Bethel - EvKB übernimmt Schlüsselrolle für Muttermilchversorgung in NRW
Pressemitteilung
EvKB übernimmt Schlüsselrolle für Muttermilchversorgung in NRW

Die kleine Isabella hat in den ersten Tagen ihres Lebens von gespendeter Muttermilch profitiert. Jetzt spendet Mutter Kira für andere Früh- und Neugeborene.
Netzwerk Humanmilchbanken Nordrhein-Westfalen gegründet
Bielefeld-Bethel. Mit dem „Netzwerk Humanmilchbanken Nordrhein-Westfalen“ ist jetzt ein landesweit neuartiges Leuchtturmprojekt zur besseren Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen gestartet. Ziel des Netzwerks ist es, gespendete Muttermilch flächendeckend in ganz Nordrhein-Westfalen zur Verfügung zu stellen, was die Versorgung dieser besonders gefährdeten Kinder deutlich verbessert. Im EvKB – Evangelisches Klinikum Bethel in Bielefeld – ist eine Zentrale der neuen Einrichtung verortet.
Muttermilch gilt als besonders wertvoll für sehr früh und unreif geborene Kinder. Sie unterstützt ihre körperliche und geistige Entwicklung und kann vor schweren Komplikationen und langfristigen Schäden schützen. Wenn die Milch der eigenen Mutter nicht oder nicht ausreichend verfügbar ist, kann Spenderinnenmilch aus einer Humanmilchbank entscheidend sein.
Bereits 2024 hatte das Land Nordrhein-Westfalen 18 Perinatalzentren der höchsten Versorgungsstufe beim Aufbau von Humanmilchbanken unterstützt. Auf dieser Grundlage ist durch eine weitere Förderung des Landes nun das Netzwerk Humanmilchbanken Nordrhein-Westfalen entstanden. Es verbindet zentrale Humanmilchbanken mit kooperierenden Perinatalzentren der Versorgungsstufen 1 und 2.
Das Netzwerk arbeitet in regionalen und überregionalen Verbünden: Zentrale Humanmilchbanken übernehmen das Sammeln, Testen, Aufbereiten und Lagern der gespendeten Milch. Von dort wird sie bedarfsgerecht an die beteiligten Kliniken verteilt. Mit dieser speziellen Expertise können vorhandene Ressourcen effizient genutzt und mehr Frühgeborene mit Humanmilch versorgt werden.

Das Netzwerk Humanmilchbanken NRW besteht aus 5 Zentralen und 15 angeschlossenen Perinatalzentren. Eine dieser Zentralen ist das EvKB. Hier werden im Level-I-Perinatalzentrum die höchste Zahl an Frühgeborenen in Ostwestfalen-Lippe versorgt. Seit 2023 verfügt es über eine Frauenmilchbank mit einem erfahrenen Team aus Stillberaterinnen, Pflegefachkräften und Ärztinnen und Ärzten. Jetzt wird diese Einrichtung in ihrer Funktion erweitert: „Gespendete Muttermilch ist grundsätzlich ausreichend vorhanden, aber bisher nicht zu jeder Zeit dort, wo sie benötigt wird. Über unser neues Netzwerk ist es möglich, sie so zu verteilen, dass langfristig jedes Kind, das Humanmilch benötigt, auch Zugang zu ihr hat“, erklärt Cornelia Buchholt, Pflegerische Leitung der Frauenmilchbank am EvKB. Von hier aus sind Perinatalzentren in Minden, Rheine und Leverkusen sowohl zum Sammeln und Verteilen gespendeter Milch an andere Einrichtungen des Netzwerks als auch als Empfänger angeschlossen. „Langfristig soll das Netzwerk dazu beitragen, die Ernährungssituation sowie die Überlebens- und Gesundheitschancen von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen in Nordrhein-Westfalen nachhaltig zu verbessern“, freut sich Univ.-Prof. Dr. med. Daniel Klotz, Leitender Arzt der Abteilung für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin am EvKB.
Das Netzwerk Humanmilchbanken NRW gilt als landesweites Leuchtturmprojekt für die Versorgung von Frühgeborenen. Es zeigt, wie durch Kooperation zwischen Kliniken eine hochwertige medizinische Versorgung landesweit gestärkt werden kann. Der Anschluss weiterer Kliniken an das Netzwerk ist geplant. Bundesweit existieren bislang drei vergleichbare Netzwerke. Das neue Netzwerk in NRW ist dabei das größte seiner Art.
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