Pressemitteilung | Nordrhein-Westfalen

Zusammenschluss ermöglicht neue Perspektiven

Bethels Berufskollegs bündeln ihre Kräfte

Bielefeld-Bethel. Gemeinschaft verwirklichen: Diese Vision Bethels soll künftig noch stärker als bisher für das Berufskolleg Bethel und das Kerschensteiner Berufskolleg gelten. Die beiden in Bielefeld ansässigen Schulen werden zusammengeführt und bilden
ab dem 1. August das Friedrich v. Bodelschwingh Berufskolleg – eines der größten inklusiven Bildungsangebote für Berufsschülerinnen und -schüler in der Region.

Beide Schulstandorte – Kükenshove (Kerschensteiner Berufskolleg) und Am Zionswald (Berufskolleg Bethel) – bleiben erhalten, sämtliche Bildungsgänge werden weitergeführt. Die Bündelung der Kräfte bietet dabei mit Blick auf eine zukunftsweisende Ausrichtung der Ausbildung und die individuelle Entwicklung der Schülerinnen und Schüler große Chancen.

Für Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf
Der Schwerpunkt des Berufskollegs Bethel liegt auf Bildungsgängen im Bereich des Sozial- und Gesundheitswesens. Aktuell 52 Lehrerinnen und Lehrer bilden in Vollzeit fast 700 Schülerinnen, Schüler und Studierende für Berufe wie Erzieher, Heilpädagogen, Heilerziehungspfleger, Sozialassistenten sowie in der Kinderpflege aus. Es ist außerdem möglich, im Beruflichen Gymnasium das Abitur in der Doppelqualifikation mit dem Berufsabschluss Erzieher bzw. Erzieherin zu erwerben oder das Abitur mit dem Schwerpunkt Gesundheit naturwissenschaftlich auszurichten.

Das Kerschensteiner Berufskolleg besuchen junge Menschen sowohl mit als auch ohne besonderen Unterstützungsbedarf oder sonderpädagogischen Förderbedarf. Nach der Ausbildungsvorbereitung können sie in dualen Ausbildungen in Praxis und Theorie Berufe zum Beispiel im Garten- und Landschaftsbau, im Verkauf oder als Fachkraft im Gastgewerbe erlernen. Derzeit besuchen rund 650 Schülerinnen und Schüler das Kerschensteiner Berufskolleg; dem Kollegium gehören 30 Lehrerinnen und Lehrer an.

Das passende Angebot in Bethel finden
»Die Stärken beider Schulen möchten wir zusammenführen«, betont Barbara Manschmidt. Die Geschäftsführerin des Stiftungsbereichs Schulen verweist auf den speziellen Bildungsauftrag Bethels: »Es entsteht eine Schule, die alle Schülerinnen und Schüler in ihrer Vielfalt noch deutlicher wahrnimmt und differenziert unterstützt. Die Bildungsangebote gibt es nun in einer gemeinsamen Schule. So besteht die Möglichkeit, das passende Angebot in Bethel zu finden und gleichzeitig nach Bedarf Unterstützung für gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu erhalten.« Das gemeinsame Berufskolleg ist also nicht nur ein weiterer Beitrag Bethels zur Inklusion; es bietet Schülerinnen und Schülern dank breiterer Auswahlmöglichkeiten und größerer Durchlässigkeit neue persönliche und berufliche Perspektiven.

»Wir wollen in vielen Bereichen gemeinsamen Unterricht auf die Beine stellen und Begegnungen und gemeinsames Lernen ermöglichen. Es gibt viele inhaltliche Schnittmengen«, sagt Kay Stampa, Leiter des Kerschensteiner Berufskollegs, mit Blick auf den fachlichen Austausch und die angestrebte Qualitätsentwicklung des Unterrichts.

Attraktiv auch für Lehrende
Attraktiver wird das Angebot nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sondern auch für Lehrerinnen und Lehrer. »Auch unseren Lehrkräften bieten sich neue Perspektiven, weil sie in einer größeren, vielfältigeren Schule mit erweiterten Entwicklungsmöglichkeiten tätig sein werden und auch auf unterschiedlichen Niveaustufen unterrichten können«, nennt Bärbel Beckmann, Leiterin des Berufskollegs Bethel, ein Beispiel. Die steigende Attraktivität wiederum bietet dem Friedrich v. Bodelschwingh Berufskolleg die Chance, sowohl für angehende wie für bereits ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer dauerhaft interessant zu bleiben. In Zeiten des Fachkräftemangels ist das von großer Bedeutung. In der nun gemeinsamen Schule ergeben sich auch in dieser Hinsicht Synergien, um weiterhin hohe Qualität in der Ausbildung sicherzustellen.

Auch mögliche Schwankungen bei der Wahl von Kursen und Ausbildungsgängen in der Schülerschaft werden sich in der Zukunft besser ausgleichen lassen. Für den Zusammenschluss spricht zudem, dass möglichst eine Entlastung des Personals in Verwaltungstätigkeiten entsteht. Anträge, etwa für Spenden und Fördermittel, müssen nicht mehr doppelt gestellt werden; auch im Sekretariat können vorhandene Ressourcen effektiver genutzt werden. Die freigesetzte Zeit und Energie wird den Schülerinnen und Schülern in der Lehre und Beratung zugutekommen.

Starker Auftritt auch nach außen
Die Bündelung der Bildungsangebote erleichtert zudem die Kommunikation. Egal, ob für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Kooperationspartner oder andere Beteiligte: Künftig gibt es eine Schule als Ansprechpartnerin. »Wir schaffen so einen noch stärkeren Auftritt nach außen«, verdeutlicht Bärbel Beckmann. Sie selbst übernimmt ab Sommer die Leitung des Friedrich v. Bodelschwingh Berufskollegs mit gut 1.300 Schülerinnen und Schülern sowie mehr als 80 Lehrerinnen und Lehrern. Ihre Stellvertreterin wird Angelika Kettmann, zurzeit stellvertretende Leiterin des Kerschensteiner Berufskollegs. Koordinatorin am Standort Zionswald wird Kristina Jünger, aktuell stellvertretende Leiterin des Berufskollegs Bethel. Kay Stampa geht nach dem laufenden Schuljahr in den Ruhestand.

»Mit einer differenzierteren Aufstellung erhält die Schule insgesamt mehr Handlungsspielräume«, blickt Barbara Manschmidt nach vorn: »Im gemeinsamen Friedrich v. Bodelschwingh Berufskolleg in Bethel wird alles Bewährte weitergeführt, und gleichzeitig kann durch Veränderung Neues entstehen.«

Bildtext

  • Kristina Jünger (von links), Bärbel Beckmann und Angelika Kettmann werden die neue Schulleitung bilden. Foto: v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
Drei Frauen übernehmen die gemeinsame Schulleitung