Bethel - „Bielefeld barrierefrei erleben“

Pressemitteilung

„Bielefeld barrierefrei erleben“

Betheler Erfolgsprojekt wird fortgeführt

Bielefeld-Bethel. Fünf Jahre lang hat die „Aktion Mensch“ das Projekt „Bielefeld barrierefrei erleben“ der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel gefördert. Am 30. April ist Schluss, doch am Ende ist „Bielefeld barrierefrei erleben“ deshalb nicht – im Gegenteil. Wie Birgit Beckermann, Dezernentin der Stadt Bielefeld für Schule/Bürger/Kultur/Sport, jetzt bei der offiziellen Abschlussveranstaltung in Bethel sagte, werde die Stadt sich an einer Fortführung beteiligen. „Das ist ein Erfolgsprojekt“, betonte sie. „Wir machen gemeinsam weiter, damit Bielefeld noch barriereärmer wird.“

„Bielefeld barrierefrei erleben“ macht Barrieren in Kultur-, Freizeit- und Sportstätten sichtbar und möchte dazu beitragen, diese abzubauen. 105 Gebäude und 318 Räume in Bielefeld hat das Projektteam der Betheler Neuen Schmiede bislang untersucht und die Ergebnisse im Netz auf bielefeld-barrierefrei.de veröffentlicht. Die Häuser wurden auf mögliche Barrieren für Menschen mit einer Mobilitäts-, Hör-, Seh- und kognitiven Einschränkung getestet. Mit Hilfe der Daten können sich Betroffene vor einem Besuch über die örtlichen Gegebenheiten einer Veranstaltungsstätte informieren.

Einer der Tester ist Detlev Barczewski. Er hat eine Sehbehinderung. „Wenn ich mich vorab über einen Ort schlaumachen kann, gehe ich entspannter und mit mehr Vertrauen dorthin“, sagte er. „Ich kann besser einschätzen, ob ich zum Beispiel den Weg in den Saal oder zu den Toiletten finde und ob ich eine Begleitperson für den Besuch benötige.“ Das Online-Verzeichnis helfe, Schwellenängste abzubauen. „Wenn ein Ort darin aufgeführt ist, weiß ich auch, dass es dort eine Sensibilität für das Thema Barrierefreiheit gibt.“ 

 

 

 

Der schon entstandene Datenschatz soll weiter gut gepflegt und vergrößert werden. Wie Evelin Kalveram vom Betheler Projektteam mitteilte, werden Eigentümer und Betreiber der schon getesteten Gebäude in Kürze Zugänge zur Website erhalten, um dort ihre Daten immer auf dem aktuellen Stand halten zu können. Die erhobenen Daten seien, wie sie sagte, zudem schon in Überarbeitungen von bestehenden Gebäuden und Planungen von neuen Häusern eingeflossen, um Barrieren abzubauen. So hat beispielsweise das Theaterlabor Bielefeld ein neues, auf Farben basierendes Konzept zur besseren Orientierung im Haus erstellt. Das Künstlerinnenforum Bielefeld hat eine Rollstuhlrampe angeschafft.

Das Projekt ziehe inzwischen sogar Kreise über Bielefeld hinaus, berichtete Inka Stückemann vom Projektteam: „Unsere Expertise wird angefragt. Es besteht ein Interesse, mehr über das Projekt zu erfahren und darüber, was zum Beispiel beim Bau einer neuen Sporthalle in puncto Barrierefreiheit bedacht werden muss.“ Zudem solle es für „Bielefeld barrierefrei erleben“ künftig eine Kooperation mit der Universität Bielefeld geben. 

Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Dr. Bartolt Haase dankte allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die zum Gelingen von „Bielefeld barrierefrei erleben“ beitragen. Das seien vor allem diejenigen, die die Testungen durchführen, „aber auch diejenigen, die ihre Gebäude haben testen lassen und offen für Verbesserungsvorschläge waren und sind“. Das Projekt sei ein guter Start, und es sei wichtig, dass es nun gemeinsam mit der Stadt weitergehe.

 

  • Bildzeilen:

Bethel_Bi_Barrierefrei_26-021_p.jpg: Stefan Helling-Voß (Geschäftsführer Bethel.regional, v.l.), Tobias Rütten, Evelin Kalveram und Inka Stückemann (alle Projektteam Neue Schmiede Bethel), Birgit Beckermann (Dezernentin der Stadt Bielefeld für Schule/Bürger/Kultur/Sport), Anneke Berger (Leiterin der Neuen Schmiede) und Pastor Dr. Bartolt Haase (Bethel-Vorstandsvorsitzender) freuen sich über den Erfolg von „Bielefeld barrierefrei erleben“.

Bethel_Bi_Barrierefrei_26-079_p.jpg: Detlev Barczewski (l.) und Peter Mothes gehören dem Team der ehrenamtlichen Testerinnen und Tester an.

 

  • Fotos: 

Christian Weische / v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel