Bethel - Richtig Essen: Fettleber entsteht bei falschem Lebensstil

Pressemitteilung

Richtig Essen: Fettleber entsteht bei falschem Lebensstil

Tag der gesunden Ernährung am 7. März

Bielefeld-Bethel. Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan des Körpers – und zugleich ein Spiegel unseres Lebensstils. „Rund 25 - 30 Prozent der Erwachsenen sind von einer Fettleber betroffen. Damit gehört sie zu den Volkskrankheiten“, sagt Prof. Dr. med. Martin Krüger, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie am EvKB – Evangelisches Klinikum Bethel. Bei Übergewichtigen liege der Anteil sogar bei etwa 70 Prozent, bei Typ-2-Diabetikern bei bis zu 90 Prozent. „Die Fettleber ist eine klassische lebensstilassoziierte Erkrankung“, so Krüger. „Sie entsteht, wenn wir dauerhaft mehr Energie aufnehmen, als wir verbrauchen.“

Besonders tückisch sei, dass die Erkrankung lange unbemerkt bleibe. „Die Leber leidet still“, erklärt der Mediziner. Erst unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder ein Druckgefühl im rechten Oberbauch können Hinweise liefern. Häufig wird die Fettleber zufällig entdeckt: „Oft fallen zunächst erhöhte Leberwerte bei Routineuntersuchungen auf.“ Ein Ultraschall könne dann Klarheit bringen, doch selbst normale Werte schlössen eine Verfettung nicht aus. „Deshalb sind Prävention und ein genauer Blick auf Risikofaktoren so wichtig.“

Unbehandelt kann eine Fettleber schwerwiegende Folgen haben. Bei vielen Betroffenen entwickelt sich eine Entzündung, die zu Vernarbungen, Leberzirrhose, Leberversagen oder Leberkrebs führen kann. Zudem steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes deutlich. Lange Zeit standen für die Therapie der Fettleber keine spezifischen Medikamente zur Verfügung. Inzwischen wurde mit Resmetirom (Rezdiffra®) der erste Wirkstoff für fortgeschrittene Stadien mit Umbau (Fibrose) in der EU zugelassen. Für frühe Stadien der Fettleber ohne Fibrose steht weiterhin keine medikamentöse Therapie zur Verfügung, sodass die Lebensstiländerung die Basis der Behandlung bleibt. Die gute Nachricht ist: „Die Leber ist eines der regenerationsfähigsten Organe“, sagt Krüger. „Wenn noch keine bleibenden Schäden entstanden sind, kann sich eine Fettleber vollständig zurückbilden.“

Als besonders leberfreundlich gilt die mediterrane Küche mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und hochwertigen Pflanzenölen sowie moderatem Fischkonsum und wenig rotem Fleisch. Wichtig ist außerdem, stark verarbeitete Lebensmittel zu meiden und ausreichend Ballaststoffe zu essen, da sie Entzündungen hemmen und den Stoffwechsel unterstützen. Auch Kaffee kann hilfreich sein: „Studien zeigen, dass mehrere Tassen täglich die Leber schützen können. Ähnliches gilt für Knoblauch“. 

Neben der Auswahl der Lebensmittel spiele auch das Essverhalten eine Rolle. „Ein gutes Frühstück unterstützt den Stoffwechsel, spätes Abendessen sollte man möglichst vermeiden“, erklärt der Experte. Intervallfasten könne positive Effekte haben, müsse aber individuell abgestimmt werden. „Ernährungsumstellungen sollten immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden – von angeblichen Leberkuren aus dem Internet rate ich ab.“

Privat setzt Krüger auf ballaststoffreiche Kost, viel Rohkost und wenig Zucker. „Im Klinikalltag esse ich gern Müsli, und wenn der kleine Hunger kommt, greife ich zu Nüssen.“ Als Vater sei ihm zudem wichtig, Kindern früh gesunde Gewohnheiten vorzuleben: „Es geht nicht um Verzicht, sondern um Balance – Genuss gehört unbedingt dazu.“

Mehr Infos gibt es unter: evkb.de/fettleber 

 

  • Bildunterzeile: Er weiß, was der Leber guttut: Prof. Dr. med. Martin Krüger, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie im Evangelischen Klinikum Bethel, erklärt, was lebergesunde Ernährung bedeutet. 
  • Foto: Mario Haase