Pressemitteilung

Ein Jahr nach der Hochwasser-Katastrophe

Bielefeld-Bethel. Der Regen wurde immer stärker, die Ahr erreichte schnell ungekannte Pegelstände und trat schließlich über die Ufer: Das Hochwasser des 14. und 15. Juli 2021 verwüstete weite Teile des Ahrtals. In der Flut kamen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz insgesamt mehr als 180 Menschen ums Leben, Tausende verloren ihr Hab und Gut. Ein Jahr danach ist im ganzen Ahrtal zu erkennen, wie die Menschen den Wiederaufbau angepackt haben, doch es bleibt noch viel zu tun. Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel engagieren sich in vielfältiger Weise für die Opfer und die Region – und werden dies auch künftig tun.

Unmittelbar nach der Flut bat die Brockensammlung Bethel um Sachspenden und lieferte diese mit Lebensmitteln an das „Bethel Hotel zum Weinberg“ im Zentrum von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das damals noch im Rohbau befindliche Haus diente in der Katastrophe als Versorgungspunkt. Dort wurden palettenweise Wasserflaschen, Nudeln, Reis, Tomatensauce sowie weitere Essenszutaten und Gegenstände des täglichen Bedarfs gelagert. Aus den Lebensmitteln aus Bethel bereitete das Bayerische Rote Kreuz vor dem Hotel täglich 6.000 Essen zu. Diese wurden an die vom Hochwasser betroffenen Menschen und genauso an Helferinnen und Helfer ausgegeben. 

Mit der Eröffnung des Hotels im Februar 2022 trägt Bethel dazu bei, den Tourismus in der beliebten Urlaubs- und Weinregion wieder anzukurbeln. In dem inklusiven Haus nehmen Menschen mit Beeinträchtigungen rund 40 Prozent der Arbeitsplätze ein. „Das Hotel ist einer unserer Beiträge zum Aufbau sozialer Infrastruktur nach der Katastrophe im Ahrtal – ganz besonders in der Sorge für Menschen mit Behinderungen“, betont Bethel-Vorstand Pastorin Dr. Johanna Will-Armstrong.

Darüber hinaus kooperiert Bethel vor Ort in der Trauer- und Traumakoordination des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr. Denn Experten schätzen, dass im Ahrtal rund 4000 der etwa 50.000 von der Flut betroffenen Menschen an einer Posttraumatischen Belastungsstörung leiden. Außerdem bietet das Regionalteam Bethel im Ahrtal als Teil des Netzwerks der Diakonie Katastrophenhilfe und der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe Beratungen zu finanziellen Hilfen und baufachlichen Fragen an. So schauen die mobilen Helfer mit Betroffenen, welche Schäden Versicherungen und Land übernehmen und welche Spendengelder abgerufen werden können. Aus Spendengeldern der Diakonie Katastrophenhilfe wurde inzwischen mehr als eine Million Euro an Flutopfer ausgezahlt.

Aus einem Spendenfonds, den Bethel für Hochwasseropfer auflegte, wird in diesem Sommer auch eine Familienfreizeit finanziert. Zwölf betroffene Familien aus dem Ahrtal haben sich angemeldet; sie sind eingeladen, im August eine möglichst unbeschwerte Woche auf der Nordseeinsel Norderney zu verbringen. Bethel und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe tragen sämtliche Kosten für An- und Abreise, Unterkunft und Verpflegung.

Schon vor der Flut betrieb Bethel in Bad Neuenahr-Ahrweiler gemeinsam mit dem Hospiz-Verein Rhein-Ahr sowie der katholischen Stiftung Marienhaus ein stationäres Hospiz. Im Juni 2022 eröffneten die drei Träger im „Bethel Hotel zum Weinberg“ einen Stützpunkt der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung. Zurzeit entsteht in Bad Neuenahr-Ahrweiler zudem unter Beteiligung von Bethel ein Integratives Mehrgenerationen-Quartier. Es soll Anfang 2023 eröffnet werden. Bethel ist dort Eigentümer 16 barrierefreier Wohnungen. Diese sollen an Menschen mit Beeinträchtigungen vermietet werden.