Pressemitteilung | Nordrhein-Westfalen

Älteste Bielefelderin lebt im Lohmannshof

Anneliese Figge

107 Jahre – Anneliese Figge feiert Geburtstag

Bielefeld-Bethel/Wellensiek. Schauspieler Louis de Funès, Forscher Thor Heyerdahl, Everest-Bezwinger Tenzing Norgay und Anneliese Figge aus dem Bielefelder Westen haben eines gemeinsam: Sie alle kamen im Jahr 1914 auf die Welt. Doch als einzige der genannten feiert die Bielefelderin am 14. November ihren Geburtstag. Mit 107 Jahren ist Anneliese Figge, die in Bethels Pflegezentrum am Lohmannshof lebt, der älteste Mensch der Stadt.

Als „Gewächs aus dem Bielefelder Westen“ bezeichnet Sohn Wolfgang Figge, selbst 76 Jahre alt, seine an der Arndtstraße geborene Mutter. Hier betrieben ihre Eltern einen Papier- und Schreibwarenladen. Früh hat sie in dem Familienbetrieb mitgearbeitet, auch in der Buchhaltung. Dass sie ein ausgesprochener „Zahlenmensch“ ist, merkt man bis heute: Kopfrechnen kann sie immer noch sehr gut. Außerdem blieb ihr ein gutes Gedächtnis erhalten – unzählige Geburtstage und Telefonnummern weiß sie auswendig.

Die Corona-Pandemie, die Anneliese Figge im Lohmannshof bislang gesund und ohne Infektion überstanden hat, ist für die Bielefelderin nicht die erste Masseninfektion. Auch an die Spanische Grippe, die 1918 Millionen Menschenleben forderte, kann sie sich noch erinnern. „Ich weiß noch, dass mein Vater damals sehr krank war.“ Dass sie selbst nicht nur diese gefährliche Zeit, sondern auch noch mehr als ein Jahrhundert inklusive zweier Weltkriege überstehen sollte, hätten in Kindertagen wohl wenige gedacht: „Ich war immer die Kleinste und Leichteste von allen“, sagt sie. Jedes Jahr wurde das Mädchen mit der vermeintlich schwächlichen Konstitution sechs Wochen in Kur geschickt, um robuster zu werden.

Mit Bethel ist Anneliese Figge nicht erst in Kontakt gekommen, als sie vor dreizehn Jahren in das Pflegezentrum im Bielefelder Wellensiek zog. Vor bald 100 Jahren besuchte das Mädchen auf Wunsch ihrer Großmutter die Handarbeitsschule in Bethel. „Ein Mädchen muss nähen können“, war deren feste Überzeugung. „Mir hat es dort gut gefallen“, erinnert sich Anneliese Figge. „Von den Diakonissen habe ich gelernt, was man für den Hausgebrauch so benötigt.“ Mit ihrem Mann Wilhelm war sie von 1936 bis zu dessen Tod 1992 verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, vier Enkel und drei Urenkel folgten.

Ein Rezept, wie man so ein hohes Alter erreicht, hat Anneliese Figge nicht. Lediglich ein „solides Leben“ sei empfehlenswert. Vielleicht liegt es doch an den guten Genen in der Familie, schließlich „knackte“ auch ihre jüngere Schwester in diesem Jahr die Marke 100. Aber einen Rat hat sie dann doch für ihre Mitmenschen: „Man muss sein Maß kennen.“

Bildtext:

  • Ein „solides Leben“ sei das Rezept zum Alt-werden, sagt Anneliese Figge. Foto: Paul Schulz

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