Pressemitteilung | Nordrhein-Westfalen

Neues Screeningverfahren deckt Corona-Mutation auf

Südafrikanische Corona-Variante in Bielefeld

Bielefeld-Bethel. In Bielefeld wurde jetzt erstmals die südafrikanische Mutation des Corona-Virus nachgewiesen. Eine Mitarbeiterin der Klinik für Kinderchirurgie des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) hat sich mit der sogenannten B 1.351 Variante infiziert. Das ergab das regelhafte Mitarbeitenden-Screening. Ein neues Verfahren des krankenhauseigenen Labors hat den Hinweis auf die Virus-Variante gegeben. Die Sequenzierung durch das Centrum für Biotechnologie der Universität Bielefeld hat das Ergebnis bestätigt.

„Bislang gibt es keinen Hinweis für einen unkontrollierten Ausbruch“, so Univ.-Prof. Eckard Hamelmann, Ärztlicher Direktor des Kinderzentrums Bethel. „Durch die frühzeitige Erkennung der Mutation konnten wir sofort reagieren und alle relevanten Sicherheitsmaßnahmen treffen“. So wurde ein Aufnahmestopp für die kinderchirurgische Klinik ausgesprochen. Der Zugang zur Klinik, die sich im Südostflügels des Hauses Gilead I befindet, erfolgt über eigene Zugänge, damit keine zusätzlichen Begegnungen zu anderen Mitarbeitenden oder Patienten des EvKB entstehen.

Derzeit werden alle Patienten und Mitarbeitenden der Klinik auf die neue Virus-Mutation getestet. Für Mitarbeitende und Patienten, die in Kontakt mit der betroffenen Mitarbeiterin standen, wurde vorsorglich eine Quarantäne ausgesprochen. Das EvKB befindet sich dazu in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. Mit den Familien bereits entlassener Patienten nimmt das Gesundheitsamt direkt Kontakt auf. „Wie bei mutierten Viren üblich, wird auch in diesem Fall ein großflächiges Kontaktmanagement durchgeführt“, teilt Ingo Nürnberger, Krisenstabsleiter der Stadt Bielefeld mit.

Mitarbeitende und Patienten werden alle zwei Tage getestet, bis eine Ansteckung ausgeschlossen ist. Das Gesundheitsamt hat eine Quarantäne von vierzehn Tagen ausgesprochen. „Alle Maßnahmen wurden vorsorglich und zur Sicherheit unserer Patienten und Mitarbeitenden getroffen. Diese Vorkehrungen sind schmerzlich, aber notwendig, weil nach aktuellen Erkenntnissen die Südafrika-Variante zwar nicht gefährlicher als die bekannte Variante ist, aber deutlich ansteckender“, sagt Hamelmann.

Mit dem neuen Testverfahren reagiert das EvKB auf die Verordnung der Bundesregierung, eine zunehmende Sequenzierung des Corona-Virus vorzunehmen. „Diese Regelung war dringend notwendig, denn nur so können wir auf das dynamische Infektionsgeschehen reagieren. Andere Länder sind bei der Sequenzierung schon viel weiter“, sagt Dr. Christiane Scherer, leitende Krankenhaushygienikerin des EvKB. „Ich bin froh, dass die Bundesregierung diese Lücke erkannt hat, damit die Testverfahren nun angepasst werden können. Das EvKB und das Centrum für Biotechnologie der Universität Bielefeld erforschen bereits seit Frühjahr letzten Jahres die regionalen Mutationen des Virus. Das neue Screeningverfahren am EvKB unterstützt hierbei insbesondere die Suche nach den neuen unter besonderer Beobachtung stehenden Virusvarianten.