Nachrichten | Nordrhein-Westfalen

Unterstützungsfonds für Opfer des Assistenzarztes

In Trägerschaft der Stiftung Bethel wird ein Unterstützungsfonds eingerichtet, der sich an alle Opfer richtet, die im Ev. Klinikum Bethel (EvKB) sexuellen Missbrauch eines Assistenzarztes erlitten haben. Diese Frauen sind Opfer eines unfassbaren Verbrechens geworden. Der Täter hatte sich direkt nach seiner Verhaftung im September 2020 in der Untersuchungshaft das Leben genommen.

Das EvKB und die Stiftung Bethel erkennen das erlittene Leid der Opfer an und möchten Verantwortung übernehmen, indem sie diese bei der Bewältigung des Erlebten mit unbürokratischen und niedrigschwelligen Angeboten im Rahmen des Fonds unterstützen. Bethel steht den Opfern außerdem mit allen Therapie- und Hilfsangeboten zur Seite - wenn sie es wünschen.

Der Fonds kann erlittenes Leid nicht ungeschehen machen, möchte aber Hilfe zur Verarbeitung der Verbrechen geben. Er soll den Opfern gleichermaßen und gleichberechtigt eine Hilfe sein und sie auch finanziell unterstützen – bedingungslos und unabhängig von der noch nicht geklärten Frage nach rechtlichen Verpflichtungen. Das laufende Verfahren der Staatsanwaltschaft Duisburg ist noch nicht abgeschlossen. Die Kontaktaufnahme mit den Opfern erfolgt durch die Opferschutzbeauftragte des Landes NRW. Sie und weitere beteiligte Opferschutzorganisationen haben versichert, dass die Ansprache behutsam erfolgen wird und sie den Opfern mit Begleitung und therapeutischer Unterstützung ebenfalls zur Seite stehen.

Seit zwei Jahren beherrscht das Thema sexuelle Gewalt das tägliche Arbeiten im Krankenhaus. Für alle Beschäftigten wurde unter der Überschrift „Klare Kante“ ein Programm mit Workshops und Fortbildungen entwickelt, das alle für das Thema sensibilisieren soll. Zudem wurde für Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten ein anonymes Hinweisgeber-System installiert.

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