Pressemitteilung | Nordrhein-Westfalen

Mit Impfschutz Richtung Alltag

Betheler Pflegezentrum Quelle

Bielefeld-Quelle. Lieselotte Ohse ist erleichtert – und zieht eine klare Bilanz: „Das Gefühl ist deutlich besser als vorher“, sagt die 86-Jährige. Am 27. Juni ist es genau ein halbes Jahr her, dass die Bewohnerin des Betheler Pflegezentrums Quelle als erste Bielefelderin gegen Covid-19 geimpft wurde. Wie sie haben mittlerweile die meisten der 80 Klientinnen und Klienten ihre Zweitimpfungen erhalten und sind damit weitestgehend immun gegen das Corona-Virus. Doch auch wenn erste Lockerungen möglich sind, komplett verschwunden sind die Auswirkungen der Pandemie auf den Alltag des Pflegezentrums Quelle noch nicht.

„Schade finde ich persönlich vor allem, dass das Singen wegen der Aerosole noch nicht wieder geht“, sagt Lieselotte Ohse. Darauf, fügt die Seniorin hinzu, habe sie sich vor der Pandemie sonst immer besonders gefreut. Das, wie sie sagt, „olle Virus“ endlich los zu sein – komplett erfüllt hat sich dieser Wunsch also noch nicht. Immerhin seien wieder gemeinsame Musik- und Bewegungsangebote möglich, ebenso der wöchentliche Dienstagskreis. Beides hatte zu Hochzeiten der Pandemie nur reduziert und ausschließlich in den einzelnen Wohngruppen durchgeführt werden können, um das Infektionsrisiko niedrig zu halten.

Dass Freizeitaktivitäten jetzt wieder in größerer Runde stattfinden, sei für viele Bewohnerinnen und Bewohner enorm wichtig, sagt Einrichtungsleiter Michael Pergande. Auch Besuche sind wieder ohne Begrenzung der Personenzahl möglich – sofern die Personen geimpft, getestet oder genesen sind. Einen positiven psychologischen Effekt habe daneben aber auch der Impfschutz selbst: „Wir sitzen nicht mehr wie das Kaninchen vor der Schlange“, so der Einrichtungsleiter in Erinnerung an die angespannte Situation im vergangenen Herbst. Damals waren Hygienemaßnahmen und AHA-Regeln der einzig wirksame Schutz vor dem Virus. „Heute brauchen die Leute nicht mehr ganz so viel Angst vor einer Infektion zu haben.“

Vor allem was externe Kontakte angehe, sei man trotz Impfung aber nach wie vor vorsichtig. Gemeinschaftsangebote mit Angehörigen oder Ausflüge in die Stadt seien noch immer ausgesetzt, ebenso wie die sonst regelmäßig stattfindenden Projekte mit Kooperationspartnern. „Dabei lebt eine Stadtteileinrichtung wie unser Haus eigentlich von diesen Kontakten – ob zur örtlichen Schule, zum Kindergarten oder zur Gemeinde“, betont der Einrichtungsleiter. Vorsicht, Sorgsam- und Achtsamkeit seien jedoch nach wie vor unentbehrlich, um niemanden zu gefährden. „Auch wenn jetzt vieles einfacher ist, ist der Alltag noch nicht so, wie er einmal war.“

Bildtext:

  • Michael Pergande und Lieselotte Ohse sind erleichtert, dass erste Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen möglich sind.

Foto: Christian Weische