lernatmosphäre, noch bevor der Unterricht beginnt. Im Rahmen der Eröffnungsfeier unterstrich Pastor Thorsten Nolting aus der Geschäftsführung von Bethel im Norden: „Ich bin beeindruckt von der Arbeit, die geleistet wird. Hier ist der Wille, Gutes zu tun, und das muss unterstützt werden." Er sprach einen besonderen Dank an alle Mitarbeitenden der Schule und Unterstützer aus, die dieses Projekt ermöglicht haben.

Gruppenbild: Leitende übergeben Blumenstrauß
Bei der Spenderin Ute Huneke (4. v. l.) bedankten sich (v. l.) Claus Freye, Geschäftsführung Bethel im Norden, Pastorin Andrea Wagner-Pinggéra, Bethel-Vorstand, Bereichsleiter Frank Simon, Schulleiter Markus Korff, Pastor Thorsten Nolting, Geschäftsführung Bethel im Norden, und Dzianis Maksimovich, Leiter der Intensivpädagogik.

Dazu gehört Ute Huneke, die mit ihrer Großspende die Baukosten von zwei Millionen Euro abdeckte. „Da fühlt man sich doch gleich willkommen", waren ihre ersten Worte, als sie die Eingangshalle, das Herzstück des Neubaus, betrat. Ihr Engagement entwickelte sich schon vor Jahrzehnten und zeigt sich in vielen weiteren Spendenprojekten. Sie ist überzeugt: „Als jugendlicher Mensch hat man einen sozialen Tick, ich habe meinen behalten." Auch Pastorin Andrea Wagner-Pinggéra, Vorstandsmitglied der v. Bodelschwighschen Stiftungen Bethel, lobte den Neubau. „Es ist ein Ort, der die Schüler annimmt. Nicht nur diejenigen, die jung, gesund und schön sind. Nein, alle sind Gottes Ebenbild", sagte sie zur Einweihung.

Pastorin Andrea Wagner-Pinggéra unterhält sich mit Ute Huneke.
Pastorin Andrea Wagner-Pinggéra (l.) und Ute Huneke sind sich einig: In dieser neuen Förderschule fühlt sich jeder willkommen.

Die Klassenräume mit ihren bunten Stühlen werden sich noch weiter verändern. Sitzsäcke, Stehtische – alles was den Lernerfolg fördert, soll hinzukommen. Denn manche Schüler könnten nur im Stehen lernen, oder fühlen sich liegend auf einem Sitzsack am denkfähigsten, meint Dzianis Maksimovich, Leiter der Intensivpädagogik. Auch Rückzugsmöglichkeiten für die Schüler sind bedacht worden. Manche von ihnen benötigen zeitweise Ruhe und besondere Unterstützung. Jedes Klassenzimmer hat einen Nebenraum, der durch eine Glastür getrennt ist. So können sich Schüler bei Bedarf zurückziehen und bleiben trotzdem mit ihrer Klasse verbunden.

Das Konzept baut auf Unterricht in kleinen Klassen, Kleinstgruppen oder in einer Einzelförderung. Es werden individuelle Lerngruppen gebildet, in denen nach Schwerpunkten gearbeitet wird. Ergänzt wird dieses Angebot durch Sport- und Bewegungsangebote und auch durch eine moderne Lehrküche, die Raum für gemeinsame Kochprojekte bietet. Die Schüler erhalten die Möglichkeit, ihre Stärken zu entdecken und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Ab dem 26. Oktober nimmt die Schule den Betrieb auf. Schulleiter Markus Korff stellte den Leitsatz vor: „In unserer Schule bist du willkommen. Respekt, Toleranz und Offenheit prägen den Schulalltag".