Fußballtraining von Bethels Beratungsstelle „weiterleben“
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Fußballtraining von Bethels Beratungsstelle „weiterleben“

„Wenn man einen guten ersten Ballkontakt hat, ist man im Vorteil“, ruft Fabian Klos. Um ihn herum wuseln 20 Nachwuchsspieler des VfR Wellensiek und passen einander Fußbälle zu. Der Ex-Profi des DSC Arminia Bielefeld ist als Schirmherr der Beratungsstelle „weiterleben“ der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel zu dem Bielefelder Sportverein gekommen. In einem Training gibt er den Jugendlichen Tipps, wie sie Verletzungen vermeiden können.
Fabian Klos hat in seiner Karriere zwei schwere Kopfverletzungen davongetragen. 2013 zog er sich Frakturen an Gesichtsschädel, Stirn und Augenhöhle zu; 2022 erlitt der frühere Stürmer bei einem weiteren Zusammenprall erneut Brüche der Stirn- und Augenhöhle. So schrecklich das war: Wegen dieser leidvollen Erfahrungen ist Fabian Klos ein glaubwürdiger Botschafter für das Thema Kopfverletzungen und für seine ehrenamtliche Tätigkeit in Bethel bestens geeignet.
„Weiterleben“ bietet Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen eine Anlaufstelle sowie qualifizierte Beratung und Unterstützung. Das Angebot richtet sich nicht nur an die Betroffenen selbst und ihre Familien, Freundinnen und Freunde sowie Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch an andere soziale Systeme, wie beispielsweise Sportvereine. „Ein Schädel-Hirn-Trauma oder neurologische Unfälle sind für Betroffene wie ein Riss im Leben“, weiß Katrin Klaphake von „weiterleben“. Aktionen wie das Präventionstraining zielten darauf ab, einen solchen heftigen Einschnitt erst gar nicht geschehen zu lassen und für das Thema zu sensibilisieren.
Im vergangenen Jahr leitete Fabian Klos beim Bielefelder Stadtteilklub TuS Hoberge-Uerentrup ein Training mit Schwerpunkt auf der Vorbeugung von Verletzungen beim Kopfballspiel. Diesmal, bei der C2-Jugend des VfR Wellensiek, liegt der Fokus auf der Vermeidung von Zweikämpfen. Eine wesentliche Voraussetzung dafür sei ein sauberes Passspiel, erläutert Arminias Rekordtorjäger den Zwölf- bis 14-Jährigen und zitiert seinen ehemaligen Trainer Uwe Neuhaus. „Ein gutes Passspiel ist auch Verletzungsprophylaxe“, habe der den Profis während seiner Zeit in Bielefeld eingeimpft. Arminias Meistertrainer, der 2020 mit dem DSC in die Bundesliga aufstieg, hat selbstverständlich Recht: Präzise, gut getimte Zuspiele erleichtern Mitspielern nicht nur die An- und Mitnahme, sondern helfen auch, Zusammenstöße mit Gegenspielern zu vermeiden.

Fabian Klos lässt die Jugendlichen daher immer wieder Pässe spielen und im Sprint hinterherlaufen, lobt, korrigiert und muntert auf. Nebenbei hält er die Nachwuchskicker, die vom ostwestfälischen Oktober-Regen so wie er selbst bald völlig durchnässt sind, auf diese Weise in Bewegung und damit warm. Als dem einen oder anderen das Passen und Hinterhergehen etwas langweilig zu werden droht, erläutert Arminias Rekordspieler den Sinn der ständigen Wiederholungen: „Diese Übungen machen auch die Profis immer wieder. Je öfter, desto besser wird man. Die Kunst besteht darin, keine Fehler zu machen. Also: Konzentriert euch und achtet darauf, dass ihr einen guten ersten Kontakt habt!“
Die Jungen hören ihm genau zu und sind von der Übungseinheit mit Arminias Rekordspieler begeistert. Der 13-jährige Zidan sagt hinterher: „Das Training hat mir sehr gut gefallen, er hat uns einiges beigebracht.“ Sein Mitspieler Emil (12) findet: „Das war ein tolles Erlebnis. Und die Tipps, die Fabi uns zum Passspiel und zum ersten Kontakt gegeben hat, haben mir echt geholfen.“ Im Idealfall helfen die Ratschläge nicht nur, um Tore vorzubereiten und zu erzielen, sondern auch, um Verletzungen und vor allem Kopfverletzungen vorzubeugen.
Weitere Trainings dieser Art sind in Planung.


