Ambulante Suchthilfe Bethel zum bundesweiten Aktionstag Glücksspielsucht

Pressemitteilung

Ambulante Suchthilfe Bethel zum bundesweiten Aktionstag Glücksspielsucht

„Massive Werbung – wenig Schutz!“

Bielefeld-Bethel. Am 30. September 2026 ist bundesweiter Aktionstag Glücksspielsucht. Das Motto in diesem Jahr: „Suchtmittel Glücksspiel – massive Werbung, wenig Schutz!“ Zum Aktionstag bietet die Ambulante Suchthilfe Bethel mit der Fachstelle Verhaltenssucht eine offene Onlinesprechstunde an. Außerdem setzen 4.500 Postkarten an mehr als 90 CityCards-Standorten ein sichtbares Zeichen für mehr Aufmerksamkeit, Information und Schutz vor glücksspielbezogenen Problemen.

Insgesamt hat die Glücksspielbranche in Deutschland im Jahr 2025 mehr als 620 Millionen Euro für Werbung ausgegeben. Damit gehört sie zu den zehn Branchen mit den größten Werbebudgets. In diesem Jahr wurden bei den vier WM-Spielen der deutschen Mannschaft 113 Minuten Werbung insbesondere für Wetten und Online-Spiele gezeigt. Das Ziel ist klar: Neue Kunden (insbesondere sportbegeisterte Menschen) sollen akquiriert werden und den Umsatz der Branche steigern. Dass die Werbung wirkt, zeigt nicht nur die Spielteilnahme, sondern spiegelt sich auch in den hochgerechnet gut 1,3 Millionen Menschen wider, die die Diagnosekriterien einer glücksspielbezogenen Störung erfüllen. Weitere 3,1 Millionen Menschen weisen Anzeichen für ein problematisches Glücksspielverhalten auf. Damit haben 15 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Person in ihrem Umfeld, für die das Wetten oder Spielen um Geld zu einer Belastung oder einem Problem geworden ist (Glücksspiel-Survey, 2025). Sportwetten und Onlineglücksspiele sind dabei inzwischen die häufigsten Problemverursacher. 

Das bildet sich auch in der Fachstelle Verhaltenssucht der Ambulanten Suchthilfe Bethel ab, die zur Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) gehört und ein spezifisches Angebot für Betroffene und Angehörige vorhält. Die Zahlen steigen aktuell alarmierend, so Frank Gauls, Leiter der Ambulanten Suchthilfe. Erschreckend sei auch, dass die Spielsperren regelhaft umgangen werden können, was Testkäufe des Fachverbandes Glücksspielsucht bestätigen.

Offene Online-Sprechstunde

  • Mittwoch, 30.09.2026, 15:00 bis 16:00 Uhr
    Zugang: evkb.de/ambulante-suchthilfe