Pressemitteilung | Nordrhein-Westfalen

„Intelligenter Sortiertisch“ verbessert Altkleiderrecycling

Brockensammlung Bethel nimmt an Pilotprojekt teil

Bielefeld-Bethel/Berlin. Ein spezieller Sortiertisch in der Brockensammlung Bethel soll künftig die Kreislaufwirtschaft mit Altkleidern verbessern. Das System hat die Berliner Firma „circular.fashion“ entwickelt, die den „intelligenten Sortiertisch“ jetzt in der Brockensammlung in Bielefeld-Bethel installierte. „Damit können wir einen stärkeren Beitrag für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft leisten“, sagt Susanne Hintz, Betriebsleiterin der Brockensammlung.

Auf den ersten Blick sieht der „intelligente Sortiertisch“ wenig spektakulär aus. Nur ein Flachbildschirm, der an eine Ecke der Tischplatte montiert wurde, lässt erahnen, dass die Fläche keine simple Ablage ist. Unter dem Tisch befinden sich zwei Scanner. Diese erkennen in Kleidungsstücke eingenähte Elektronik-Chips. Eine Software kann dann Daten über das Kleidungsstück abrufen, darunter Informationen zum Hersteller und das Produktionsjahr sowie zum Material.

„Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sammel- und Sortierbetrieben können mit Hilfe des Systems einfach und schnell entscheiden, ob das Kleidungsstück wiederverwertbar ist“, erklärt Mario Malzacher, einer der Gründer von „circular.fashion“. Ein Beispiel: Das Baumwoll-T-Shirt einer an dem Projekt teilnehmenden Marke hat ein Loch hat und wäre früher vielleicht nur noch zu einem Putzlappen verarbeitet worden. Jetzt kann es einem Recycling-Unternehmen angeboten, das auf der Suche nach diesem Material ist.

Mit der Einrichtung der Sortierstation nimmt die Brockensammlung Bethel an dem Pilotprojekt „Closed loop“ teil. Der Dachverband gemeinnütziger Altkleidersammler in Deutschland „FairWertung“ und „circular.fashion“ haben das 2021 gestartete Projekt gemeinsam initiiert. Bundesweit beteiligen sich mehrere Altkleidersammler und Sortierunternehmen an der Erprobung von „Closed loop“. Ziel des Projekts ist es, ein besseres Kreislaufsystem für die Modebranche in größerem Umfang zu testen, um es später zu etablieren.

Die Berliner Firma „circular.fashion“ arbeitet dafür mit verschiedenen Unternehmen zusammen. Unter ihnen sind Hersteller, die bereits viel Wert auf eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft legen, sowie zurücknehmende Sammler, wie die Brockensammlung Bethel, und Recycling-Firmen. Auch einige Modemarken nehmen ihre Waren selber wieder zurück, um sie als Gebrauchtkleidung ein zweites Mal in den Kreislauf zu bringen.

Die Bedienung der „intelligenten Sortiertische“ ist einfach, da Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Textil nur über den Tisch ziehen müssen und sofort alle Informationen auf dem Bildschirm sehen. „Aus dem Projekt heraus können somit neue interessante Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen entstehen“, so Susanne Hintz.

 

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Mario Malzacher, Mitgründer von „circular.fashion“, erklärt Betriebsleiterin Susanne Hintz (Mitte) und der Beschäftigten Nicole Vorreiter die Benutzung des „intelligenten Sortiertisches“. Foto: Christian Weische